Fr., 23.06.2023 , 17:39 Uhr

Vom Krebs geheilt, heißt nicht gesund

Zeitlarn: Tanja Schweiger und Andrea Dobsch Patinnen des VKKK-Nachsorgezentrums

Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeisterin Andrea Dobsch sind die beiden Patinnen für das VKKK-Nachsorgezentrum auf dem Gemeindegebiet Zeitlarn.

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, diesem sozialen Leuchtturmprojekt ein Zuhause bei uns in Zeitlarn und somit im Landkreis Regensburg zu geben“,

sind sich Landrätin Tanja Schweiger und Bürgermeisterin Andrea Dobsch einig. Bei einem Besuch von Irmgard Scherübl, Vorsitzende des VKKK Ostbayern e.V., und ihrem Stellvertreter und Projektleiter Günther Lindner im Zeitlarner Rathaus übernahmen die beiden die Patenschaft für das geplante Nachsorgezentrum.

Geplante Grundsteinlegung für das 4,7 Millionen-Projekt ist im September diesen Jahres, die Fertigstellung für das dritte oder vierte Quartal nächsten Jahres ins Auge gefasst. Gemeinsam mit den bekannten Patinnen wirbt der VKKK um die noch fehlende Finanzierungssumme von rund einer Million Euro.

Jedes Jahr erkranken aus dem Haupteinzugsgebiet des VKKK in der Oberpfalz und Niederbayern rund 65 bis 70 Kinder erstmals an Krebs und kommen in die Onkologie der Kinderklinik KUNO am Regensburger Universitätsklinikum. Aufgrund der hochwertigen medizinischen Versorgung liegt die Heilungsquote bei rund 80 Prozent. Somt werden 50 bis 55 Kinder jährlich als „vom Krebs geheilt“ entlassen.

„Vom Krebs geheilt heißt aber nicht gesund“,

steht in der Projektbeschreibung zu lesen. Genau an dieser Stelle setzt das Konzept des VKKK für das Nachsorgezenztrum an. Der VKKK, der Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich bei Krebserkrankung eines Kindes der Familien, Eltern und Geschwister annimmt.

„Wir sind sehr froh, dass wir eine Heimat gefunden haben“,

unterstreicht VKKK-Vorsitzende Irmgard Scherübl die Standortentscheidung.

Das Baugrundstück auf dem Gemeindegebiet von Zeitlarn ist ideal für Planung und Umsetzung geeignet. Der Eigentümer des Geländes, die Stadt Regensburg, überlässt das Grundstück für 50 Jahre auf Erbpachtbasis zu sehr günstigen Konditionen. Auf rund 1.000 Quadratmetern Fläche entstehen schwerpunktmäßig Möglichkeiten für die gemeinsame Freizeit- und Sportbetätigung sowie Kreativität.

Weiterer wichtiger Aspekt ist die Schaffung eines Behandlungsbereiches mit Praxen für Ergotherapie, Physiotherapie, Psychologie und Logopädie. Neben sanitären Anlangen, Gemeinschafts- und Essbereichen sind ein Rückzugs- und Entspannungsraum sowie zwei Ruheräume geplant.

Im Außenbereich wird es einen Niedrigseilgarten, einen Hartplatz für Basketball und Fußball, sowie zwei Blockhütten für Gruppen geben. Ein kleiner Waldanteil zum Austoben für die Kinder ist ebenfalls Bestandteil der Anlage.

„Wir schaffen mit dem Nachsorgezentrum keine Reha-Klinik, wir werden keinen Arzt und kein sonstiges medizinisches Personal einstellen, aber wir kümmern uns um die Familien“,

betont der VKKK in seiner Beschreibung. Durch die schwere Therapie, in der die Kinder dem Tod manchmal näher als dem Leben waren, haben sich die Kinder mit Dingen beschäftigt, die andere nie oder viel später in ihrem Leben erleben, durchstehen und verarbeiten müssen.

Bereits während und nach den oft sehr langen Krankenhausphasen mit Begleit- und Folgeschäden, in der die Kinder häufig der Schule, den Freunden und ihrer gewohnten Umgebung beraubt sind, ist der VKKK eine langjährig erfahrende Anlaufstelle.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Kinder wieder zurück in ein normales Leben zu begleiten“,

so das Selbstverständnis des Vereins. Mit dem Nachsorgezentrum können diese Ziele noch nachhaltiger verfolgt werden.

 

Hans-Christian Wagner

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