Di., 25.05.2021 , 15:02 Uhr

Bayern

Wetter macht den Spargel rar und teuer

Den ersten Spargel gibt es in der Regel ab Mitte - Ende April, "Spargelsilvester" ist traditionell am 24. Juni. - Oder anders gesagt: am 24. Juni ist traditionell das Ende der Spargelzeit.
Aktuell befinden wir uns also noch mittendrin, genauer gesagt bei rund der Hälfte der Spargelsaison. Es ist also Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Das verhältnismäßig kalte Frühjahr hat die Spargelernte ausgebremst und sorgt für hohe Preise beim Gemüse. «Wenn die Wärme nicht kommt, dann kommt auch kein Spargel», sagt Franziska Rintisch, die Geschäftsführerin des Spargel-Erzeugerverbands Franken. «Wenn wir die Erntetunnel nicht hätten, gäbe es wahrscheinlich noch gar keinen.» Dennoch ziehen die Spargelbauern nach gut der ersten Hälfte der Saison kein negatives Fazit.

«Von der Menge her haben wir weniger gehabt», sagt Peter Strobl vom Spargelerzeugerverband Südbayern in Schrobenhausen. Andererseits habe das zusammen mit einer sehr guten Nachfrage auch für stabile Preise gesorgt. Insbesondere Privatpersonen kauften dieses Jahr Spargel – auch um sich etwas zu gönnen, da ja andere Aktivitäten wegfielen.

Ähnlich wie Strobl beschreibt auch Petra Högl von der Erzeugergemeinschaft Abensberger Qualitätsspargel die bisherige Saison: «Es wächst nicht so viel, dafür ist der Preis besser», sagt sie. Und auch Rintisch berichtet von aus Erzeugersicht «sehr guten» Preisen.

Natürlich tue es weh, dass die Gastronomie in ihrer Region geschlossen sei, sagt Högl. Auch Veranstaltungen wie Spargelmärkte fehlten. Auf der anderen Seite kämen viele Privatkunden zu den Verkaufsstellen und Hofläden. Rintisch hofft nun auf positive Effekte aus der immer weiter gehenden Öffnung der Restaurants.

Keine größeren Probleme gab es in diesem Jahr mit den Saisonarbeitskräften, die meist aus dem Ausland kommen. Man habe sich gut vorbereiten können, heißt es von den Spargelbauern. Und die Arbeiter seien auch gekommen. Allerdings war der Aufwand für zusätzlichen Hygienemaßnahmen und die Unterbringung größer, wie Strobl sagt. Das seien erhebliche Kosten, die man nicht weitergeben könne. Doch die guten Preise hätten das teilweise ausgeglichen.

Unterm Strich sind die Landwirte nicht unzufrieden mit der bisherigen Saison. Er habe noch keinen Spargelbauern gehört, der groß gejammert habe, sagt Strobl. Rintisch spricht von einer bisher mittleren Saison und Högl sogar von einem guten Anlauf. Für den Rest der Saison bis zum 24. Juni ist sie zuversichtlich: Wenn es so weiterlaufe und es noch ein bisschen wärmer werde, «dann passt das».

dpa

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