© Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung

Bayern wächst – aber nicht überall

Heute stellte Innenminister Joachim Hermann gemeinsam mit dem Landesamt für Statistik die Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2032 vor. Sie beruht erstmals auf den Daten des Zensus 2011.

Laut Hermann werde Oberbayern in den kommenden 20 Jahren nochmals deutlich wachsen. Relativ stabil entwickeln sich in den kommenden 20 Jahren auch Mittelfranken, Schwaben und Niederbayern. Ein leichtes Minus von 1,7 Prozent, insgesamt rund 18.000 Menschen, verzeichne die Oberpfalz – aber ungleich verteilt auf die Landkreise. Während die Stadt und der Landkreis Regensburg einen Zuwachs von fast 21.000 Einwohnern erwarten könne, nehme die Bevölkerung in den übrigen Kreisen und kreisfreien Städten um rund 39.000 Menschen ab. Mit einem Rückgang der Einwohner müssen auch Unterfranken und Oberfranken rechnen.

In vielen Regionen in Ostbayern wird bis 2032 die Bevölkerung stagnieren. Die Regionen Regensburg, Straubing und Kelheim werden jedoch in den kommenden Jahren noch deutlich weiter wachsen. Zu den Verlierern des demografischen Wandels sollen dagegen viele grenznahe Regionen wie die Landkreise Cham und Regen und auch die nördliche Oberpfalz gehören.

 

Für „nicht gottgegeben, sondern Verantwortung der CSU-Regierung“ hält hingegen die Landtags-SPD den Bevölkerungsrückgang auf dem Land: Die wirtschaftspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion Annette Karl ist empört: „Die Wahrheit ist: Wegen der Vernachlässigung der ländlichen Regionen durch die Staatsregierung ziehen die jungen Menschen vom Dorf in die großen Städte wie München oder Nürnberg.“ Der Minister und die Staatsregierung müssten, so Karl weiter „endlich etwas dafür tun, dass sich den Menschen überall in Bayern eine Zukunftsperspektive bietet, in Stadt und Land!“

In die selbe Kerbe schlägt der Grüne Landtagsabgeordnete Markus Ganserer: „Wir brauchen wohnortsnahe Schulen und Kinderbetreuung.“ Statt durch einen weiteren Ausbau von Straßen auf dem Land den Abfluss von gut ausgebildeten jungen Leuten und Kaufkraft zu erhöhen, müsse endlich eine flächendeckende Breitbandversorgung als Datenautobahn der Zukunft sicher gestellt werden.

 

Das Durchschnittsalter soll im Freistaat Bayern übrigens bis 2032 um 3,2 Jahre ansteigen. Aktuell liegt es bei 43,3 Jahren, 2032 dann bei 46,5 Jahren. In den nächsten beiden Jahrzehnten wird bayernweit die Zahl der unter 20-jährigen um zirka 7 Prozent auf 2,2 Millionen Menschen abnehmen. Die Anzahl der über 65-Jährigen wird um zirka 39 Prozent auf rund 3,4 Millionen Menschen zunehmen. Dazu der Innenminister: „Der Zuwanderung kommt hier große Bedeutung zu. Denn Zuwanderer sind tendenziell deutlich jünger als die ansässige Bevölkerung.“

 

SC