Neustadt an der Donau: IG Metall verurteilt Stellenabbau bei Mahle-Behr

Mahle-Behr will an seinem Standort in Neustadt an der Donau offenbar Stellen streichen. Das geht aus einer Mitteilung der Gewerkschaft IG Metall hervor. So sollen am Standort Neustadt an der Donau 95 Stammarbeitsplätze gestrichen werden und 35 befristete Verträge nicht verlängert werden.

Die Arbeitsplätze sollen im kommenden Jahr wegfallen. Die Gewerkschaft, aber auch der Betriebsrat in Neustadt an der Donau haben sich heute entsetzt über die Nachricht gezeigt und die Pläne kritisiert. In Neustadt an der Donau fertigt Mahle-Behr Klimaanlagen für die Automobilindustrie.

Die Firma Mahle hatte heute bekannt gegeben, dass zwei Standorte in Deutschland geschlossen werden sollen. Für die Standorte in Gaildorf (Baden-Württemberg) und Freiberg (Sachsen) sehe der Konzern keine Perspektive mehr, die Schließung werde unumgänglich. An weiteren Standorten werde es zu Personalanpassungen kommen, von diesen sei unter anderem der Standort Neustadt betroffen.

MF

 

Die Mitteilung der IG Metall

Das Mahle-Management konkretisierte heute die Abbaupläne und gab bekannt, an welchen deutschen Standorten die 2.000 Stellenstreichungen durchgeführt werden sollen.

Neben dem Abbau in der Konzernzentrale in Stuttgart sollen zwei deutsche Werke geschlossen werden. Am Standort in Neustadt a.d.D. sollen 95 Stammarbeitsplätze gestrichen werden. Zusätzlich sollen 35 befristete Arbeitsverträge nicht verlängert werden, insgesamt verlieren also 130 Beschäftigte im Jahr 2021 ihren Arbeitsplatz.

Rico Irmischer, Geschäftsführer der IG Metall Regensburg, sagt dazu: „Es ist unerhört. Ein profitabler, gut aufgestellter Standort wie Neustadt soll zur Verschönerung des Konzernergebnisses jetzt Federn lassen.

Dabei sind die Beschäftigten hier nicht nur hochflexibel, sondern haben in den vergangenen Jahren sogar auf Entgelt verzichtet, um dafür die Zukunft des Betriebes zu sichern. Scheinbar völlig umsonst?! Die Abbaupläne sind ein herber Schlag ins Gesicht der Arbeitnehmer_innen und gefährden deren Zukunft massiv!“

Mahle-Behr fertigt in Neustadt Klimaanlagen für Premiumhersteller der Automobilindustrie, die sich aktuell in einer angespannten Situation befindet. Der Weg durch die Corona-Delle stellt den Mahle-Konzern vor große Herausforderungen, die nur mit den Beschäftigten gemeistert werden können.

Peter Meier, Betriebsratsvorsitzender von Mahle-Behr in Neustadt, kommentiert die Situation: „Die Stellenstreichungen sind nicht hinnehmbar. Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit Jahren mit Hochdruck und haben aus dem Werk in Neustadt ein echtes Prachtstück gemacht. Wir fordern den Vorstand auf, seine Pläne schnellstens zurück zu nehmen und mit uns am Verhandlungstisch nach alternativen Wegen zu suchen.“

Der Arbeitgeber informierte am 24. September 2020 erst die Arbeitnehmervertretung und direkt im Anschluss die Beschäftigten in Neustadt von seinen Plänen. Dort stieß die Nachricht auf Entsetzen. „Die Beschäftigten sind natürlich erstmal geschockt, gleichzeitig aber auch wütend über die Entscheidung des Unternehmens. Das Management kann sich auf starke Proteste einstellen – denn hier in Neustadt wird so eine Nachricht nicht kampflos akzeptiert!“, so Irmischer.

Mitteilung IG Metall

 

Die Pressemitteilung von MAHLE

Im Rahmen seiner strategischen Umstrukturierung hat MAHLE nun die Standorte in Europa definiert, an denen strukturelle Anpassungen erforderlich sind und daher besonderer Handlungsbedarf besteht. Für die beiden deutschen Standorte in Gaildorf (Baden-Württemberg) und Freiberg (Sachsen) sieht der Konzern keine Perspektive für eine wirtschaftliche und nachhaltige Aufstellung im Wettbewerbsumfeld, weshalb eine Schließung unumgänglich wird. Darüber hinaus wird es an weiteren Standorten in Deutschland und Europa zu Personalanpassungen kommen. MAHLE hat heute den Wirtschaftsausschuss des Gesamtbetriebsrates sowie den Europäischen Betriebsrat informiert und geht nun zeitnah in die Gespräche mit den jeweils zuständigen Arbeitnehmervertretern vor Ort, um die Einzelheiten der Maßnahmen zu beraten.

Neben der Konzernzentrale in Stuttgart sind von den geplanten Anpassungen unter anderem die deutschen Produktionsstandorte in Mühlacker/Vaihingen, Neustadt, Rottweil sowie St. Michael in Österreich betroffen. Mit diesen Maßnahmen erweitert MAHLE seine Kostensenkungs- und Restrukturierungsprogramme, die aktuell unter den wirtschaftlichen Belastungen durch die Corona Krise an Dringlichkeit gewonnen haben. Sie zielen darauf ab, MAHLE angesichts einer nachhaltigen Transformation der Branche und einer schwächeren Entwicklung der globalen Märkte in den kommenden Jahren strukturell und technologisch neu aufzustellen und damit die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

Pressemitteilung

 

Foto: Symbolbild