Jobcenter Regensburg Stadt blickt auf erfolgreiche 15 Jahre zurück

Oberstes Ziel des Jobcenters Stadt Regensburg ist es, Menschen in Arbeit und Ausbildung zu bringen und dadurch die Hilfebedürftigkeit zu beenden. In den letzten 15 Jahren fanden mit Unterstützung des Jobcenters Stadt Regensburg rund 29.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Waren im Jahre 2011 noch durchschnittlich 4.064 Menschen im Langzeitleistungsbezug, so waren es im Jahr 2019 nur noch 3.098. Das entspricht einem Rückgang um fast 24 Prozent. 

Damit einher gingen massive Einsparungen bei den Leistungen zum Lebensunterhalt (Arbeitslosengeld II und Sozialgeld). Betrugen die Ausgaben hierfür im Jahr 2006 24,8 Mio. Euro, so lagen sie im Jahr 2019 bei 17,4 Mio. Euro. Es konnten rund 30 Prozent eingespart werden, ohne dass die Leistungen für die Menschen in der Region gekürzt wurden. 

„Auch in der Pandemie hat unser Jobcenter zu jeder Zeit voll funktioniert – dafür danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Kundinnen und Kunden für ihr Verständnis.“ Dr. Astrid Freudenstein, CSU, 2. Bürgermeisterin der Stadt Regensburg

Jobcenter leidet unter Auswirkungen der Pandemie

Der plötzliche und gravierende Einbruch der Wirtschaft setzte den Arbeitsmarkt massiv unter Druck und führte zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. In Anbetracht der massiven Verschlechterung blieben die Auswirkungen dank einer schnellen Reaktion des JC für die Kundinnen und Kunden noch vergleichsweise begrenzt.

Der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und Kunden hat für das Jobcenter Stadt Regensburg oberste Priorität.

„Unser Jobcenter hat sehr schnell auf die Pandemie reagiert und zum Schutz der Kundinnen und Kunden und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein ausgezeichnetes Hygienekonzept umgesetzt.“ Dr. Astrid Freudenstein, CSU, 2. Bürgermeisterin der Stadt Regensburg

Trotz der Einschränkungen im Kundenkontakt und des deutlichen Anstiegs der Antragszahlen konnten die existenzsichernden Leistungen zeitnah ausgezahlt werden und das Jobcenter war auch während des Lock-Downs gut für die Kundinnen und Kunden erreichbar. 

Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften 

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften hatte im November 2019 mit 3.779 den niedrigsten Stand seit Bestehen des Jobcenters bzw. der Arbeitsgemeinschaft erreicht. In Bezug zum Höchststand an Bedarfsgemeinschaften im April 2006 entsprach dies einem Rückgang um fast 40 Prozent.  Seit Dezember 2019 ist ein leichter, seit April 2020 aufgrund der Corona-Krise ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen. Aktuell (Stand November 2020) sind 3.959 Bedarfsgemeinschaften registriert.

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Quelle: Kreisreporte

Entwicklung der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 

Erwerbsfähig ist, wer nicht wegen Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein (§ 8 SGB II). Erwerbsfähige Hilfebedürftige, die das 15. Lebensjahr vollendet und die Rentenaltersgrenze noch nicht erreicht haben, erhalten Arbeitslosengeld 2. Der Bestand an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten entwickelte sich parallel zu den Bedarfsgemeinschaften. 

Auch hier hatte die Zahl im November 2019 mit 4.619 den niedrigsten Stand seit Bestehen des Jobcenters bzw. der Arbeitsgemeinschaft erreicht. In Bezug zum Höchststand im April 2006 entsprach dies einem Rückgang um über 40 Prozent. Seit Dezember 2019 ist ein leichter, seit April 2020 aufgrund der Corona-Krise ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen. Aktuell (Stand November 2020) sind 4.871 erwerbsfähige Leistungsberechtigte registriert.

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Quelle: Kreisreporte                                                                                                      

Nichterwerbsfähige Leistungsberechtigte

Nichterwerbsfähige Leistungsberechtigte, die mit erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in einer Bedarfsgemeinschaft leben (z.B. Kinder unter 15 Jahre) erhalten Sozialgeld.

Bei den nichterwerbsfähigen Leistungsberechtigten (Sozialgeldempfänger) fiel der Anstieg ab April 2020 moderater aus.

Auch hier hatte die Zahl im November 2019 mit 1.615 den niedrigsten Stand seit Bestehen des Jobcenters bzw. der Arbeitsgemeinschaft erreicht. In Bezug zum Höchststand im April 2007 entsprach dies einem Rückgang um ca. 38 Prozent. Aktuell (Stand November 2020) sind 1.584 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte registriert.

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Quelle: Kreisreporte

Entwicklung der Neuanträge

Deutlich zeigten sich die Auswirkungen der Corona-Krise in der Neuantragsaufnahme. Die Anzahl der Neuanträge war in den Jahren 2005 bis 2019 fast kontinuierlich rückläufig.

Mit durchschnittlich 131 Neuanträgen pro Monat im Jahr 2019 konnte ein Rückgang von etwa 69 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 (durchschnittlich 429 Neuanträge pro Monat) verzeichnet werden.
Ab Februar 2020 war hier ein sprunghafter Anstieg auf bis zu 490 Neuanträge im April 2020 zu verzeichnen. Trotz des anschließenden Rückgangs der Fallzahlen liegt die Anzahl der Neuanträge pro Monat mit aktuell 230 (Stand November) noch deutlich über dem der Vorjahre.

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Quelle: eigene Aufzeichnungen des Jobcenters

Entwicklung der selbständigen Leistungsbezieher 

Am gravierendsten betroffen von der Corona-Krise war und ist die Gruppe der Selbständigen. 

Nachdem die Anzahl selbständiger Leistungsbezieher seit 5 Jahren annähernd unverändert bei ca. 110 lag, stieg sie ab April 2020 rapide an, erreichte im September 2020 mit 260 das vorläufige Maximum und liegt aktuell (November 2020) bei 201.

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Quelle: eigene Aufzeichnungen des Jobcenters

Entwicklung der SGB II Arbeitslosenzahlen

Im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Stadt Regensburg lag die SGB II Arbeitslosenquote im Dezember 2005 bei 5,6 Prozent und reduzierte sich bis Dezember 2019 auf 1,5 Prozent. In den letzten Monaten stieg die SGB II – Arbeitslosenquote auf bis zu 1,9 Prozent im September 2020. Aktuell (Stand November 2020) liegt die SGB II – Arbeitslosenquote bei 1,7 Prozent.

        Der Jugendbereich steht im Jobcenter von Beginn an bis heute besonders im Fokus. Auch hier konnte die SGB II Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent im Dezember 2005 auf 1,1 Prozent im Dezember 2019 stark reduziert werden. Aber auch in diesem Bereich wurde 2020 ein Anstieg verzeichnet. Aktuell (November 2020) sind im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Stadt Regensburg 127 Jugendliche arbeitslos, was einer Arbeitslosenquote von 1,2 Prozent entspricht.  Mit einer intensiven Betreuung wird versucht diese Jugendliche an den Arbeitsmarkt heranzuführen und zu integrieren.

Langzeitleistungsbezieher

Ein weiteres wichtiges geschäftspolitisches Ziel war und ist die Reduzierung der Langzeitleistungsbezieher. Von Langzeitleistungsbezug wird gesprochen, wenn erwerbsfähige Leistungsberechtigte in den vergangenen 24 Monaten mindestens 21 Monate hilfebedürftig waren.

Seit Beginn der Erfassung im Jahr 2011 befanden sich 4.064 Langzeitleistungsbezieher jahresdurchschnittlich im Bestand. Aktuell (Oktober 2020) sind 2.982 Langzeitleistungsbezieher zu verzeichnen. Dies entspricht einer Reduzierung um ca. 27 Prozent. 

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Quelle: Controllingberichte

Ausblick

Dem Jobcenter Stadt Regensburg sind bisher 15 erfolgreiche Jahre gelungen. Dies wurde durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den guten Arbeitsmarkt in Regensburg begünstigt.

„Immer mehr Menschen finden durch die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters den Weg aus der Arbeitslosigkeit zurück in den Arbeitsmarkt. Durch die Arbeitsmarktreform vor 15 Jahren funktioniert die Vermittlung von Arbeitslosen in offene Jobs deutlich besser als früher.“Johann Beck, Vorsitzender der Agentur für Arbeit

Durch Covid 19 steht das Jobcenter Stadt Regensburg vor neuen Herausforderungen:  Oberste Priorität hat die Gewährleistung der Leistungsauszahlung.

Die Integrationsarbeit wurde/wird umorganisiert und an dem Bedarf der verschiedenen Kundengruppen mit Spezialteams (wie z.B. Erstberatungsteam, Selbständigen-Team, Erziehenden-Team, Fallmanager-Team, Arbeitsvermittlungsservice …) weiterentwickelt.

Der hohe Fachkräftebedarf ist weiterhin ein Schwerpunkt des Jobcenters. Qualifizierung, Ausbildung, Umschulung ist der erfolgversprechende Weg zu einer dauerhaften Integration. Dazu hat das Jobcenter Stadt Regensburg neben dem arbeitgebernahen Arbeitsvermittlungsservice die Qualifizierungsberatung um eine weitere Stelle ausgebaut.  

Ebenso werden die Jugendlichen und jungen Erwachsenen weiterhin durch ein spezialisiertes Integrationsteam intensiv gefördert, gefordert und begleitet. Hier ist die enge Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe der Stadt Regensburg und der Berufsberatung der Agentur für Arbeit ein elementarer Bestandteil des Integrationsauftrages. Die drei Rechtskreise des zweiten, dritten und achten Sozialgesetzbuchs arbeiten vertrauensvoll und koordiniert in der Jugendberufsagentur vor Ort zusammen. 

Mit vereinten Kräften wird daran gearbeitet, die persönlichen Beratungen und Kundenkontakte bedarfsorientiert zu erhöhen, die Öffnung des Jobcenters wieder zu ermöglichen und die Leistungsgewährung zeitnah zu gewährleisten. Ebenso werden die Onlineangebote und die Onlinebearbeitung der Kundenanliegen kontinuierlich weiter ausgebaut (siehe jobcenter.digital), um nicht notwendige Vorsprachen und Klärungen vor Ort zu reduzieren.

„Wir befinden uns im zweiten Lockdown, dies ist für uns alle keine einfache Zeit. Umso wichtiger ist es, dass das Jobcenter jetzt für Notfälle sowie für eine zeitnahe Antragsbearbeitung ohne Unterbrechung für die Menschen da ist. Damit erfüllt das Jobcenter seinen sozialen Auftrag. Mein herzlicher Dank gilt daher ganz besonders den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Gertrud Maltz-Schwarzfischer, SPD, Oberbürgermeisterin der Stadt Regensburg

Fazit: Das gemeinsame Ziel ist, wieder auf die erfolgreiche Ausgangslage und die Handlungsmöglichkeiten von Ende 2019 zu gelangen.