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Windischeschenbach: Training der Hilfsorganisationen für den Ernstfall

Tragisches Szenario – zum Glück nur gespielt zum Üben eines Ernstfalls: Eine Beziehungstat, in der ein verlassener Mann seine Ex-Freundin und anschließend einen Ersthelfer niedersticht.

Rettungskräfte und Polizei der Oberpfalz probten gemeinsam einen Einsatz, im neuen Zentrum für besondere Einsatzlagen. Unter realitätsnahen Bedingungen simulierten die Hilfsorganisationen den Ernstfall vor den Augen von Zuschauern einer Messerstecherei. Das Ziel: Gut gerüstet und vorbereitet sein bei Amok- und Terrorlagen sowie Umweltkatastrophen. Neben dem technischen Training ging es vor allem darum, die Koordination und Kommunikation der Einsatzkräfte untereinander zu optimieren.

Das Bayerische Zentrum für besondere Einsatzlagen (BayZBE) eröffnete Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in Windischeschenbach, Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Er erinnerte dabei an frühere Terroreinsätze und den Amoklauf in München im Jahr 2016, dem Hintergrund für die Gründung des BayZBE. Für derartige Extremfälle gut vorbereitet zu sein und mehr Zivilcourage bei Gewalt gegen Rettungskräfte sowie Respekt für diese und ehrenamtliche Helfer zu erreichen, das ist das Ziel des BayZBE. Jeder Handgriff muss dann sitzen bei Opferrettung und Tätersuche. Der Freistaat Bayern bewilligte für das Projekt Fördergelder in Höhe von 5,2 Millionen Euro.

Das BayZBE und seine Proberäume betreiben das Bayerische Rote Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Arbeiter-Samariter-Bund und die Johanniter Unfall-Hilfe. Feuerwehren, das Technische Hilfswerk, die Deutsche-Lebensrettungsgesellschaft und die Bundeswehr nahmen an dem Training ebenfalls teil – mit positivem Erfolg, wie Projektleiter Daniel Pröbstl unterstrich. Der reguläre Trainingsbetrieb beginnt im Januar, Zimmerkontingente in einem benachbarten Hotel gibt es auch.

Quelle: dpa