Oberhinkofen: Begehrlichkeiten um Naturerbe

Seit letztem Jahr war schon klar: Aus dem ehemaligen Truppenübungsplatz der Bundeswehr bei Oberhinkofen wird ein Naturerbe. In den Einkerbungen durch die Panzerfahrten haben sich Tümpel gebildet. Darin leben jetzt seltene Amphibien wie die Gelbbauchunke und der Kammmolch. Seit einem Monat hat das Gelände auch einen neuen Eigentümer: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, kurz DBU. Jetzt zeichnet sich aber Streit zwischen dem Landratsamt und der Umweltschutzbehörde ab.

Landrat gegen Naturschutzbehörden

Herbert Mirbeth, der Landrat des Landkreises Regensburg hat zwar nichts gegen Naturschutz am ehemaligen Truppenübungsplatz. Darüber freut er sich sogar. Der Landrat möchte aber, dass hier ökologische Ausgleichsflächen für Infrastrukturprojekte der umliegenden Gemeinden angerechnet werden. “Wenn in den anliegenden Gemeinden Bauprojekte anstehen, müssen dafür ökologische Ausgleichsflächen geschaffen werden. Die sollten hier angerechnet werden können”, so Mirbeth. Wenn die ökologischen Ausgleichsflächen aber im schon bestehenden Naturschutzgebiet anerkannt werden, heißt das im Endeffekt: Weniger Flächen für Natur und Landwirtschaft. Also weniger unverbaute Gebiete. 

Regierung der Oberpfalz entgegnet

Die Regierung der Oberpfalz, als höhere Naturschutzbehörde weist dann auch Landrat Mirbeths Ansprüche ab. In Einzelfällen, also bei konkreten Bauprojekten der Gemeinden, könnten vielleicht Flächen angerechnet werden. Die müssten aber genau geprüft werden. Und dann müsste die entsprechende geschützte Fläche auch naturschutzrechtlich aufgewertet werden. Im Fall der geplanten Straße R30 würden aber hier keine Ausgleichsflächen anerkannt, wie von Mirbeth gefordert. Im Flächennutzungsplan wäre dafür schon ein anderes Areal als Ausgleich vorgesehen.

Pläne für das Naturerbe

Ob als ökologische Ausgleichsfläche für Bauprojekte oder Naturschutzgebiet als Selbstzweck: Die weiteren Pläne für das Gebiet stehen schon: „Wertvolle Lebensräume sollen erhalten bleiben, die wertvollen Rasenflächen weiter mit Schafen beweidet. Den bisherigen reinen Nadelwald wandeln wir in einen naturnahen Mischwald um“, erklärt Christoph Abs die Pläne der DBU. Besonderen Schutz bekommt auch die charakteristische Tümpellandschaft. Hier hat sich die Gelbbauchunke und die Kreuzkröte angesiedelt. Ab Oktober entwickelt die DBU erst einmal einen Naturentwicklungsplan.  Inwiefern Herbert Mirbeths Wünsche dort berücksichtigt werden, wird sich noch zeigen.

JE