© Symbolbild / Quelle: Pixabay

München: Wackelt die Wiesn wegen Corona?

Wenige Wochen vor Beginn des Wiesn-Aufbaus ist unklar, ob das größte Volksfest der Welt wegen der Corona-Krise überhaupt stattfinden kann. Nach Angaben von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der das Fest eröffnen würde, muss diese Entscheidung «spätestens Ende Mai, Anfang Juni» fallen, also rechtzeitig vor Beginn der Aufbauarbeiten auf der Theresienwiese. Am 16. September ist der Anstich geplant, bis zum 4. Oktober soll das Fest dauern.

Die Wirte nahmen schon Reservierungswünsche aus aller Welt entgegen, die Brauereien wollen in Kürze damit beginnen, das auch im Ausland begehrte Wiesnbier zu brauen.

Münchens Wirtschaftsreferent und Festleiter Clemens Baumgärtner (CSU) sagte: «Derzeit blicken wir gespannt auf das Ende der Osterferien und die dann mögliche Abschätzung, ob es gelungen sein wird, die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Für eine verbindliche Einschätzung ist es daher heute noch zu früh.» Eine Entscheidung werde wesentlich davon abhängen, was medizinische Experten raten und welche gesundheitspolitischen und sicherheitsrechtlichen Vorgaben Bund und Freistaat erlassen.

Eine Absage hätte massive wirtschaftliche Folgen mit Millionen-Einbußen, aber auch ideelle. Die bunten Bilder fröhlich feiernder Menschen in Tracht, das bierselige, aber friedliche Miteinander vieler Nationen, und über allem der im Herbst oft bildbuchblau strahlende Himmel – das prägte stets das Image Münchens und Bayerns.

Sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen alljährlich während der zwei Festwochen auf das 34 Hektar große Festgelände. Bis zu 250 000 können es an sehr gut besuchten Tagen sein – Abstand halten ausgeschlossen. Schon zu normalen Zeiten registrieren Arztpraxen in und um München ab dem mittleren Wiesn-Wochenende mehr Patienten mit Erkältungskrankheiten: die sogenannte Wiesngrippe. In der Enge der Zelte kommt man sich – gewollt oder ungewollt – nahe. Die Erreger haben leichtes Spiel, zumal Alkohol das Immunsystem schwächt.

dpa