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REWAG und Bischofshof versorgen Inneren Westen mit Energie

Auf dem Gelände der Brauerei Bischofshof an der Dechbettener Straße wird eine umweltfreundliche und innovative Energiezentrale errichtet, die nicht nur die Brauerei mit Wärme und ‎Strom versorgen wird. Am heutigen Mittwoch gaben der Brauereidirektor Hermann Goß, der REWAG-Vorstandsvorsitzende Olaf Hermes und Bürgermeister Jürgen Huber den Startschuss.

Die Brauerei nutzt für ihren Wärmebedarf eine Dampfkesselanlage, die im Energiehaus untergebracht werden wird. Betrieben mit Bioerdgas ‎sorgen zudem drei Blockheizkraftwerke (BHKWs) mit Erdgas-Spitzenlastkesseln für eine nahezu CO2-neutrale Wärmeversorgung.‎ Neben der Brauerei werden auch das zukünftige Wohnquartier „Das Dörnberg“ sowie die Hedwigsklinik und der Neubau der Kreuzschule auf dem Gelände des ehemaligen Jahnstadions über ein Fernwärmenetz versorgt. Den in der Energiezentrale erzeugten Strom nutzt die Brauerei größtenteils selbst, der Rest wird in das öffentliche Netz des Regensburger Energieunternehmens eingespeist.  Die Fertigstellung des „REWAG und Bischofshof Energiehauses“ ist für Herbst dieses Jahres geplant.

„Eine nachhaltige Wärmeversorgung für Industriebetriebe und Wohnquartiere hat für eine wachsende Stadt wie Regensburg eine immer größere Bedeutung. Gerade in der umweltfreundlichen Wärmeerzeugung gibt es viel Potential, um CO2 einzusparen“, so REWAG-Aufsichtsratsmitglied Bürgermeister Jürgen Huber.

„Die Energieversorgung der Zukunft ist erneuerbar und dezentral. Für dieses Credo steht die REWAG. Wir versorgen immer mehr Kunden mit Strom und Wärme aus regenerativen, dezentralen Energieerzeugungsanlagen – vom Industriebetrieb bis hin zum Wohnquartier“, so Olaf Hermes, Vorstandsvorsitzender des Regensburger Energieversorgers. „Dezentrale Erzeugung“ beschreibt die energieeffiziente Wärme- und Stromproduktion aus ‎Blockheizkraftwerken. Diese Anlagen arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, ‎das heißt: Sie produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. Dadurch wird der eingesetzte ‎Brennstoff sehr viel effizienter genutzt als bei der getrennten Produktion, und es entstehen ‎vergleichsweise weniger klimaschädliche CO2– Emissionen. Grundlage ist meist ein Motor, ‎der einen Generator antreibt und damit Strom erzeugt. Die sogenannte Abwärme wird zum Heizen ‎genutzt. Betrieben mit Bioerdgas sorgen BHKWs über Nah- und Fernwärmenetze für eine CO2-neutrale ‎Wärmeversorgung und zugleich regenerativ erzeugten Strom in Wohnvierteln und Betriebsstätten von ‎Firmen. Weil sie sich absolut dezentral einsetzen lassen, können sie ‎genau dort maßgeschneidert platziert werden, wo die Energie benötigt wird. Das bedeutet: Kaum Übertragungsverluste, individuelle Lösungen, schnelle Reaktion auf den Bedarf und damit hohe ‎Effizienz. Es fallen weder Anschaffungs- noch ‎Wartungskosten für eine eigene Heizungsanlage, ‎noch für einen Schornstein an. Brennstoffe müssen nicht mehr beschafft und gelagert ‎werden. „Die Energie wird dort erzeugt, wo sie gebraucht wird“, so Hermes. Die REWAG betreibt bereits 29 ähnliche Anlagen in Regensburg und der Region. ‎

Bischofshof Brauereidirektor Hermann Goß sieht in dem Projekt einen Meilenstein im ‎Bischofshof-Nachhaltigkeitskonzept auf dem Weg zu einer zu klimaneutralen Brauerei in Regensburg: ‎‎„Jetzt erzeugen wir gemeinsam mit der REWAG nachhaltig und ressourcenschonend Strom und Wärme vor Ort für unsere Brauerei und benachbarte Haushalte, die Hedwigsklinik ‎sowie die neue Kreuzschule und die Braustuben. Diese effiziente und mit kurzen ‎Wegen gesegnete Konstellation erspart uns auf Dauer Kosten und ermöglicht es uns noch mehr in unsere Brauerei und noch stärker in die Region zu ‎investieren. Ob im Sport, Sozialem oder der Kultur – regional geben wir gerne Vollgas! Das gemeinsame Energiekonzept der REWAG und der Brauerei Bischofshof ist ein außergewöhnliches, hochmodernes Projekt zur ‎regionalen, in die Zukunft gerichteten Wertschöpfung mit überregionaler Strahlkraft. Es dürfte bayernweit einmalig sein!“, so Goß.‎ Die Brauerei Bischofshof geht in Sachen Eigenstromerzeugung noch einen Schritt weiter. Sie setzt in Zusammenarbeit mit der REWAG eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Energiezentrale um. Diese Anlage produziert pro Jahr circa 60.000 kWh (Kilowattstunden), die direkt im Bischofshof Brauvorgang genutzt werden. Damit können die Braumeister um Leonhard Resch jährlich in etwa  500.000 Maß Bier brauen. Resch zeigte sich begeistert von der neuen Umweltinitiative: „Bier gilt seit eh und je als reinstes Nahrungsmittel. Wir verwenden ausschließlich natürliche und regionale Zutaten. Mit der neuen Energiezentrale erzeugen wir sogar Strom und Wärme für unseren Braubetrieb direkt vor Ort. Unser Reinheitsgebot 2.0!“

„Eine derartige Kooperation ermöglicht es Unternehmen, die Eigenerzeugung in Angriff zu nehmen“, sagt Andreas Krüger, Fachbereichsleiter Erzeugung und energienahe Dienstleistungen der REWAG. In der Regel übernehme die REWAG dabei die komplette Betriebsführung der Energiezentrale – der Kunde bezahle einen Festpreis für Strom und Wärme. „Die Betriebsführung ist unsere besondere Stärke. Unsere Betriebsmannschaft ist im Ernstfall selbstverständlich auch am Wochenende einsatzbereit.“

Hoch effiziente Kraft-Wärme-Kopplungssysteme werden zunehmend wichtiger im Rahmen von Stadtteilentwicklungen. Private wie gewerbliche Immobilienbesitzer hätten die Vorteile der Fernwärme längst erkannt, sagt Krüger. „Sie ist umweltfreundlich, komfortabel und preiswert. Es gibt keine Anschaffungs- und Wartungskosten, die Bevorratung von Brennstoffen entfällt ebenso wie die Verantwortung für die Sauberkeit der Heizanlagen.“ Die Strom- und Wärmeerzeugung wird komplett ausgelagert. Dafür profitieren alle angeschlossenen Kunden vom großen, dezentralen Energiehaus.

 

Innovatives Energiekonzept für die Brauerei Bischofshof und den Inneren Westen: Fernwärmeversorgung mit BHKWs-‎ ‎und ‎Dampfkesselanlage.‎

Das künftige „REWAG und Bischofshof Energiehaus“ befindet sich auf dem westlichen Teil des Geländes der ‎Brauerei. Es besteht aus drei BHKWs, die mit regional erzeugtem Bioerdgas betrieben werden. Durch diese regionale Konstellation wird nicht nur vergleichsweise weniger Erdgas eingesetzt, sondern auch CO2 eingespart.

Die ‎unterschiedliche Nutzungsstruktur zwischen Brauerei und Wohngebiet  ermöglicht ‎‎Synergieeffekte, die eine effiziente Wärmeerzeugung gewährleisten.‎ Die Wärmeversorgung für das Fernwärmenetz besteht aus zwei Erdgaskesseln mit jeweils 4 Megawatt (MW) Leistung und drei mit Bioerdgas betriebenen BHKWs mit einer elektrischen Leistung von jeweils 260 Kilowatt (kW). Der Strom der BHKWs wird in das öffentliche Netz eingespeist. Das neue Energiekonzept für die Brauerei besteht aus einem äußerst effizienten Dampfkessel zur Produktion von Wasserdampf für den Brauprozess. Die Niedertemperaturabwärme, die aus den Abgaswärmetauschern der Dampfkessel zurück gewonnen wird, wird in das Wärmenetz eingespeist. Die Energiezentrale erzeugt insgesamt etwa ‎28,4 Millionen kWh Wärme und circa 5,5 Millionen kWh Strom.‎ Dieses Energiekonzept trägt zur regionalen Energiewende bei. Die REWAG und Bischofshof stellen Energie und Wärme äußerst effizient, ressourcen- und umweltschonend zur Verfügung. Hermann Goß schwärmte vom Schulterschluss mit der REWAG und sprach von der „Energie, die uns zu Freunden macht“.

 

PM/LH