Grillen: Was muss ich beachten?

Es wird wärmer in Ostbayern - da haben viele Haushalte bereits den Grill ausgepackt und im Garten oder im Park leckere Würstl  (oder auch ganz vegane Speisen)  zubereitet. Aber Grillen kann nicht nur ein großer Spaß sein. Es kann auch richtig teuer werden, oder sogar gefährlich für die eigene Gesundheit.

Zumindest wenn man sich nicht an ein paar Spielregeln hält. Stichflammen, Funkenflug und weitere Gefahren können lauern - doch die Feuerwehr zeigt, wie man sie zumindest minimieren kann:

Video: Grillen? Aber sicher! Feuerwehr gibt Tipps

Die rechtliche Seite:

Auf privatem Grund ist die grillrechtliche Situation recht einfach geregelt: Sobald sich der Nachbar beschwert, muss man darauf Rücksicht nehmen. Ganz anders - und vor allem sehr unterschiedlich - sieht es aber auf öffentlichem Grund aus. Hier können Kommunen und Landkreise selbst bestimmen, wo gegrillt werden darf und wo nicht. Grundsätzlich muss sich aber Jeder an die Verordnung über die Verhütung von Bränden halten:

(1) - Feuerstätten im Freien müssen

  1. von Gebäuden oder Gebäudeteilen aus brennbaren Stoffen mindestens 5m,
  2. von leicht entzündbaren Stoffen mindestens 25m,
  3.  von sonstigen brennbaren Stoffen mindestens 5m

         entfernt sein.

     - Bei offenen Feuerstätten sind die von ihnen ausgehenden Gefahren besonders zu berücksichtigen; von leicht entzündbaren Stoffen müssen offene Feuerstätten mindestens 100m        entfernt sein. Abweichend von den Sätzen 1 und 2 dürfen Grillgeräte, Heizplize, Lufterhitzer und vergleichbare Feuerstätten in den von den Herstellern angegebenen Abständen zu             brennbaren Stoffen betrieben werden. 

(2) Feuerstätten dürfen im Freien bei starkem Wind nicht benutzt werden; das Feuer ist zu löschen.

(3) Offene Feuerstätten sind ständig unter Aufsicht zu halten. Feuer und Glut müssen beim Verlassen der Feuerstätte erloschen sein.

 

  

 

Eine Liste der verschiedenen öffentlichen Grillplätze in Ostbayern:

Grundsätzlich halten sich die Landratsämter an das Bayerische Naturschutzgesetz, das heißt, in Natur- und Landschaftsschutzgebieten ist das Grillen verboten. Ansonsten darf im öffentlichen Bereich gegrillt werden, wenn man die nötigen 100 Meter von einem Wald oder den oben bereits genannten entzündlichen Stoffen entfernt ist.

Wer sich nicht sicher ist, sollte aber am besten immer noch einmal bei der zuständigen Behörde nachfragen. So riskiert man kein unnötiges Bußgeld.

 

Brandschutztipps für ein unbeschwertes Grillvergnügen

Auch der Feuerwehrverband Schleswig-Holstein hat gute Tipps für alle, die sicher grillen möchten:

-Grill auf Stabilität und festen Zusammenbau prüfen.

-Grill auf festen und ebenen Untergrund im Freien stellen.

 -Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien halten. Den Grill nicht neben Gartenmöbeln, Holzwänden oder trockenen Gartenabfällen, wie z. B. Laub aufstellen.

-Geeigneten Grillplatz suchen. Den Grill nicht im Wald, im Zelt, in Gartenlauben, auf Holzfußböden oder Balkonen aufstellen. Windrichtung beachten (Funkenflug, Rauchentwicklung).

© Symbolbild / Quelle: Pixabay

-Niemals Benzin, Spiritus, Petroleum oder andere leicht brennbare Flüssigkeiten zum Anzünden des Grills verwenden oder in die Glut schütten.

 

-Die explosionsartige Stichflammenbildung kann enorme Ausmaße annehmen und schwerste Verbrennungen verursachen. Werden brennbare Flüssigkeiten aus einer Flasche in den Grill gespritzt, besteht besondere Gefahr. Bei den häufig vorkommenden Rückzündungen wird dann auch noch der Flascheninhalt explosionsartig entzündet.

-Nur ungefährliche und sicherheitsgeprüfte Grillanzünder verwenden. Gut geeignet und überall erhältlich sind z. B. Grillanzünder aus Trockenspiritus, Anzündgel, Zündwürfel usw.

-Grill nie unbeaufsichtigt lassen. Besondere Vorsicht ist bei starkem Wind oder beispielsweise herumtollenden Hun-den erforderlich. Ansonsten kann sich ein noch so kleines Grillfeuer schnell ausweiten und die Glut danebenstehende Personen treffen.

-Löschmittel bereithalten. Einen Eimer Wasser, Sand oder einen Feuerlöscher bereithalten. Auch ein bereitgelegter Gartenschlauch kann im Notfall nützliche Hilfe sein.

-Besonders auf Kinder achten. Immer die Kinder im Blickfeld haben, denn sie sind neugierig und kennen die Gefahren nicht. Der Grillbereich ist kein Spielbereich! Dies wird besonders dann häufig vergessen, wenn in geselliger Runde Alkohol mit von der Partie ist. Die Erwachsenen sollten den Kindern richtiges Verhalten beibringen, die Gefahren beim Grillen erklären und ihnen mit gutem Beispiel voran gehen.

-Bei Brandverletzungen sofort Erste Hilfe leisten. Brandwunden sofort längere Zeit mit Wasser kühlen und anschließend steril abde-cken. Größere Verbrennungen sind ein Fall für den Notarzt. Auch bei kleineren Verbrennungen einen Arzt aufsuchen, insbesondere wenn ein Kind betroffen ist.

-Restglut und Asche erst nach völligem Erkalten entsorgen. So manche Mülltonne und mancher Komposthaufen ist schon in Flammen aufgegangen, weil dies nicht beachtet wurde.

LH/MF