Wurden die Nachtreiher am Sarchinger Weiher getötet?

Seit vielen Jahren befindet sich auf der Insel im Sarchinger Weiher eine Brutkolonie des Nachtreihers. Viele Badegäste kennen die Vögel, die zwischen April und Juli dort ihre Jungen großziehen. Der Nachtreiher ist mit einer Größe von ca. 65 cm deutlich kleiner und  kurzhalsiger als der weit verbreitete Graureiher. Auch anhand der schwarzen Färbung am Kopf und Rücken und dem weißen Bauch kann man die Altvögel gut erkennen. Der  Nachtreiher ist ein extrem seltener und streng geschützter Vogel, von dem es in ganz Bayern nur im Landkreis Regensburg zwei Kolonien gibt. Gegen Ende Mai/Anfang Juni dieses Jahres muss auf der Insel im Sarchinger Weiher eine Katastrophe passiert sein. Vogelkundlern war aufgefallen, dass plötzlich keine Nachtreiher mehr zu sehen waren. Und das zu der Zeit, in der die Jungen ständig von ihren Eltern mit Nahrung versorgt werden und normalerweise lautstarke Aktivität in der Kolonie herrscht. Bei einer Kontrolle der Insel konnten nur noch tote Jungvögel unter den Nestern gefunden werden. Rätselhaft ist bislang, wie die Tiere zu Tode gekommen sind. Eine natürliche Ursache – Unwetter, Nahrungsmangel oder das Einwirken von tierischen Feinden – kann nach Einschätzung von Prof. Hauska von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Ostbayern und Dr. Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz als Ursache nicht nachvollzogen werden. Da menschliche Einwirkung nicht ausgeschlossen ist, hat die Untere Naturschutzbehörde die Polizei eingeschaltet. Beobachtungen und Hinweise zu Vorfällen auf der Insel im Zeitraum Ende Juni sollen bitte an die Polizei in Neutraubling gemeldet werden. Gebietsbetreuer Hartmut Schmid vom Landschaftspflegeverband und Elisabeth Sojer-Falter, Geschäftsführerin des Naherholungsvereins hoffen, dass die Nachtreiher nächstes Jahr wieder auf der Insel brüten. Hartmut Schmid wird in Zusammenarbeit mit allen der Vogelwelt wohlgesonnenen Kräften darauf achten, dass es in Zukunft wieder ein gutes Zusammenleben von Menschen und Vögeln am Sarchinger Weiher gibt.

 

pm