Bogen: Demonstranten hielten Polizei in Atem

Gestern (22.02) kam es auf dem Gelände der Firma Wiesenhof in Bogen zu mehreren Festnahmen. Bereits gegen 6:30 Uhr bemerkten Mitarbeiter des Betriebs, dass sich offenbar spontan rund 20 Tierschützer zu einer Demonstration versammelt hatten.

Auch Baukräne und Container der derzeit im Wiederaufbau befindlichen Filiale wurden von den Demonstranten besetzt, für die Polizei gestaltete sich die Lage schwierig:

Zunächst versuchten Beamte der Verhandlungsgruppe der Polizei die Tierschützer im Alter von 23 bis 43 Jahre, die aus dem gesamten Bundesgebiet stammten, zur Aufgabe zu bewegen, was allerdings scheiterte. Gegen 14 Uhr konnten sechs Tierschützer in dem von ihnen besetzt gehaltenen Bürocontainer auf dem Betriebsgelände widerstandslos festgenommen werden. Drei Aktivisten hatten sich dort zusammengekettet und wurden von der Polizei aus dieser misslichen Lage befreit. Anschließend wurden sie zur Polizei Bogen verbracht, wo ihrer Personalien festgestellt und überprüft wurden. Nach Beendigung aller polizeilichen Maßnahmen wurden diese wieder entlassen. Sie erwartet nun eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung.

Auch mit den Tierschützern auf den Baukränen wurde von der Verhandlungsgruppe versucht, Kontakt aufzunehmen. Hierzu fuhren die Beamten mit einer Drehleiter der Feuerwehr nach oben. Mehrere Anläufe, die Personen zur Aufgabe zu bewegen, scheiterten. Die Personen wurden zunächst auf dem Kran belassen, um jegliche Gefährdungen für sie bzw. für die Retter zu vermeiden.

Ein herbeigerufenes Höhenrettungsteam der Berufsfeuerwehr Regensburg kam nicht zum Einsatz.

Nach Einbruch der Dunkelheit, gegen 19 Uhr, verließen die vier Aktivisten im Alter von 17 bis 26 Jahren, die ebenfalls aus dem gesamten Bundesgebiet stammten, die Kräne und kletterten zu Boden. Dort wurden sie von den Einsatzkräften festgenommen. Nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen wurden drei Personen wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Jugendliche wurde zunächst zur PI Bogen verbracht, um mit einem Personensorgeberechtigen Kontakt aufzunehmen.

Die vier Männer erwartet nun ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch und Nötigung.

PM/MF