In Bayern sind immer mehr Pendler unterwegs

Hier wohnen, dort arbeiten: Immer mehr Menschen im Freistaat pendeln zu ihrem Arbeitsplatz. Dadurch steigen die Mietpreise auch rund um die Ballungszentren.

Immer mehr Menschen in Bayern pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Bundesagentur für Arbeit pendelten im vergangenen Jahr etwa 337 000 Menschen nach München – fast 20 000 mehr als zwei Jahre zuvor. In Nürnberg stieg die Zahl der Pendler um 4000 auf 144 000. Auch nach Augsburg, Regensburg und Erlangen fuhren mehr Arbeitnehmer. Insgesamt waren 2012 waren gut zwei Millionen Pendler im Freistaat unterwegs. Vergleichszahlen gab es dazu nicht.

Entscheidend für das Pendeln sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt, erklärte Anette Haas vom IAB. So fänden gut qualifizierte Paare oft nur an unterschiedlichen Orten einen passenden Job, wollten aber trotzdem zusammen wohnen. «Durch die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen gibt es auch mehr Pendler», sagte Haas.

Geringer Qualifizierte nähmen dagegen weite Wege in Kauf, um überhaupt einen Job zu finden. Pendeln sei aber auch eine Frage des Alters: «Ab etwa 35 nimmt die soziale Vernetzung, beispielsweise durch Kinder, zu und der Umzugswille deutlich ab», erklärte sie.

Die Nachfrage nach Wohnungen in der Nähe von S-Bahnhöfen sei rund um München sehr groß, sagte der Sprecher des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) Süd, Stephan Kippes. Das treibt die Preise hoch: «Je weiter die Leute bereit sind zu pendeln, desto weiter tragen sich die hohen Preise nach draußen.» In Augsburg zum Beispiel stiegen die Mieten in den vergangenen zehn Jahren um rund 25 Prozent.

Laut Bayerischer Eisenbahngesellschaft bringt die S-Bahn München an einem durchschnittlichen Werktag zwischen 20 000 und 40 000 Fahrgäste pro Strecke nach München. Insgesamt seien pro Werktag etwa 800 000 Menschen mit der S-Bahn unterwegs – ein Viertel mehr als 1996. Auch die Regionalbahnen werden vermehrt genutzt: Für die Strecke von Augsburg nach München beispielsweise stieg die Nachfrage von 2003 bis 2012 um 65 Prozent. Wie viele Pendler genau unter den Fahrgästen sind, kann die Eisenbahngesellschaft nicht sagen.

Dass das Auswirkungen auf die Mieten im Umland hat, bestätigt Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des Landesverbands des Deutschen Mieterbundes. «In Augsburg haben die Beratungen zu Mieterhöhungen die Beratung über Betriebskosten von Platz eins verdrängt», sagte sie. Der Mietmarkt in München sei kein reines Münchner Problem, sondern ziehe seine Kreise auch bis ins Umland.

 dpa