Söder ermahnt Fußballclubs: «Die Liga steht schwer unter Bewährung»

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine eindringliche Mahnung an den deutschen Profifußball gerichtet. Die Regeln des DFL-Konzeptes müssen bei den Geisterspielen strikt eingehalten werden, gerade auch nach dem Fall Salomon Kalou.

«Es ist vertretbar», verteidigte Söder am Donnerstag im Radiosender Bayern1 die Zustimmung der Politik zu einer Fortsetzung der Saison in Bundesliga und 2. Liga. «Ein bisschen Bauchgrummeln hat jeder dabei. Die Liga steht auch schwer unter Bewährung, das einzuhalten. Die Öffentlichkeit wird genau hinschauen», sagte der 53-jährige Söder.

Es liege jetzt an den Vereinen selbst, dass das Geisterspiel-Konzept in der Praxis auch funktioniere. «Ich mache mir da keine Sorgen bei den absoluten Spitzenvereinen wie dem FC Bayern», meinte Söder.

«Die Liga hat ein sehr professionelles Konzept vorgelegt. Die Bedenken, die es gab, hängen schon mit dem Verhalten einzelner zusammen», bemerkte Söder in Bezug auf den inzwischen suspendierten Hertha-Profi Kalou (34), der ein verstörendes Video aus dem Innenleben des Berliner Bundesligisten in der Corona-Krise zeigte. So wurden etwa Hände geschüttelt und Abstandsregeln nicht eingehalten.

«Manchmal langt man sich dann schon an den Kopf. Ich denke, auch die Verantwortlichen in der Liga haben sich sehr geärgert. Sie haben auch gut reagiert bei Hertha BSC. Wenn Spieler wie Kalou sich erkennbar drüber hinwegsetzen, dann fragt man sich, wie jemand, der so viel Geld verdient, der davon lebt, sich so verhält», sagte Söder.

Zur offenbar hitzigen Debatte in der Ministerpräsidentenrunde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Starttermin 15. Mai sagte Söder mit einem Seitenhieb auf den Bremer Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD): «Es gab eine Debatte darüber, dass gesagt wurde, man brauche eine Woche länger, weil zu wenig Training da sei. Das schien mir auch ein bisschen fanmäßig orientiert beim Bremer Bürgermeister, was ich respektiere, wenn man glühender Fan seiner Mannschaft ist.» Werder Bremen steht auf einem Abstiegsplatz.

Mögliche Fanversammlungen vor den leeren Stadien an den Spieltagen fürchtet der bayerische Landeschef nicht. «Da passen Vereine, Kommunen und auch der Freistaat Bayern auf, dass das nicht passiert», sagte Söder. Er könne sich eher vorstellen, dass Bundesligaspiele die Stimmung in vielen Haushalten heben könnten. «Ohne Fußball fehlt einem am Samstagnachmittag etwas», sagte er für sich selbst: «Wir werden schon darauf achten, dass Unvernunft nicht geht.»

dpa

 

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