Rollentausch: Bürgermeister als Alten- und Krankenpfleger

Regenstaufs Bürgermeister Siegfried Böhringer hat im Rahmen der „Aktion Rollentausch“ in den Alltag von Ambulanten Alten- und Krankenpflegestationen geschnuppert. So konnte er sich selbst ein Bild davon machen, was die Frauen und Männer in der Ambulanten Alten- und Krankenpflegestation Regenstauf leisten. Den Pflegekräften der Station zollte er höchsten Respekt: „Es is a Wahnsinn, was die leisten!“

Für Regenstaufs Ersten Bürgermeister begann der Tag schon um kurz vor 8 Uhr mit der Unterschrift unter die Verschwiegenheitserklärung. Nach einer kurzen Besprechung des bevorstehenden Einsatzes mit Birgit Wach nahm Bürgermeister Böhringer im Auto neben deren Stellvertreterin Margit Renner Platz, die ihn auf ihre Tour mitnahm. Wenige Minuten später öffnete sich bereits die erste Tür zu einem Regenstaufer Privathaushalt – ein kurzer Einsatz aus dem Bereich der häuslichen Krankenpflege, bei dem eine Blutzuckerspritze verabreicht wurde. Weiter ging’s nach Eitlbrunn. Dort wurden einem Patienten Kompressionsstrümpfe angezogen. Das Herrichten und Verabreichen von Medikamenten, Infusionen legen und abhängen, zählen ebenso zu den Aufgaben der häuslichen Krankenpflege, wie die Versorgung von Patienten mit einer Magensonde und die Stoma Behandlung. Auch die Behandlung von Wundgelegenen, das Beobachten von Wunden, Wundverbände anlegen und erneuern sowie die Krankenbeobachtung im Allgemeinen fallen in dieses Aufgabengebiet. Die Station arbeitet hier eng mit den Regenstaufer Ärzten, Apotheken und Sanitätshäusern sowie mit Krankenkassen, den Seniorenbeauftragten der Marktgemeinde, der Beratungsstelle im Landratsamt und in Problemfällen mit einem externen Wundmanager zusammen.

Es folgten noch einige weitere Patienten-Besuche, bei denen die tägliche Grundpflege durchgeführt wurde. Diese umfasst u.a. das Aus- und Ankleiden, Waschen oder Duschen, Abtrocknen, Eincremen und Frisieren des Patienten. Schwerstpflegebedürftige werden im Bett „frisch“ gemacht, damit sie nicht wundliegen. Dabei wird bei allen Tätigkeiten auf eine „aktivierende“ Pflege Wert gelegt, d. h. alles was der Patient selbst tun kann, soll er selbst machen und wird dazu ermuntert. Die Pflegekräfte unterstützen in diesen Fällen und helfen, wenn’s nicht klappt.

„Eine besondere Herausforderung stellt die Betreuung von Demenzpatienten dar, mit denen unsere Pflegekräfte immer häufiger zu tun haben, weil die Menschen immer älter werden“, teilt Veronika Portele mit. Sie ist Verwaltungskraft bei der Station. Die Herausforderung beginne oft schon an der Haustür. Hier müsse dem Patienten erst klargemacht werden, warum die Pflegekraft da ist, was sehr viel Einfühlungsvermögen, viel Geduld und viel Zeit erfordere.

Anschließend traf man sich wieder im Büro der Ambulanten Alten- und Krankenpflegestation zur Nachbereitung. Dabei zeigte sich Bürgermeister Siegfried Böhringer tief beeindruckt davon, „wie viele Mitbürgerinnen und Mitbürger ihre pflegebedürftigen Angehörigen zuhause in den eigenen vier Wänden betreuen“.

Neben den „klassischen“ Aufgaben der Behandlungs- und Grundpflege werden auch die hauswirtschaftliche Versorgung im Umfeld des Patienten, die häusliche Betreuung, wie z.B. Spaziergänge, Spielenachmittage, Erinnerungsarbeit sowie die Rufbereitschaft für das betreute Wohnen im Caritas-Altenheim von der Pflegestation übernommen. Fester Bestandteil der Arbeit ist auch die Betreuungsgruppe.

Einmal monatlich können sich pflegende Angehörige ein paar Stunden Auszeit nehmen und ihren pflegebedürftigen Angehörigen zur Betreuungsgruppe bringen. Die kommissarische Pflegedienstleiterin Birgit Wach und ihr Team stellen stets ein abwechslungsreiches Programm für die Teilnehmer/innen zusammen. Die „Aktion Rollentausch“ ist ein Projekt der Freien Wohlfahrtspflege, der neben anderen Organisationen auch die Arbeiterwohlfahrt, das Bayerische Rote Kreuz, der Caritasverband Bayern und die Diakonie Bayern angehören. Eingeladen werden Politiker und Vertreter aus der Wirtschaft, Verwaltung und Medien, um einen Tag oder einige Stunden in einer sozialen Einrichtung mitzuarbeiten.

 

Pressemitteilung/MF