Oberpfalz: ver.di ruft erneut zu Warnstreiks auf

Auf die Oberpfalz kommen erneut Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu. Uns erreichte eine Pressemitteilung der Gewerkschaft:

„ver.di Oberpfalz ruft die Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes am 8. April 2015 zum Warnstreik auf“ erklärt Alexander Gröbner (Geschäftsführer ver.di Bezirk Oberpfalz). „Nachdem die kommunalen Arbeitgeber (Verband kommunaler Arbeitgeberverbände – VKA) in der letzten Verhandlungsrunde am 23. März 2015 kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt haben, werden wir den Druck auf die Arbeitgeberseite erhöhen!“

Betroffen seien nach ver.di-Angaben in dieser Warnstreikwelle:

  • Alle Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes (u. a. Kindertagesstätten) der Stadt Regensburg
  • Jugendamt der Stadt Amberg
  • MedBo Regensburg (allgemeiner Sozialdienst sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie am Standort Regensburg)

„Wesentliche Einschränkungen sind in Regensburg durch die Schließung des größten Teils der Kindertagesstätten, -krippen usw. zu erwarten. Mit der Stadt vereinbarte Notdiensteinrichtungen können bei der Stadt Regensburg erfragt werden. Bedauerlicherweise zwingen uns die Arbeitgeber dazu, zum Mittel des Warnstreiks zu greifen. Unser Ziel ist es, auf dem Verhandlungswege zu einer schnellen Einigung zu kommen und hoffen auf die Unterstützung der Öffentlichkeit“ betont Kathrin Birner (Gewerkschaftssekretärin Fachbereich Gemeinden)

 

Hintergrund:

Für und mit den Fachkräften in Kindertagesstätten, der offenen Jugendarbeit, der Schulsozialarbeit, in den Sozialen Diensten, Beratungsstellen, Einrichtungen der Kinder- und Jugend-, der Eingliederungs- und der Behindertenhilfe, Seniorenheimen und Krankenhäusern haben am 25. Februar 2015 Tarifverhandlungen mit dem Verband der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) begonnen. ver.di will in diesen Verhandlungen eine adäquate Bezahlung für die anspruchsvollen Tätigkeiten und die gestiegenen Erwartungen durchsetzen.

Gute Gründe: Eltern, Kinder, Jugendliche und die gesamte Gesellschaft profitieren von deren professionellen Arbeit. Das hat die Politik zwar erkannt und setzt sich in der Koalitionsvereinbarung der Großen Koalition für die Aufwertung der Sozialen Berufe ein. Doch den Worten müssten nun Tagen folgen, fordert ver.di. auch um die Attraktivität der Berufe anzuheben. Denn nur so könne dem bereits regional akuten und weiter absehbaren Fachkräftemangel begegnet und der demografischen Entwicklung Rechnung getragen werden.

Aktive Tarifrunde: Die Beschäftigten werden durch bereite Beteiligung und Aktionen die Verhandlungen begleiten. In den nächsten Wochen werde es durch die Tarifrunde möglicherweise zu Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger kommen. Das sei aus Sicht von ver.di bedauerlich, aber ver.di müsse die Arbeitgeberseite zu einer möglichst schnellen Einigung zwingen. Warnstreiks sind hierzu letztlich ein notwendiges und zulässiges Mittel.

 

ver.di bitte die Öffentlichkeit, vor allem die Eltern, um Solidarität. Es gehe schließlich nicht nur um die Beschäftigten, sondern vielmehr um das Wohl der Kinder dieser Gesellschaft und eine vernünftige Bezahlung für die für sie tätigen Fachkräfte – gutes Geld für gute Arbeit.