Gäubodenfest: Polizei ist mit dem Festverlauf zufrieden

Deutlich weniger Körperverletzungen während dem Gäubodenvolksfest 2014. Die Intensität einzelner Delikte lässt jedoch aufhorchen. Zudem stieg mit zunehmendem Alkoholkonsum die Gewaltbereitschaft gegen Polizeibeamte.  

Während die Zahl der angezeigten Körperverletzungen zum Gäubodenvolksfest 2014 deutlich Rückläufig war, ließ die Intensität einzelner Taten aufhorchen. Von den insgesamt 56 (75, Zahlen in Klammern, aus dem Vorjahr) Körperverletzungen ereigneten sich 17 (26) in der Innenstadt und 39 (49) am Festplatz. In Einzelfällen wurden Geschädigte durch einen Schlag mit dem Maßkrug oder durch Fußtritte schwerer verletzt. Größere Schlägereien blieben zwar aus, jedoch kam es in der Nacht auf den ersten Volksfestsonntag (10.08.2014) zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern einer Besuchergruppe aus Regensburg und einem 25-jährigen Straubinger. Der junge Mann wurde geschlagen und schließlich mit Füßen getreten. Die Ermittlungen hat in diesem Fall die Kriminalpolizeiinspektion Straubing übernommen.

Polizei stellt fest: Mit steigendem Alkohlkonsum wurden die Besucher enthemmter 

In einem anderen Fall hat ein 23-Jähriger am Freitag (08.08.2014), gegen 23.00 Uhr, während eines Streits in einem Festzelt, mit einem Maßkrug zugeschlagen. Zunächst verletzte er einen 19-Jährigen am Kopf. Im Anschluss schlug der erheblich alkoholisierte Mann mit dem gleichen Maßkrug auf einen weiteren 19-Jährigen ein. Dabei zerbrach der Krug und verletzte den jungen Mann so erheblich an Kopf und Rücken, dass er ins Klinikum Straubing zur Behandlung gebracht werden musste.

Besonders auffallend war, dass sich die Täter mit steigendem Alkoholkonsum zunehmend enthemmter zeigten. In diesem Zusammenhang ist auch die Gewalt gegen Polizisten ein Thema. Alkoholkonsum oder einfach mangelnder Respekt vor den Ordnungshütern führten oft zu Angriffen gegen die Einsatzkräfte. Mit zehn Anzeigen wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte war hier ebenfalls eine  Steigerung gegenüber den Vorjahren festzustellen.

 Rücklauf bei Diebstahlsanzeigen 

Mit insgesamt 48 (67) Diebstählen auf dem Festplatz und in der Innenstadt waren die Anzeigen auch in diesem Bereich rückläufig. Überwiegend bevorzugten die Langfinger hierbei Geldbörsen und Mobiltelefone. Ein besonders hoher Diebstahlsschaden entstand bei zwei Delikten in der Ostbayernschau. Am Samstagvormittag (09.08.2014) wurden bei der Polizei zwei Diebstähle vom Ausstellungsgelände der Ostbayernschau gemeldet. Unbekannte hatten in der Nacht auf Samstag aus einem Ausstellungspavillon  einen Flachbildschirm im Wert von etwa 800,- Euro und vom Freigelände Handrasenmäher, sowie einen Aufsitzrasenmäher im Gesamtwert von etwa 15.000,- Euro gestohlen. Aber auch ein blaues Plüschtier von einem Losstand auf dem Festplatz wurde für einen 23-Jährigen zum Objekt der Begierde. Auf das Losglück wollte er sich hierbei allerdings nicht verlassen. Der junge Mann wurde jedoch bei seinem Versuch das Tier zu entwenden beobachtet und anschließend der Polizei übergeben.

 Weniger Fahrräder wurden gestohlen 

Nach einer deutlichen Steigerung der Fahrraddiebstähle im vergangenen Jahr auf insgesamt 13 angezeigte Fälle, ist während dem Gäubodenfest 2014 ein Rückgang auf 4 Delikte zu verzeichnen. Sowohl auf das Fahrrad als auch auf ein anderes Kraftfahrzeug hätte so mancher Verkehrsteilnehmer nach seinem Festbesuch wohl besser verzichtet. Bei 18 (29) Fahrzeugführern wurde bei Kontrollen festgestellt, dass sie die zulässigen Grenzwerte teils deutlich überschritten hatten. Ein (2) Verkehrsteilnehmer stand unter dem Einfluss von Drogen. Leider ereigneten sich darüber hinaus auch vier (5) Unfälle bei denen die Verursacher alkoholisiert waren. Die angezeigten Sachbeschädigungen lagen mit 18 (5) Fällen erheblich über den Zahlen des Vorjahres.

Die auf dem Festplatz vermissten sechs Personen konnten allesamt wieder aufgefunden werden. In erster Linie wurden Kinder wieder mit ihren Eltern zusammengeführt. Aber auch eine 88-Jährige war froh, ihre 90-jährige Bekannte wieder zu finden, die sich in „all dem Trubel“ verlaufen hatte. Erneut wurde in diesem Jahr wieder eine große Anzahl von Gegenständen als verloren bzw. als gefunden gemeldet. Mit 149 (113) Fund- bzw. Verlustanzeigen lag der Wert deutlich über dem des Vorjahres. Alle nicht bei der Polizei abgeholten Gegenstände wurden dem Fundamt der Stadt Straubing übergeben.

 Ballon sorgt für große Aufregung 

Die ersten aufgeregten Anrufe erhielt die Straubinger Polizei allerdings bereits während der Festauszug am Freitag, 08.08.2014, noch in vollem Gange war. Ein Ballon, in Form eines Zeppelins, kreiste in geringer Höhe über dem Festplatz. Nachdem die Betreiber einiger höherer Schaustellerbetriebe große Sorge hatten, da er ihren Bauten gefährlich nahe kam, riefen sie äußerst besorgt die Polizei. Diese war ihrerseits bereits auf den Zeppelin aufmerksam geworden und überprüfte nach der Landung auf einer nahegelegenen Wiese die Insassen und den Ballon. Über bewohntem Gebiet muss mit dem Ballon eine Mindesthöhe von 300 Metern eingehalten werden. Nach Zeugenaussagen war das Gefährt etwa in einer Höhe von 100 bis 150 Metern über dem Festplatz gefahren. Dies stellt eine Ordnungswidrigkeit nach dem Luftsicherheitsgesetz dar. Eine Anzeige an das Luftfahrtamt München wurde erstellt.

Neben dem Gäubodenvolksfest hatte die Polizeiinspektion Straubing auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Nebenveranstaltungen zu betreuen. Der „Festauszug“ am ersten Freitag, die Lampionfahrt an der Donau mit dem Niederfeuerwerk und das Prachtfeuerwerk am letzten Festabend werden hier nur exemplarisch für die vielen weiteren Veranstaltungen angeführt, bei denen die Polizei gefordert war. Im Rahmen der jeweiligen Veranstaltungen kam es trotz der teilweise sehr hohen Besucherzahlen zu keinen erwähnenswerten Vorfällen.

 Viele Einsatzstunden für die Polizeibeamten 

Insgesamt leistete die Polizei heuer über 8.100 Einsatzstunden (7.700). In der Zeit von 10.00 Uhr bis etwa 02.00 Uhr, war die Volksfestwache wieder von Kräften der Polizeiinspektion Straubing und Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei besetzt. Tatkräftige Unterstützung erhielten die Beamten der Polizeiinspektion Straubing auch im Bereich der Innenstadt durch die Kollegen der Bereitschaftspolizei. Da der Betrieb der Festwiese täglich zwar gegen 01.00 Uhr beendet war, die Besucher zum Weiterfeiern dann jedoch in die Innenstadt zogen, wurde ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Stunden im Umfeld bzw. im Anschluss an das Gäubodenfest geleistet. Der Pkw-Verkehr verlief während der gesamten Volksfestzeit, nicht zuletzt aufgrund des koordinierten Verkehrseinsatzes der Polizeiinspektion Straubing, nahezu reibungslos. Lediglich am Feiertag kam es vormittags aufgrund des sehr hohen Besucheraufkommens zu Verkehrsbehinderungen mit Rückstauungen. Diese lösten sich aber bis in die Mittagsstunden wieder auf. Bereits um 13:00 Uhr waren alle Pkw-Parkplätze voll belegt. An diesem Tag waren die zur Verfügung stehenden Parkplatzkapazitäten absolut am Limit, obwohl alle Parkplätze in einem guten, befahrbaren Zustand waren. Zu Stauungen mit kurzfristigen Verkehrsregelungsmaßnahmen kam es an diesem Tag wieder bei der Abreise der Festbesucher auf dem Anwandweg entlang der Westtangente (Parkplatzausfahrten). Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre und der neuen Regelung für die Reisebusse wurde auf die An-und Abfahrt besonderes Augenmerk gelegt. Äußerst positiv wurde hierbei festgestellt, dass das überarbeitete Verkehrskonzept von den Busfahrern sehr gut angenommen wurde. An den Samstagen wurden jeweils ca. 120 Reisebusse gezählt .

 Videoüberwachung bewährt sich 

Unter Leitung der Veranstaltungs-GmbH fanden in diesem Jahr zudem wieder  die täglichen Sicherheitsbesprechungen zwischen den eingesetzten Sicherheitsbehörden und -diensten statt. Kleinere Probleme konnten in diesem Rahmen unverzüglich gelöst und kurzfristige Absprachen umgesetzt werden. Erneut zeigte sich die Videoüberwachung als ein äußerst hilfreiches Einsatzmittel. Insgesamt konnten 4 (9) Vorfälle aufgezeichnet werden, die für eine spätere Strafverfolgung von Bedeutung sind. Elf Streitigkeiten wurden dank der Videoüberwachung vorzeitig entschärft. Zum Gäubodenvolksfest 2015 soll die Videoüberwachung wieder ein Baustein im Sicherheitsgefüge der Polizeiinspektion Straubing sein. Somit tritt die Straubinger Polizei mit dem Ende des Gäubodenfestes 2014 in die Vorbereitungsphase für das Gäubodenvolksfest 2015 ein.

pm/ MK