Bayern: CSU-Landtagsfraktion diskutiert mit Seehofer über Wahlpleite

Nach schweren Gesprächen mit Parteivorstand und Berliner Landesgruppe will CSU-Chef Horst Seehofer am Mittwoch auch mit der Landtagsfraktion über die Pleite bei der Bundestagswahl diskutieren. Vor dem Treffen im Landtag (8.30 Uhr) hatten mehrere Mitglieder der 101-köpfigen Fraktion Seehofers Rücktritt gefordert, ihrer Meinung nach sollte Finanzminister Markus Söder den Parteivorsitz übernehmen.

Seehofer selbst hatte mehrfach einen Rücktritt ausgeschlossen und den Parteitag im November zum einzigen Ort für Personaldiskussionen auserkoren. «Ich bin lang genug in der Politik, um die Debatte dort zu führen.» Sollte der Parteitag der Meinung sein, es müsse «irgendwas entschieden werden, dann werden wir das in anständiger Weise hoffentlich dort diskutieren und entscheiden. Da gehört es hin.» Alle Diskussionen zuvor seien «schädlich für unsere Stärke und für unsere Position in der Öffentlichkeit».

«Wir haben jetzt den Auftrag, dass wir eine stabile, vernünftige und starke Regierung hinbekommen. Und das kann man jetzt nicht mit einer Begleitmusik von München aus gefährden», sagte Seehofer in Berlin. In der Landtagsfraktion wolle er wie am Dienstag in Berlin vor den Bundestagsabgeordneten seine Analyse der Situation darlegen. «Dann setze ich mich hin und höre mir das an.»

Seehofer betonte, dass die CSU in Bayern keinen Erfolg haben könne ohne Erfolg in Berlin. «Das ist eine Binsenweisheit, das ist so. Unsere stärksten Zeiten waren immer, wenn wir in Berlin und früher Bonn stark waren», sagte Seehofer.

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dpa/MF