Bayern ist Spitze bei Blutspenden – Trotzdem zu wenige Spender!

Eigentlich ist es eine gute Nachricht: In Bayern spenden doppelt so viele Menschen Blut wie im Bundesdurchschnitt. Trotzdem haben vergangenes Jahr laut dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK) nur 250 000 Menschen Blut gespendet - das sind gerade mal sieben Prozent der geeigneten Spender. «Es denken viel zu wenige an die Blutspende», sagt die BRK-Sprecherin Stefanie Sklarzik. Dabei kann eine einzige Blutspende drei Menschen das Leben retten.

Heute ist der 14. internationale Weltblutspendertag. Er wird zu Ehren des Pioniers der Transfusionsmedizin, Karl Landsteiner (1868-1943),  jedes Jahr an dessen Geburtstag gefeiert. Das diesjährige Motto lautet: „What can you do? Give blood. Give now. Give often.” - „Was kannst Du tun? Spende Blut. Spende jetzt. Spende regelmäßig.“ Es verdeutlicht die überlebenswichtige Bedeutung von Blutspenden gesunder Menschen für schwerkranke Mitmenschen. Denn Präparate aus Spenderblut werden an 365 Tagen im Jahr benötigt.

 Der Weltblutspendertag ist den Menschen gewidmet, die sich immer wieder für die Gesellschaft und das Wohl ihrer Mitmenschen stark machen, indem sie ihr Bestes für andere geben: Blutspender und ehrenamtliche Helfer. Dazu gehören auch 65 Mitbürger aus dem gesamten Bundesgebiet, die heute zu einem großen Festakt nach Berlin eingeladen sind. DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters wird sie für ihre Verdienste im Zeichen der Blutspende auszeichnen. Die Geehrten aus Bayern sind Karin Wirth aus Feuchtwangen, Gertraud Held aus Schwaig, Christina Bender aus Zell am Main, Susanne Schlager aus Geroldsgrün, Hans Maenner aus Tirschenreuth, Monika Albinger aus Erlingshofen, Annette Sigling aus München, Margarete Keberle aus Kaufering und Elisabeth Vogt aus Straubing.

Heute, am 14. internationalen Weltblutspendertag, wollen Gesundheitsverbände, Ärzte und Politiker für die Blutspende werben und den Spendern danken. «Ich möchte die Bürgerinnen und Bürger verstärkt für dieses wichtige Thema sensibilisieren - denn schwer kranke Patienten brauchen Blutkonserven», sagt Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). «Allein in Bayern werden jeden Tag etwa 2000 Blutspenden benötigt.» Die meisten Blutkonserven werden in der Krebstherapie eingesetzt.

Schon jetzt kommt es immer wieder zu Engpässen, vor allem während der Ferien oder einer Grippewelle. «Da kann es schon mal sein, dass eine Hüftoperation zwei, drei Wochen verschoben wird», sagt Marion Junghans vom privaten Blutspendedienst Haema. Blutkonserven halten nämlich nur einen guten Monat, die bei einer Blutspende gewonnenen Thrombozytenkonzentrate maximal fünf Tage. «In Deutschland muss aber niemand Angst haben zu sterben, weil kein Blut mehr da ist.»

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml dankt den Blutspendern und ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement: „Sie gehen als Vorbilder voran und geben insbesondere auch jungen Menschen ein wichtiges Signal, sich ebenso mit diesem gesellschaftlich bedeutenden Thema auseinanderzusetzen.“ Huml ruft zugleich die bayerische Bevölkerung zum Blutspenden auf: „Blutspenden ist gelebte Solidarität! Wer Blut spendet, kann das Leben eines schwerkranken oder verletzten Menschen retten.“

 

Im vergangenen Jahr sind etwa 25 000 Menschen zum Blutspenden in die Haema-Institute nach München und Regensburg gekommen. Auch einige Krankenhäuser im Freistaat nehmen Blutspenden für den Eigengebrauch an. Am Klinikum der Universität München beispielsweise spendeten 2016 knapp 400 Personen Blut.

Aber die Situation verschärft sich. «Von Jahr zu Jahr nimmt die Zahl der Spender bundesweit ab», sagt die Haema-Sprecherin. Das liege vor allem am demografischen Wandel: Während die Zahl der jungen Spender sinkt, steigt die Zahl der älteren Empfänger. Der Gesetzgeber hat mittlerweile reagiert: Eine Altersobergrenze für regelmäßige Spender gibt es nicht mehr. Der Arzt entscheidet nun individuell, wie lange eine Person spenden darf.

Andererseits versuchen die Verbände, in sozialen Medien, Schulen und Universitäten junge Spender zu gewinnen. Dreimal im Jahr kommt der BRK-Blutspendedienst beispielsweise an die Technische Universität München. «Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man mit seinem Blut anderen Menschen helfen kann», sagt Annette Sigling, die zusammen mit ihren Kommilitonen die Spende organisiert. Dank ihr sind auf dem Campus schon mehrere Hundert Liter Blut geflossen. «Ich engagiere mich gegen Gleichgültigkeit, weil viele in unserer Gesellschaft immer egoistischer werden», sagt die Maschinenbau-Studentin.

Für ihr Engagement wird Annette Sigling am Weltblutspendetag als eine von 65 Deutschen ausgezeichnet. Die Ehrung findet in Berlin statt, das internationale Fest in der Hauptstadt Vietnams. Das Land in Südostasien hat dieses Jahr die Patenschaft für den Weltblutspendetag übernommen, der zum 13. Mal stattfindet. Das Motto 2017 lautet: «Was kannst Du tun? Spende Blut. Spende jetzt. Spende regelmäßig.»

HINTERGRUNDINFORMATIONEN ÜBER DIE BLUTSPENDE

Wer Blut spenden kann: Blutspenden kann jeder gesunde Mensch ab dem 18. bis zum vollendeten 72. Lebensjahr. Ein Erstspender sollte nicht älter als 64 sein. Frauen können viermal, Männer sechsmal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Abstand von mindestens acht Wochen liegen. Mitbringen sollten die Blutspender ihren Blutspendeausweis, bei Erstspendern genügt ein amtlicher Lichtbildausweis.

Darum ist Blutspenden beim BRK so wichtig: Allein in Bayern werden täglich etwa 2.000 Blutkonserven benötigt. Mit einer Blutspende kann bis zu drei kranken oder verletzten Menschen geholfen werden. Eine Blutspende ist Hilfe, die ankommt und schwerstkranken Patienten eine Überlebenschance gibt.

Der Blutspendedienst des BRK (BSD): Der BSD wurde 1953 vom Bayerischen Roten Kreuz mit dem Auftrag gegründet, die Versorgung mit Blutprodukten in Bayern sicherzustellen. Er trägt die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Als modernes pharmazeutisches Unternehmen ist der BSD heute ein aktiver Partner im bayerischen Gesundheitswesen. Mit seinen ca. 650 engagierten Mitarbeitern sowie zusätzlich rund 230 freiberuflich tätigen Untersuchungsärzten und etwa 16.000 ehrenamtlichen Helfern des BRK organisiert der BSD jährlich gemeinsam mit 73 BRK-Kreisverbänden ungefähr 4.500 Blutspendetermine.

Spenderservice: Alle Blutspendetermine und weiterführende Informationen für Spender und an der Blutspende Interessierte, beispielsweise zum kostenlosen Gesundheitscheck, sind unter der kostenlosen Hotline des Blutspendedienstes 0800 11 949 11 zwischen 7.30 Uhr und 18.00 Uhr oder unter www.blutspendedienst.com im Internet abrufbar.

 

 

dpa/MF/LH