© Alexander Auer

Regensburg: Bauarbeiter verbringen Nacht auf Kränen – Streik beendet

Drei streikende Bauarbeiter haben in Regensburg die Nacht auf Kränen verbracht. Am Donnerstag haben sie und ihre rund 20 Kollegen erneut auf der Baustelle gegen die ausbleibende Bezahlung protestieren. «Sie wollen den Streik erst beenden, wenn sie Geld bekommen», sagte eine Polizeisprecherin. Die Männer sagen nach Angaben der Polizei, dass sie seit zwei Monaten keinen Lohn mehr erhalten haben. Im Laufe des Donnerstags haben sich die Arbeiter mit ihrem Arbeitgeber geeinigt. 

 
Der Streik von italienischen Bauarbeitern auf einem Kran in Regensburg ist friedlich zu Ende gegangen. Nachdem ihr Arbeitgeber ihre Lohnforderungen teilweise beglichen habe, hätten sie am Donnerstag ihre Protestaktion auf dem Baukran beendet, sagte eine Polizeisprecherin. Die etwa 25 Arbeiter hatten nach eigenen Angaben von ihrer italienischen Firma seit zwei Monaten keinen Lohn mehr bekommen. Drei von ihnen besetzten daher zwei Kräne. «Kurz nach 13 Uhr sind sie dann von dort heruntergekommen», so die Sprecherin. Inzwischen hätten sie alle die Baustelle verlassen. Morgen sollen die Arbeiter nach Italien zurückkehren. Das Arbeitsverhältnis sei einvernehmlich beendet worden.
 
«Das Problem war, dass ihnen das Bargeld ausgegangen war», sagte die Polizeisprecherin. «Sie hätten nicht einmal genug gehabt, um nach Italien zu fahren.» Während des rund 24-stündigen Streiks sei alles friedlich geblieben. Wegen des Streiks war am Mittwoch ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst angerückt. Ein Dolmetscher hatte dann in der Nacht auf Donnerstag versucht, zwischen der italienischen Baufirma und den Bauarbeitern zu vermitteln.

dpa

Regensburg: Streikende Bauarbeiter besetzen Kräne

 

Gestern haben wir in Regensburg über streikende Bauarbeiter berichtet. Unser Bericht hat dabei für eine Firma aus der Region zu Missverständnissen geführt.

Der in der ursprünglichen Version des Berichts gezeigte Bagger der Firma Schreiner hatte mit der Aktion der Bauarbeiter nichts zu tun. Natürlich sind die streikenden Arbeiter auch nicht bei der Firma Schreiner angestellt, sondern wie in unserem Bericht erwähnt von einer Firma aus Italien.

Streikende Bauarbeiter: Missverständnisse wegen Bagger

 

Fotos vom Einsatzort

 

Der Polizeibericht

Am Mittwoch, 05.08.2020 legten Arbeiter ab 13.20 Uhr eine Baustelle lahm und besetzten aus Protest zwei Baukräne.

Zunächst blockierten ca. 25 Bauarbeiter mit einem Bagger die Straße und Zufahrt zu einer Großbaustelle in der Dr.-Gessler-Straße. Als Grund für ihre Protestaktion gaben die aus Italien stammenden Bauarbeiter an, dass sie seit zwei Monaten keine Lohnzahlungen erhalten hätten. Um ihren Forderungen noch mehr Nachdruck zu verleihen, bestiegen drei von ihnen zwei Baukräne auf der Baustelle und besetzten die Führerhäuser. Um auf sich aufmerksam zu machen und sich Gehör zu verschaffen, schlugen sie mit Eisenstangen auf die Verstrebungen der Kräne. Für eine eventuelle Sicherung der Personen auf den Baukränen hielten sich Höhenretter der Berufsfeuerwehr vor Ort in Bereitschaft, mussten aber nicht eingreifen.

Um sich mit den Streikenden verständigen und die Hintergründe aufklären zu können, wurde vom polizeilichen Einsatzleiter ein Dolmetscher hinzugezogen. Dieser versuchte zwischen den Protestierenden und ihrem eigentlichen Arbeitgeber in Italien zu vermitteln. Schließlich wurde eine mögliche Einigung für den Folgetag in Aussicht gestellt. Daraufhin kündigten die Streikenden an, die Nacht auf einer Grünfläche verbringen zu wollen. Da sich diese Personengruppe ruhig verhielt und für die drei Protestierenden auf den Kränen keine akute Gefahr bestand, wurde der Einsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst um 17.45 Uhr beendet.