Bayern: Weniger illegale Welpentransporte

Die Zahl der nach Bayern geschmuggelten Hundewelpen ist im Jahr 2016 zurückgegangen. Die Behörden registrierten rund 260 Tiere, 2015 waren es noch 325. Wie das Umweltministerium mitteilte, kamen die Welpen überwiegend aus Osteuropa, etwa aus Rumänien, Bulgarien, der Slowakei oder Ungarn.

Sie sollten meist aus Autos heraus zu Dumping-Preisen verkauft werden. «Hundewelpen sind keine Schnäppchen-Ware, die man auf einem Parkplatz kauft. Ein gesunder und sorgfältig aufgezogener Welpe hat seinen Preis», sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU). Sie forderte die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Herkunftsländern der Tiere gegen den illegalen Handel vorzugehen.

Mit der Kampagne «Vernunft statt Mitleid» will das Umweltministerium Kaufinteressenten online über illegalen Handel aufklären. Dabei werden die Informationen optisch wie eine Verkaufsanzeige gestaltet und auf die gängigen Kleinanzeigen-Portale gestellt. Seit Beginn der Aktion im Dezember wurden einem Ministeriumssprecher zufolge rund 90 000 Menschen mit den Hinweisen erreicht.

«Wer in Deutschland mit Hundewelpen handelt, braucht eine Erlaubnis nach dem Tierschutzgesetz», erklärt Johannes Mayer, Sprecher des Münchner Veterinäramtes. Dieses Gesetz schreibt beispielsweise vor, dass Hunde erst im Alter von mehr als acht Wochen von der Mutter getrennt werden dürfen. Die unrechtmäßig ins Land gebrachten Tiere sind häufig zu jung, nicht gegen Tollwut geimpft, krank und unter tierschutzwidrigen Bedingungen zu Welt gekommen.

Hier setzt Ministerin Scharf an: «Die Staaten innerhalb der EU müssen geltendes Recht umsetzen und streng überprüfen, ob beim Transport junger Hunde die Vorschriften eingehalten werden.» Nur wenn Verstöße bereits im Herkunftsland geahndet werden, sei eine effektive Bekämpfung möglich.

Anfang Mai hatten Polizeibeamte einen illegalen Welpentransport mit 42 Hunden bei Erlangen gestoppt. Die Tiere kamen aus Tschechien und waren in einem Wagen eng zusammengepfercht. Die Jungtiere wurden in ein Nürnberger Tierheim gebracht, wo inzwischen sechs der Welpen verstorben sind. Heimleiterin Tanja Schnabel hat solche Fälle bereits öfter erlebt: «Jedes mal kommen die Tiere sehr krank zu uns. Die ersten Tage sind sie noch aktiv, weil sie fitgespritzt wurden.» Danach würden sie aber schnell schwach. Die restlichen Tiere befänden sich noch auf unbestimmte Zeit in Quarantäne.

Bereits im September 2014 hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) eine Initiative für mehr Tierwohl vorgestellt, die vorsieht, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam gegen illegalen Welpenhandel vorgehen. Ein vom Ministerium Anfang Februar verabschiedeter Leitfaden soll Polizei und Tierheimen dabei helfen. Auf Initiative Deutschlands und anderer Länder hat die EU-Kommission kürzlich eine EU-Tierschutzplattform gestartet. Sie bringt private und öffentliche Gruppen, Nichtregierungsorganisationen und weitere Experten zusammen. Ihr Ziel ist es, über Erfahrungsaustausch den Tierschutz in Europa zu verbessern.

dpa/MF