Rekord bei den Spargelbauern: So viel Anbaufläche wie nie zuvor

Dank der Besinnung der Verbraucher auf regionale Produkte bauen bayerische Landwirte immer mehr Spargel im Freistaat an. Erstmals ernten die Bauern heuer auf einer Fläche von mehr als 3000 Hektar. Im Jahr 2000 waren es nur knapp 1200 Hektar. «Hintergrund ist nicht, dass die Leute mehr Spargel essen, sondern dass sie die Region entdeckt haben. Je frischer, desto besser», sagte Theo Däxl vom Bayerischen Bauernverband (BBV).

Heuer konnten die Bauern vergleichsweise früh den ersten Spargel stechen. Das liegt laut BBV jedoch nicht daran, dass es mehr beheizte Felder gibt. «Das machen nur eine Handvoll Bauern in Bayern. Wir sind heuer früher dran, weil das Frühjahr sehr früh dran ist», erlärte Däxl. Mit Spargel aus beheizten Feldern sei zudem kein Geld zu verdienen. Vor allem Felder mit leichtem, sandigem Boden in Südhang-Lage profitierten hingegen von den vielen Sonnenstunden der vergangenen Tage.

Die Spargelpflanze liegt etwa 30 Zentimeter tief unter der Erde. Wenn dieser Wurzelstock mindestens elf Grad warm ist, beginnt die Entwicklung der Pflanze. «Bei idealer Wärme kann eine Spargelpflanze sieben bis acht Zentimeter am Tag wachsen», schidlerte Däxl, der auch Geschäftsführer des Spargelerzeugerverbandes Franken ist.

Damit die Bauern bis zum letzten Stichtag am 24. Juni auch Spargel vorrätig haben, legen sie sowohl Felder mit sandigen als auch Felder mit schweren Böden an. «Dort wächst der Spargel später, aber er reagiert auch nicht so schnell auf Trockenheit wie die leichten Böden. Das hat den Vorteil, dass die Bauern über mehrere Monate guten Ertrag haben», berichtete Däxl. Neue Pflanzen können im dritten Jahr und dann für meist zehn Jahre abgeerntet werden.

Sollte das Wetter sonnig bleiben und auch ab und zu Regen mitbringen, erwartet der BBV eine sehr gute Spargelsaison. Die Voraussetzungen dafür seien ideal. «Die Pflanze braucht nach der Ernte Ruhe und Zeit, um viele Nährstoffe in den Wurzelstock einzulagern. Dafür braucht sie vor allem Wasser», sagte Däxl. Der nasse Sommer, der trockene Herbst und sogar die extreme Kälte im Winter seien sehr gut für die Spargelpflanzen gewesen. «Der Kältereiz hat die Pflanzen initiiert, besonders viele Knospen anzulegen, die jetzt austreiben können.»

dpa/MF