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Lehrerverbände kritisieren «Offenhalten der Schulen um jeden Preis»

Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände fordert eine Abkehr von der Strategie, Schulen trotz der Pandemie «um jeden Preis» offen halten zu wollen. «Der derzeitig durchgeführte Vollunterricht auf „Biegen und Brechen“ unter den bestehenden Bedingungen und ständig steigenden Infektionszahlen ist nicht die richtige Lösung!», kritisierten der Philologenverband, der Realschullehrerverband, der Verband der Lehrer an beruflichen Schulen sowie die Katholische Erziehergemeinschaft am Freitag gemeinsam mit den entsprechenden Elternverbänden.

In einem Positionspapier forderten sie an erster Stelle «Klarheit und einheitliche Vorgehensweisen» für Schulen, Lehrer und Eltern, die sich in der Pandemie in vergleichbaren Situationen befinden. Gleiches gelte für die Lagen, in denen Infektionsgrenzwerte überschritten würden. Zudem könne Präsenzunterricht nur mit maximalem Gesundheitsschutz für alle Beteiligten einhergehen. Darüber hinaus dürften den Jugendlichen durch die Pandemie keine Nachteile entstehen: «Unterrichtsinhalte, Anzahl der Leistungsnachweise und Inhalte der jeweiligen Abschlussprüfungen müssen im Sinne einer Schwerpunktsetzung der Situation angepasst werden.»

Die Staatsregierung hält Präsenzunterricht in den Schulgebäuden unabhängig von den Infiziertenzahlen in der jeweiligen Region für eines der wichtigsten Ziele während der Corona-Pandemie. Einen Wechsel in den Distanzunterricht soll es nur noch bei einem schweren Infektionsgeschehen in der jeweiligen Schule geben. Schon am Donnerstag hatten die großen Elternverbände harsche Kritik an der Schulpolitik von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) geübt.

dpa