Roding: Gewerkschaft und Stadt kämpfen für Continental-Werk

Die Gewerkschaft IG Metall und die Stadt Roding kämpfen gegen die Schließung des dortigen Continental-Werks mit 540 Beschäftigten. «Wir haben fast fünf Jahre Zeit, eine Alternative für die Fertigung zu finden», sagte die zweite Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg, Olga Redda, am Mittwoch. Der von der Schwäche der Autoindustrie betroffene Zulieferer Continental will das Werk, in dem Komponenten für Benzin- und Dieselmotoren hergestellt werden, im Jahr 2024 schließen. 320 Arbeitsplätze sollen wegfallen, 220 verlagert werden.

In Roding sei alles vorhanden, um statt Komponenten für Verbrennungsmotoren solche für die Elektromobilität herzustellen, sagte Redda. Der Standort könne zu einem «Musterbeispiel» werden, wie Continental mit dem Wandel der Fahrzeugtechnologie umgehe. «Wir wissen, dass das mit Kosten verbunden ist», sagte Redda. Aber man habe Zusagen für Unterstützung vom Land.

Auch der Rodinger Bürgermeister, Franz Reichold, kritisiert die Schließung und hofft auf politische Unterstützung. Für Mittwochabend war ein Gespräch mit Stadt, Betriebsrat und Vertretern des bayerischen Wirtschaftsministeriums angesetzt. Reichold sagte: «Die Fachleute im Werk können auch Elektromobilität.» Kommende Woche soll es der IG Metall zufolge weitere Gespräche im Wirtschaftsministerium in München geben. Dann will die Gewerkschaft auch in Roding zu Protesten aufrufen.

Continental hatte bereits vergangene Woche ein Umbauprogramm für den Konzern angekündigt. Weltweit dürften bis 2023 rund 15 000 Jobs von Veränderungen betroffen sein, davon 5000 in Deutschland. Bis 2029 dürften sogar 20 000 Stellen betroffen sein, davon 7000 in Deutschland.

dpa