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Waldmünchen: Mit Glasscherben versetzte Wurststücke ausgelegt – UPDATE

Am Sonntag (10.01.) in der Zeit von 17.15 – 18.45 Uhr führte eine lokale Hundeschule mit mehreren Mitgliedern am Oberen Roßhof bei Geigant (Lkr. Cham) eine Lehrwanderung durch. Dazu waren sie mit ihren Fahrzeugen bis zu den Wanderwegen gefahren.

Bei ihrer Rückkehr stellten sie fest, dass im Bereich der Fahrzeuge etliche mit großen Glasscherben gespickte Wurststücke (Wiener) ausgelegt waren. Dies wurde vorsätzlich ausgelegt, um die Hunde im Falle des Verzehrs zu schädigen. Da die präparierten Wurststücke aber rechtzeitig entdeckt wurden, kam kein Hund zu Schaden.

Einen Tatverdacht gibt es derzeit nicht. Deshalb werden Zeugen gebeten, sich bei der Polizeistation Waldmünchen unter Tel.: 09972/300100 zu melden.

 

UPDATE:

„Um die Suche nach dem Täter zu unterstützen, setzt PETA Deutschland e.V. nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise aus, die zur Ermittlung und Überführung des Tierquälers führen:

Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, haben ebenfalls die Möglichkeit, sich telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail an die Tierrechtsorganisation zu wenden – auch anonym. PETA weist darauf hin, dass die Halter von Hunden, die Opfer von präparierten Ködern wurden, in jedem Fall Anzeige bei der Polizei erstatten sollten. Auch weitere Funde von solchen oder ähnlich präparierten gefährlichen Lockmitteln sollten umgehend der Behörde gemeldet werden.

„Der gezielte Anschlag auf die Gruppe der Hundeschule muss aufgeklärt und der skrupellose Täter schnellstmöglich gefasst werden, damit Vierbeiner wieder sorglos spazieren geführt werden können“, betont Judith Pein im Namen von PETA Deutschland e.V. „Neben der Gefährdung für Hunde stellen mit scharfkantigen Gegenständen gespickte Köder auch eine Gefahr für Kinder und freilebende Tiere dar. Hundehalter in der Region sollten bei Spaziergängen jetzt besonders aufmerksam sein und im Falle eines Verdachts auf Verzehr von präparierten Ködern umgehend einen Tierarzt aufsuchen.“

PETAs Tipps für Erste-Hilfe-Maßnahmen: Besteht der Verdacht, dass ein Tier einen mit Gift oder gefährlichen Gegenständen gespickten Köder gegessen hat, muss umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden. Es besteht Lebensgefahr – das Tier kann an inneren Verletzungen qualvoll sterben. Bei Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Durchfall, starker Unruhe oder Apathie, einer gelblichen Verfärbung der Schleimhäute, blassem Zahnfleisch, großen Pupillen, Atembeschwerden oder Krämpfen muss ebenfalls umgehend der Tierarzt aufgesucht werden – denn Gift wirkt schnell. Der Hund sollte beruhigt und angeleint werden. Ein Maulkorb oder eine Maulschlinge darf nicht angelegt werden, da Erstickungsgefahr bei Erbrechen droht. Ist das Tier bereits bewusstlos, sollte es in die stabile Seitenlage gebracht und die Atemwege freigehalten werden. Für eine schnelle Diagnose ist es sinnvoll, eine Probe des Köders oder des Erbrochenen mit zum Tierarzt zu nehmen.

Grundsätzlich fordert PETA die Einführung eines zentralen Meldesystems für Anschläge dieser Art. Durch eine Registrierung könnte die Bevölkerung frühzeitig über Köderwarnungen und Gefahrenschwerpunkte informiert werden, um Kinder und Tiere somit besser schützen zu können. Zugleich würde durch eine stringente Dokumentation der Fälle deutlich, wie häufig Hunde Opfer von Delikten werden.

Fälle von Tierquälerei werden täglich in Deutschland aufgedeckt. Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen.

Tierquälerei ist eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.“

 

pm/LS