Di., 03.10.2017 , 08:31 Uhr

Zum Semesterstart: Wohnraum wird gesucht

Zum Semesterstart in Bayerns Hochschulen kämpfen neue Studierende um Wohnraum in den Städten. Besonders schwer haben es laut den Studentenwerken Ausländer, Bedürftige und sonstige Benachteiligte. In München und Nürnberg gibt es für diese Gruppen Kontingente. Viele Studentenwerke raten, auch im Umland nach Wohnungen zu suchen und Wohngemeinschaften einer eigenen Wohnung vorzuziehen. Private Zimmervermittlungen werden häufiger empfohlen. In München bewerben sich Studierende teilweise schon im Sommersemester um Wohnplätze, in Passau hingegen herrscht dann teilweise Leerstand. In Würzburg gibt es ein neues Wohnheim, in München und Regensburg werden in den kommenden Jahren welche gebaut.

Wenn an Bayerns Hochschulen bald die Vorlesungen beginnen und Tausende neue Studierende in die Städte strömen, ist das Gerangel um Wohnraum groß. Gerade zum Start des Wintersemesters, wenn sich die meisten Erstsemester einschreiben. In Universitätsstädten wie München, Bayreuth und Regensburg wird dann um jeden Quadratmeter gekämpft, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

MÜNCHEN:

Für etwa jeden zwölften Studierenden, den man betreue, gebe es derzeit einen Wohnheimplatz, teilt das Studentenwerk München mit. Bis 2025 sollen darüber hinaus rund 3000 neue Wohnheimplätze entstehen (plus 27 Prozent). Nachrücker und internationale Studierende hätten es aufgrund kurzer Vorlaufzeiten besonders schwer, eine Bleibe zu finden. Für sie gebe es ein festes Kontingent. Viele würden sich bereits im Sommersemester bewerben, wenn sie im Wintersemester ihr Studium aufnehmen. Ein Tipp für den kleinen Geldbeutel: Das Projekt Wohnen für Hilfe; hier unterstützen Mieter ihre meist älteren Vermieter im Haushalt und zahlen dafür nur die Nebenkosten. Und vielleicht hilft ja auch der gemeinsame Aufruf von Bildungsministerium, Oberbürgermeister und Studentenwerk an die Münchner: «Helfen Sie den jungen Leuten und bieten Sie ihnen ein bezahlbares Dach über dem Kopf.»

ERLANGEN/NÜRNBERG:

Die gute Nachricht vorweg: «Es ist nicht schlimmer als im Vorjahr, eher ein bisschen entspannter», sagt Uwe Scheer vom Studentenwerk Erlangen-Nürnberg über die Wohnsituation. Brennpunkte im Zuständigkeitsbereich seien vor allem Ingolstadt (zehn Prozent Wohnheimplätze) und Erlangen (rund 25 Prozent). Besonders schwer auf dem Wohnungsmarkt haben es laut Scheer Ausländer, Studierende mit Kind, jene mit Krankheiten und Behinderungen und Bedürftige wie BAföG-Empfänger. Sein Tipp für Späteinschreiber: «Wir haben ein kleines Zimmerkontingent für Notfälle.» Ansonsten rät Scheer, im Umland zu suchen, je nach Reichweite des Semestertickets.

WÜRZBURG:

Auch in Würzburg gibt es einen Hoffnungsschimmer: Zum Semesterstart hat ein neues und privat geführtes Studentenwohnheim mit 522 Plätzen eröffnet. Wie in anderen Städten sei die Wohnsituation in Würzburg angespannt, «schon seit 20 Jahren», sagte ein Sprecher des Studentenwerks Würzburg. Auch er empfiehlt den Studierenden, ins Umland auszuweichen. Privat vermittelte Zimmer könnten ebenfalls eine Option sein, um eine Unterkunft zu finden.

BAYREUTH:

«Voll ausgelastet» – so sieht es in Bayreuth zumindest in den eigenen Wohnheimen aus, wie eine Sprecherin des Studentenwerks Oberfranken bestätigt. Bei ein bis zwei Semestern Wartezeit. Aber: Eine Bewerbung lohne sich trotzdem, weil nicht jeder seinen Wohnplatz annehme und Wartende dann nachrücken können. Schwierig haben es auf dem privaten Wohnungsmarkt laut der Sprecherin vor allem ausländische Studierende: «Die privaten Vermieter wollen oft nicht an Ausländer vermieten.» Ihr Tipp: Sich bei anderen Wohnheimträgern bewerben.

REGENSBURG/PASSAU:

Eine Sprecherin des zuständigen Studentenwerks spricht hier von Problemstudienorten in der Oberpfalz und in Niederbayern. In Regensburg stünden Studierende «mit anderen gefährdeten Gruppen auf dem Arbeitsmarkt stark in Konkurrenz». Ein Fünftel von ihnen könne sich privat vermietete Unterkünfte nicht leisten. Ab 2018 solle darum ein neues Wohnheim gebaut werden. In Passau zeichne sich ein «deutlicher Engpass» ab, gerade für Ausländer. Der private Vermietermarkt sei hier aber verträglicher. Die Sprecherin rät Studienanfängern einerseits, sich zu Wohngemeinschaften zusammenzuschließen, statt teure Einzelappartements zu mieten. Andererseits solle man flexibel suchen, das heißt: nicht nur in Campus-Nähe, das relativ günstige Semesterticket nutzen – und gegebenenfalls im Sommersemester nach attraktiveren Wohngegenden Ausschau halten. Denn dann herrsche teilweise sogar Leerstand. Diesen Zeitraum zu nutzen, könne die alljährliche Wohnungsnot zum Wintersemesterstart lindern.

 

dpa

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