Judo: TSV Abensberg stellt sich neu auf – Personelle Veränderungen

Judo Chef Martin Oberndorfer zieht eine 6 Monatsbilanz und dabei die Reißleine: Verantwortungen werden verändert / Vorstand mit neuen Leuten verstärkt.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Der neue Judoabteilungsleiter Martin Oberndorfer zieht nach einem halben Jahr in der Verantwortung als Judoabteilungsleiter des TSV Abensberg Bilanz. Im Ergebnis bedeuten das personelle Veränderungen und einige Wechsel bei den Verantwortungen des deutschen Rekordmeisters.

Mit deutlichen Worten beschrieb Martin Oberndorfer die Situation für die so renommierte Abteilung Judo des TSV Abensberg.

Oberndorfer: „Der Speckgürtel, den die Judoabteilung nach dem Ausscheiden von Otto Kneitinger und seinem Team 2017 übernommen hat ist in vielen Bereichen aufgebraucht. Es wurde für einige Mitarbeiter Zeit zu erkennen, dass es nicht reicht im Ruhm der Vergangenheit zu glänzen, aber gleichzeitig nicht bereit zu sein das dafür notwendige Engagement mitzubringen. Natürlich geschieht alles im Ehrenamt, das war es aber auch in den Jahrzehnten davor. Nur wenn ein Rad ins andere greift, ist der Standard des Abensberger Vorzeigevereins zu halten. Wir sind niemandem böse, der erkennt, dass das notwendige Engagement für ihn zeitlich nicht leistbar ist. In diesem Fall aber sollte es kein Problem sein die Position an arbeitswillige Kollegen weiterzugeben.“

Mit diesem kurzen, aber prägnanten Umriss begründete der neue Abteilungsleiter die aktuellen Schritte. Martin Oberndorfer hat Erwin Obermeier in diesem Amt abgelöst.

Es folgte unmittelbar danach auch die Trennung von „Cheftrainer“ Öchsner, der 3 Jahre in Abensberg die Verantwortung innehatte. Für diese Position gelang es, den langjährigen Abensberger Cheftrainer Radu Ivan, der zwischenzeitlich beim Bayerischen Judoverband als Landestrainer arbeitete zurück zu holen, sowie Ex-Trainer Peter Dremow als „Teilzeittrainer“ wieder auf die Abensberger Matte zu bringen, was Begeisterung bei den ca. 300 Nachwuchssportlern hervorrief. Peter Dremow hat jetzt die Verantwortung für die Jahrgänge U15 und U18, während Ivan Radu die Kleinsten bis zur U15 wieder zu gewohnter Klasse ausbildet.

Als nächsten Schritt und das ist ebenfalls ganz aktuell, übernimmt Martin Oberndorfer selbst das Amt des Bundesligamanagers von Fabian Seidlmeier, der ausschließlich in München lebt und arbeitet. Radu Ivan wird den sportlichen Teil der Bundesligamannschaft von Öchsner übernehmen.

Oberndorfer: „Es ist nicht gut, wenn der Verantwortliche des medienträchtigsten Teils der Abteilung nicht vor Ort ist, weder beim täglichen Ablauf präsent sein kann, noch an Sitzungen der Abteilung teilnimmt, weil es beruflich für Ihn nicht vereinbar ist. Seidlmeier arbeitet in der Gastronomie, was vor allem auch an den Wochenenden zu Überschneidungen führte. Er tut weder sich noch dem Verein einen Gefallen in dieser Konstellation die Verantwortung für die Bundesliga zu haben“ argumentierte Oberndorfer diesen Schritt.

Um die Judoqualität vor allem im Nachwuchsbereich wieder auf „Abensberger Niveau“ zu bringen, gelang es der Abteilung den erfolgreichen Nachwuchstrainer und wissenschaftlich ausgebildeten Judotrainer Peter Dremow zu überzeugen, das Amt des Sportlichen Leiters in der Abteilungsführung zu übernehmen. Seine Aufgabe ist es die sportfachlichen Inhalte vorzugeben mit denen der Abensberger Nachwuchs ausgebildet werden soll.

Oberndorfer: „Wir haben ein 3 Jahresloch in der Qualität unseres Nachwuchses zu bekämpfen. Ohne die Aussicht auch in Zukunft Abensberger Sportler in die Bundesliga zu integrieren macht ein Engagement in der obersten Deutschen Liga für mich keinen Sinn. Der Zugang der 7 Sportler aus München, nach dem Rückzug des TSV Großhadern aus der Bundesliga, wird uns helfen die entstandene Qualitätslücke zu überbrücken. Es war ein Geschenk des Himmels für Abensberg, Großhadern und vor allem für den Judosport in Bayern, dass man aus der finanziellen Not des TSV Großhadern, zusammen mit dem TSV Abensberg eine gemeinsame Lösung für die Bundesliga erarbeitet hat. Nichts desto trotz liegt der Sinn unserer Arbeit vor Ort, sowie das Engagement der „heimischen Unterstützer“ vor allem darin, einheimische Sportler an die Spitze zu bringen, so Martin Oberndorfer. Sportler aus den eigenen Reihen, mit der Klasse von Sebi Seidl, Scheibel, Völk, Graf, Zeitler, Kremer, Kneitinger, Gerzer, Jurack, Liebl um nur ein paar aus der „Jetztzeit“ zu nennen, bis hin zu Denkmälern wie Helmut und Horst Dietz, die Arendt und Keil Brüder, Franz Brummer usw., sollen auch in Zukunft so selbstverständlich heranwachsen können, wie in der Vergangenheit. Sie alleine sind das Bindeglied zur heimischen Bevölkerung, zu den Sponsoren und zu den begeisterten Judo Fans, die ein wichtiger Teil der Abensberger Judokultur sind“, so Oberndorfer.

Um im Bereich der Abteilungsorganisation das notwendige Pensum leisten zu können, konnte der Vorstand zwei wichtige
Stellen mit Personen ergänzen bzw. ersetzen, die das notwendige Know How, die Leidenschaft für den Verein und die
Bereitschaft, Zeit zu opfern mitbringen.

Norbert Berr, Abensberger Judoka seit Kindheit, örtlicher Busunternehmer, Sponsor und Begleiter bei allen Erfolgen der letzten 35 Jahre, wird als stellvertretender Abteilungsleiter versuchen die „Abensberger Judo DNA“ aufrecht zu erhalten. Zusätzlich zu seiner Mitarbeit im Vorstand wird er als „Sachsponsoring“ auch die Geschäftsstelle/Judo-Büro in seiner Firma ausführen.

Berr: „Ich habe die letzten 35 Jahre, wenn auch nur im Hintergrund die Arbeit von Otto Kneitinger unterstützt und begleitet. Ich war dabei wie er nach Siegen und nach Niederlagen, mit viel Geschick und Fleiß, mit Einfühlungsvermögen sowie Zuckerbrot und Peitsche jeder Situation gerecht geworden ist, wie er die vielen Helfer in der Abteilung motivierte und bei der Stange hielt. Mir ist es wichtig dass alles das, was mit so viel Herzblut und Engagement von so vielen Abensberger Judoka, begonnen von Kurt Hinz bis heute aufgebaut wurde, erhalten bleibt. Als ich sah wie nach dem Ausscheiden von unserem „Mister Judo“ Teile der neu Verantwortlichen gewerkelt haben, während andere sich nur als Trittbrettfahrer im Glanz der Vergangenheit sonnten, war mir klar dem Verein zu helfen wenn es notwendig wird“ so der designierte „Vize und Geschäftsstellenboss, auf die Frage nach dem Grund seines Engagements. Martin Oberndorfer, denn man durchaus als Ziehsohn und engen Freund von Otto Kneitinger bezeichnen kann, spricht die gleiche Sprache wie er, hat alles von der Pike auf mitgemacht. Er war deshalb genau der Richtige, mich für diesen Schritt zu motivieren. Dass Otto Kneitinger uns diese Woche zugesagt hat, im Falle einer Notwendigkeit, als Ehrenabteilungsleiter wieder mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, hat meine Entscheidung mitzumachen auch noch beflügelt. Wir sollten die Weisheit, die er uns all die Jahre gepredigt hat: „Wenn etwas Großes entstanden ist, dann hat jemand mehr gearbeitet als alle anderen“ annehmen, sowie sein Dogma: „fleißige Arbeit im Team, ist die einzige Grundlage des Abensberger Erfolgs“ beherzigen.

Burkhard Schmidt, Rechtsanwalt, Judoka und Vater von „Judokindern“, wird als stellvertretender Jugendleiter neu im Vorstand mitwirken um das Herzstück der Judoabteilung, die Jugendarbeit zu stabilisieren und hoch zu halten.

Schmidt: Ich bin erst spät zum Judo gekommen und zwar über meine Kinder. Weil mir der Sport gefallen hat, habe ich nachgefragt, ob es auch eine Gruppe für Erwachsene bzw. Späteinsteiger gibt. Da auch andere Eltern Interesse hatten, wurde eine Breitensportgruppe ins Leben gerufen. Der nächste Schritt war eine Anfrage ans mich, ob ich mich in der Abteilungsleitung engagieren würde. So habe ich den Job als stellvertretender Jugendleiter übernommen und langsam Einblicke in die Vereinsinternas bekommen. Die Judoabteilung ist mit ihren Erfolgen ein Aushängeschild für Abensberg. Mein Wunsch und Ziel ist es, durch gute Jugendarbeit neben den Einzel-Erfolgen der Sportlerinnen und Sportler auch einen Unterbau für eine erfolgreiche Bundesliga-Mannschaft zu schaffen. Die berühmten Eigengewächse tragen maßgeblich zum“ Wir-Gefühl“, zum „Teamgeist“ bei. Die Erfolge der letzten Wochen und Monate zeigen, dass unsere Jugend auch dem richtigen Weg ist.

Peter Dremow: In einer Zeit, in der die Sportvereine mit immer komplexeren Herausforderungen umzugehen haben, ist es notwendig Ziele zu benennen und Wege zu suchen, um den Ansprüchen sowie den Traditionen eines Vereins, wie dem TSV Abensberg, gerecht zu werden. Über viele Jahre hinweg ist es den Verantwortlichen der Judoabteilung gelungen, den eigenen Nachwuchs in der deutschen Spitze zu positionieren, und in die Mannschaft der 1. Bundesliga zu integrieren. Auch ich habe als Trainer vor einigen Jahren meinen Teil dazu beigetragen, dass viele der TSV Athleten den Sprung in die Deutsche Spitze geschafft haben, wichtige Säulen der ersten Mannschaft werden konnten, und Olympialuft schnuppern durften. Nachdem ich mich für einige Jahre ausschließlich anderen beruflichen Aufgaben gewidmet hatte, habe ich mich im Frühjahr 2017 dazu entschlossen, den TSV Abensberg erneut als Trainer im Nachwuchsbereich zu unterstützen. Die Akzente, die ich seit dieser Zeit setzen konnte, weisen, denke ich, in die richtige Richtung. Deshalb bat mich Abteilungsleiter Martin Oberndorfer vor einigen Monaten darum, als sportlicher Leiter den künftigen Weg des TSV Abensberg zu planen und mitzugestalten. Der Schwerpunkt liegt dabei in erster Linie auf der Entwicklung und Stabilisierung des sportlichen Profils im Kinder- und Jugendbereich. Ziel soll es sein, in ein paar Jahren erneut starke Athleten hervorzubringen, die den TSV Abensberg sowohl bei nationalen und internationalen Großereignissen repräsentieren, als auch die wesentliche Säule der ersten Mannschaft sein sollen.