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Ostbayern: Sturm Eberhard führt zu vielen Einsätzen

Seit den frühen Nachmittagsstunden am Sonntag, 10.03.2019, sorgte ein Sturmtief mit vereinzelt starken Hagelschauern, zu einer Vielzahl an Einsätzen. Bis 19:00 Uhr wurden insgesamt 80 Einsätze gezählt. Bis 24:00 Uhr kamen noch 123 hinzu.

Meldung vom 11.03.:

Auch in den Abendstunden hielt das Sturmtief die Einsatzkräfte auf Trab. Zwischen 19:00 und 24:00 Uhr sind weitere 123 sturmtiefbedingte Einsätze aus der gesamten Oberpfalz gemeldet worden.

Gegen 1 Uhr scheint sich die Lage wieder etwas entspannt zu haben. Die Polizei rechnet aber damit, dass im Laufe des Montags noch vermehrt Schäden gemeldet werden, welche erst unterm Tag festgestellt werden.

Der Großteil der Einsätze waren umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und herumgewehte Gegenstände wie Bauzäune oder ähnliches, wobei kein oder nur geringer Sachschaden entstand.

In der Regensburger Benzstraße jedoch fiel kurz vor Mitternacht ein Baum um und beschädigte fünf geparkte Fahrzeuge. Eine Schadenshöhe ist hier noch nicht bekannt.

Insgesamt waren im Berichtszeitraum auch 9 Verkehrsunfälle wegen umgestürzter Bäume zu verzeichnen. Auf der A 93 zwischen den Anschlussstellen Windischeschenbach und Falkenberg ereigneten sich so allein drei Unfälle mit Sachschaden, als Autos in die auf der Autobahn liegenden Bäume fuhren. Als Folge musste die A 93 in beiden Richtungen unter Einrichtung einer Bedarfsumleitung bis zur Räumung ab 19.45 bis 22.30 Uhr in Fahrtrichtung Norden und bis 24.00 Uhr in Fahrtrichtung Süden komplett gesperrt werden.

Als Folge von Bäumen auf Stromleitungen wurden insgesamt 10 weitere Einsätze mit regionalem Schwerpunkt im Landkreis Neustadt an der Waldnaab mitgeteilt. Inwieweit dies zu größeren oder länger andauernden Stromausfällen führte, ist hier nicht bekannt.

Nach bisherigen polizeilichen Erkenntnissen kam es durch das Unwetter zu keinen Personenschäden.

 

Meldung vom 10.03.:

Der überwiegende Teil der Meldungen bezog sich auf umgestürzte Bäume und herabgerissene Äste, die z.T. die Fahrbahnen blockierten.

Unter anderem. fiel im Bereich Weiden, ein Baum auf die Autobahn A 93 zwischen den Anschlussstellen Weiden und Frauenricht. Ein Pkw-Fahrer konnte nicht mehr bremsen und fuhr frontal in den quer über der Fahrbahn liegenden Baum. Der Fahrer blieb dabei glücklicherweise unverletzt.

Weiter wurden durch die starken Windböen ein Pkw mit Anhänger im Lkr. Regensburg auf der B 15 zwischen Obertraubling und Köfering erfasst und umgedrückt. Der Fahrer blieb hier unverletzt.

Nicht so viel Glück hatte der Fahrer eines Pkw mit Anhänger im Lkr. Tirschenreuth. Eine Windböe hatte sein Fahrzeug erfasst und umgeworfen. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt.

Ebenfalls leicht verletzt wurden zwei Personen im Lkr. Tirschenreuth auf der Staatsstr. 2170 auf Höhe von Fuchsmühl. Dabei geriet der Fahrer eines Pkws aufgrund von plötzlicher Eisglätte durch Hagelschauer auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort mit einem entgegenkommenden Pkw. Beide Beteiligte wurden mit leichteren Verletzungen vom Rettungsdienst in das Krankenhaus Marktredwitz eingeliefert.

Weiter hatte der Sturm noch zahlreiche Verkehrsabsperrschilder und Baken auf der BAB A 3 im Bereich zwischen Regensburg und Rosenhof umgeworfen.

Zu zwei größeren Vorfällen war es in Regensburg im Bereich der Prinz-Rupprecht-Straße und in der Brückstraße gekommen. Im ersten Fall hatte der Wind ein Dachlukenfenster aus der Verankerung gerissen und auf die darunterliegende Straße geschleudert. Im zweiten Fall hatte der Wind mehrere Dachziegel auf die Straße geweht.

 

 

Unwettergeschehen in Niederbayern:

In Niederbayern kam es am Sonntag bist 01:00 Uhr zu 197 Einsätzen. 

Gegen 15.00 Uhr kam es zunächst aus den Landkreisen Kelheim und Landshut zu einem deutlichen Anstieg entsprechender Mitteilungen. Im weiteren Verlauf verlagerte sich das sturmbedingte Einsatzgeschehen ostwärts vom Bereich Straubing über Deggendorf bis in den Passauer Raum und betraf auch den gesamten Bayerischen Wald.

Im Zeitraum bis 01.00 Uhr wurden in der Einsatzzentrale in Straubing 197 Einsätze mit dem Schlagwort „Unwetter“ bearbeitet. Die meisten eingegangenen Notrufe betrafen Verkehrsbehinderungen bzw. -gefahren durch reihenweise umgestürzte Bäume und schwere Äste auf den Straßen.

In der Folge kam es auch zu 12 Verkehrsunfällen, bei denen Autos den Hindernissen nicht mehr ausweichen konnten. Nur in einem Fall wurde dabei eine Person leicht verletzt und musste sich in einem Krankenhaus behandeln lassen. Hierbei handelte es sich ausgerechnet um einen Feuerwehrmann, der nach Alarmierung zum „Sturmeinsatz“ mit seinem Privat-Pkw in der Nähe von Untergriesbach (Lkr. Passau) mit einem Baum auf der Straße kollidierte.

Durch die hohe Zahl umgestürzter Bäume mussten etliche Gemeinde-, Kreis- und Staatsstraßen in bestimmten Streckenabschnitten vollständig gesperrt werden. Ein Großteil der Sperrungen konnte noch im Lauf der Nacht wieder aufgehoben werden. Dies ist insbesondere den niederbayerischen Feuerwehren zu verdanken, die über viele Stunden mit allen verfügbaren Kräften unermüdlich im Einsatz waren, um größtmögliche Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Die längerfristigen Sperrungen wurden durch die zuständigen Straßenmeistereien entsprechend beschildert.

In einzelnen Ortsteilen kam es zu Stromausfällen, nachdem Bäume auch auf Stromleitungen fielen und diese zum Teil abrissen. Die verständigten Energieversorgungsunternehmen schickten unverzüglich ihre Mitarbeiter los, um die Stromversorgung wieder herzustellen.

Eine Vielzahl von Alarmanlagen an Firmengebäuden lösten durch den Sturm Fehlalarme aus, die trotzdem alle durch die Polizei auf einen möglichen Einbruch hin überprüft werden mussten.

Auch Bauzäune und sonstige Baustellenabsicherungen wurden „vom Winde verweht“. Vereinzelt fielen Ampeln aus oder wurden wie auch andere Verkehrseinrichtungen beschädigt.

Ab etwa 01.00 Uhr wurden die Sturmmeldungen weniger und die Einsatzlage beruhigte sich allmählich.

Abschließend ein paar ausgewählte Einzelereignisse:

  • Ein Zug der DB-Regio mit ca. 40 Fahrgästen musste am Bahnhof Neufahrn i. NB witterungsbedingt stehen bleiben. Selbst der Weitertransport der Fahrgäste mit organisierten Ersatzbussen war wegen des Wetters nicht möglich.
  • Ein Feuerwehrmann stürzte beim Anheben einer Plane auf einem Feld neben der B 8 bei Straubing und wurde mit leichten Verletzungen ins Klinikum Straubing eingeliefert.
  • In Straubing musste durch die Feuerwehr ein Blechdach eines Wohn- und Geschäftsgebäudes gesichert werden, nachdem sie Einzelteile gelöst haben und auf die Straße zu fallen drohten.
  • Das Gleis der „Waldbahn“ bei Viechtach war vorübergehend durch einen quer liegenden Baum blockiert.
  • Stromausfall in Windorf, Ortsteil Ratzenleithen, Lkr. Passau

 

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberpfalz und Polizeipräsidium Niederbayern