Lebensgefahr: Eisflächen nicht betreten!

Der Winter hat in weiten Teilen Deutschlands Einzug gehalten. Die aktuelle Wetterlage täuscht aber, denn die Eisflächen sind noch zu dünn. Beim Betreten von Seen oder Flüssen herrscht deshalb Lebensgefahr! Das Wasserwirtschaftsamt Regensburg warnt davor, die Seen im Landkreis Cham zu betreten. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät deshalb allen Wintersportlern, mit dem Schlittschuhlaufen oder dem Spaziergang auf dem Eis noch zu warten und sich bei dem zuständigen Amt über den Zustand des Eises zu erkundigen. Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorenen Seen lauern, informieren.

 

Eisschicht im Landkreis Cham noch zu dünn

Durch die bereits seit Tagen anhaltenden kalten Temperaturen ist auf den Talsperren Perlsee, Silbersee und Drachensee eine dünne Eisschicht entstanden. Das Wasserwirtschaftsamt Regensburg, zuständig für den Betrieb der staatlichen Hochwasserspeicher warnt vor dem Betreten der Eisflächen. Das Betreten von stauregelten Wasserflächen ist absolut lebensgefährlich.

Aufgrund der Stauregelung haben sich unterschiedliche Eisdicken entwickelt, diese Gefahrenstellen sind nicht erkennbar. Es können auch Hohlstellen unter dem Eis entstehen, die nicht zu erkennen sind.

 

DLRG gibt Tipps

„Das Eis braucht Zeit, um tragfähig zu sein. Bei stehenden Gewässern sollte es mindestens 15 Zentimeter, bei Bächen und Flüssen sogar 20 Zentimeter dick sein“, rät DLRG Pressesprecher Achim Wiese.

Eisflächen sollten deshalb nicht gleich an den ersten frostigen Tagen betreten werden. Es besteht Lebensgefahr!

Die Rettungsschwimmer der DLRG leisten jährlich rund 150.000 Stunden Rettungsdienst im Winter und kennen die Tücken der eisigen Idylle. Grundsätzlich sollten sich Wintersportler nur an bewachten Gewässern und nie alleine auf das Eis wagen sowie auf Warnungen in lokalen und regionalen Medien achten.

Das Eis sendet Signale aus, auf die jeder achten sollte. Dunkle Stellen verraten: Es ist noch viel zu dünn. Hier ist die Gefahr einzubrechen besonders groß. Wenn das Eis knistert und knackt, sollte man sich flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen, und sich dann in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen. Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Auch Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, sind gefährlich. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein, als auf dem Rest des Sees.

Wer sich auf das Eis wagt, sollte sich zur eigenen Sicherheit vorher nach geeigneten Rettungsmitteln umsehen. „Auch ein umgedrehter Schlitten, eine Leiter oder ein Seil sind bei einem Eiseinbruch geeignete Hilfsmittel“, so der praktische Rat von Wiese. Denn: Im Notfall zählt jede Sekunde, der Verunglückte droht schnell zu unterkühlen. Zunächst sollten Helfer jedoch unbedingt den Notruf (112) absetzen und möglichst weitere Helfer mobilisieren.

Nach der Rettung aus dem Eis sollte der Patient in einem beheizten Raum langsam aufgewärmt werden und sich grundsätzlich in ärztliche Behandlung begeben.

Die wichtigsten Regeln für das Verhalten auf dem Eis hat die DLRG auf ihrer Website zusammengestellt: https://dlrg.de/eisregeln

 

Kreis-Wasserwacht Schwandorf warnt

Minus acht Grad am Morgen, zugefrorene Seen, drumherum Schnee: Eine Winteridylle auf den ersten Blick. Aber leider nicht auf den zweiten, denn die Eisflächen sind aktuell sehr trügerisch. Die Temperaturen der letzten Tage um den Gefrierpunkt haben leider nicht dazu geführt, dass sich auf den Seen ausreichend dicke Eisflächen bilden konnten. Die leichte Schneeauflage auf den Eisschichten hat dazu wie eine Isolierschicht gewirkt, so dass die deutlichen Minusgrade der letzten Nächte nur teilweise auch im Eis angekommen sind.

© Wasserwacht Schwandorf / Wolfgang Dantl

Strömungen und Quellen sorgen zudem von unten für unsichtbare Stellen brüchigen Eises. Was also von oben stabil und einladend erscheint, kann von unten unsichtbare und lebensgefährliche Gefahren bergen. Deshalb raten wir aktuell dringend vom Betreten der Eisflächen ab. Lediglich bei überfluteten Wiesen wie z.B. beim Eislaufplatz in Burglengenfeld, wo das Wasser nur wenige Zentimeter tief ist sehen wir die Einbruchgefahr nicht ganz so dramatisch, weil man sich dort maximal nasse Füße holen kann. Eine absolute „No-Go-Area“ sind zugefrorene Flüsse! Wer hier einbricht wird von der Strömung sofort unters Eis gezogen. Wer -wie ich- mal am eigenen Leib gespürt hat, welche Kräfte da plötzlich wirken, der weiß, wie irrsinnig das Herumlaufen auf zugefrorenen Flüssen ist. Ich war bei einer Übung vor einigen Jahren heilfroh, dass ich mit zwei Leinen gesichert war. Alleine hätte ich es vermutlich nicht mehr geschafft, obwohl ich Neoprenanzug und Schutzausrüstung getragen habe! Deshalb unsere Bitte an alle: Wartet noch ein paar Tage strengen Frost ab, bevor ihr euch aufs Eis wagt!

 

Wasserwirtschaftsamt Regensburg/Wasserwacht Schwandorf/dpa/MB