Maskenpflicht: Weltärztepräsident Montgomery skeptisch

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery beurteilt eine Maskenpflicht im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus skeptisch. «Ich persönlich halte nicht viel von der Maskenpflicht», sagte Montgomery am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk (Bayern 2, radioWelt am Abend). «Wer das Virus in sich trägt, der sollte eine Maske tragen. Aber das sind ja nicht 83 Millionen, die Herr Söder mit seiner Maskenpflicht beglücken will, sondern das sind im Moment immer noch nur 130 000.»

Die ganz hochwertigen Masken mit komplettem Schutz sollten dem medizinischen Personal vorbehalten sein, sagte Montgomery. «Die allgemeinen Masken für alle gibt es momentan nicht zu kaufen. Und ich halte es für absurd, Menschen Pflichten aufzuerlegen, die sie gar nicht erfüllen können.» Selbstgestrickte oder andere Masken würden «selbst von der Weltgesundheitsorganisation abgelehnt, weil sich in ihnen das Virus konzentrieren kann und man dann beim Berühren sozusagen die Infektion befördert.» Allerdings habe er sich auch selbst «eine Maske genäht und ich trage natürlich eine Maske, wenn ich in die Öffentlichkeit gehe, auch um meiner Solidarität und meiner Höflichkeit gegenüber meinen Mitmenschen Ausdruck zu verleihen. Aber die muss man oft waschen, die muss man pflegen, diese Maske.»

dpa