Di., 20.03.2018 , 17:21 Uhr

Weltspatzentag: Der Spatz wird obdachlos

In Bayern gibt es immer weniger Haussperlinge. Zum Weltspatzentag am 20. März will der LBV deshalb besonders darauf aufmerksam machen, dass das Gezwitscher des einstigen Allerweltsvogels in vielen bayerischen Städten am Verstummen ist. „Viele Arten, die früher sehr häufig anzutreffen waren, haben heutzutage Probleme, geeignete Lebensräume zu finden“, weiß Lorena Heilmaier vom LBV-Projekt „Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur“. Die Zeit, in welcher der Haussperling tatsächlich überall dort zu finden war, wo der Mensch lebt, ist vorbei.

Haussperlinge sind gesellige Zeitgenossen. Das ist vermutlich der Grund, warum sie noch immer als häufige Art wahrgenommen werden. „Spatzen sind immer gerne zusammen in einer Gruppe unterwegs. Sie nisten in nächster Nähe zu Artgenossen und begeben sich gemeinsam mit den Nachbarn auf Futtersuche“, erklärt Lorena Heilmaier. Tatsächlich befinden sie sich deutschlandweit inzwischen aber auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Arten. Denn seit den fünfziger Jahren hat ihr Bestand rapide abgenommen.

Dabei suchen die frechen Vögel als Kulturfolger schon seit über 10.000 Jahren unsere Nähe. „Doch die einst für Spatzen paradiesischen Zustände in menschlichen Siedlungen haben sich drastisch verändert. Der Haussperling findet mittlerweile kaum mehr Nistplätze und wird immer öfter obdachlos“, so Heilmaier. Als Gebäudebrüter ist er auf Nischen und Hohlräume an Häusern angewiesen. Durch energetische Bauweisen und Fassadendämmungen bleibt für den Haussperling aber kaum noch Platz. „Dabei gibt es gute Beispiele, wie bei einer Gebäudesanierung verloren gegangene Brutplätze ersetzt werden können“, erklärt die LBV-Spatzenexpertin.

Hinzu kommt das Problem, dass viele Gärten zu aufgeräumt sind: zu groß geratene Hecke werden entfernt, Insekten bekämpft und heimische Pflanzen durch ökologisch wertlose, exotische Ziergehölze ersetzt. „Dadurch bieten sich den Tieren weder Nahrungs- noch Versteckmöglichkeiten“, weiß Heilmaier.

Auch andere, früher weit verbreitete Arten wie Mauersegler und Rebhuhn, sind durch die starken Veränderungen unserer Kulturlandschaft gefährdet. „Gerade Vogelarten, die sich – wie der Spatz – auf die Aufzucht ihres Nachwuchses an Gebäuden spezialisiert haben, finden immer weniger Nistplätze“, erklärt die Spatzenexpertin. Stellvertretend für alle anderen einstigen Allerweltsarten, deren Bestand stetig abnimmt, soll der Weltspatzentag, der jährlich am 20. März stattfindet, auf diese Entwicklung aufmerksam machen. Er wurde 2010 von der Nature Forever Society aus Indien ins Leben gerufen. „Der Rückgang des Haussperlings und anderer Allterweltsarten ist also ein globales Problem“, so Lorena Heilmaier.

 

„Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur“

Damit die Spatzen auch weiterhin von den bayerischen Dächern pfeifen, setzt der LBV das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Projekt „Der Spatz als Botschafter der Stadtnatur“ um. Ziel ist es Nistplätze und spatzenfreundliche Strukturen in der Stadt neu zu schaffen und zu erhalten. Diese kommen aber nicht nur dem Haussperling, sondern allen Vogelarten in der Stadt zugute.

 

Pressemitteilung/MF

Das könnte Dich auch interessieren

24.10.2026 Ostbayern: Gut geschützt durch die Grippesaison Sobald es draußen kalt und nass wird, verbreiten sich Grippeviren besonders schnell. Wer sein Immunsystem rechtzeitig stärkt, hat gute Chancen, gesund durch die Grippesaison zu kommen. Gleichzeitig bietet die jährliche Grippeschutzimpfung einen wichtigen Schutz vor einer Erkrankung an Influenza und möglichen schweren Komplikationen. Dabei ist es wichtig, zwischen einer echten Grippe und einem grippalen Infekt 23.10.2026 Leichtes Erdbeben erschüttert tschechisches Grenzgebiet Im westlichen Grenzgebiet Tschechiens zu Bayern hat es ein leichtes Erdbeben gegeben. Nach den Erdbebendaten des Geophysikalischen Instituts der tschechischen Akademie der Wissenschaften lag die Stärke bei rund 3,5. Der Erdbebenherd befand sich demnach nördlich von Bela nad Radbuzou in einer Tiefe von rund neun Kilometern. Zu der Erschütterung kam es kurz nach halb eins 23.10.2026 Regenstauf: Vom regionalen Unternehmen an die Börse – Innok Robotics will international wachsen Das Roboter-Unternehmen Innok Robotics aus Regenstauf im Landkreis Regensburg steht vor einem wichtigen Schritt: Die Firma soll künftig unter dem Namen Innok Robotics Group AG an der Börse vertreten sein. Die Aktionäre der bereits börsennotierten Yggdrasil SPAC 1 AG haben am 21. Oktober 2026 den notwendigen Beschlüssen zugestimmt. Das Unternehmen will dadurch zusätzliches Kapital für 23.10.2026 Heute Abend im Programm