Do., 05.03.2026 , 17:17 Uhr

Weiden i.d. Opf.: Prozess um Gift in Champagnerflasche dauert länger

Eine Flasche, gefüllt mit Drogen statt Schampus: Der Gerichtsprozess um eine tödlich geendete Feier in Weiden geht noch nicht zu Ende.

Im Prozess um eine vergiftete Champagnerflasche ist frühestens in der zweiten Aprilhälfte mit einem Urteil zu rechnen. Die Verfahrensbeteiligten wollen zwei Zeugen erneut hören, ehe die Plädoyers und das Urteil folgen. Der Prozess soll am 30. März fortgesetzt werden, kündigte der Vorsitzende Richter an. Ursprünglich war angedacht, dass der Prozess bereits in der kommenden Woche enden könnte.Vergangenen Freitag war der Angeklagte frei gelassen worden. Nach Ansicht der Strafkammer besteht kein dringender Tatverdacht mehr gegen den 46 Jahre alten Niederländer.Im Februar 2022 hatte eine Freundesclique in einem Weidener Lokal eine Flasche Champagner bestellt. Die Flasche war jedoch mit der flüssigen, hochgiftigen Droge MDMA gefüllt. Ein Mann starb nach dem Trinken, sieben weitere Gäste wurden teils lebensgefährlich verletzt. Dass die Flasche manipuliert und mit der Droge gefüllt war, war den Ermittlern zufolge für das Personal nicht zu erkennen.

Der 46-Jährige soll der Anklage nach Mitglied einer Bande sein, die in großem Stil MDMA hergestellt haben soll. Aufgabe des Mannes soll es gewesen sein, die Flaschen in einem Lagerhaus in den Niederlanden zu deponieren. Dem Angeklagten werden fahrlässige Tötung und bandenmäßiger Drogenhandel zur Last gelegt.

In den Verkauf gelangt sein sollen die Flaschen aber nicht über den 46-Jährigen, sondern über den damaligen Betreiber des Lagerhauses. Dieser soll 2019 mehrere Flaschen aus dem Abteil entnommen und im Internet angeboten haben – nicht wissend, dass sie mit MDMA gefüllt waren.

 

 

dpa

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