Mi., 10.06.2026 , 15:51 Uhr

Warum jeder sechste Regionalzug in Bayern zu spät kommt

Im Jahr 2025 waren im Freistaat 84,9 Prozent aller Regionalzüge und S-Bahnen pünktlich unterwegs. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) zum bayerischen Schienenpersonennahverkehr hervor.

Im Jahr 2025 waren im Freistaat 84,9 Prozent aller Regionalzüge und S-Bahnen pünktlich unterwegs. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) zum bayerischen Schienenpersonennahverkehr hervor.
Zum Vergleich: Die Züge von DB Fernverkehr erreichten im selben Zeitraum lediglich eine Pünktlichkeitsquote von 60,1 Prozent. Als pünktlich gelten alle Züge mit weniger als sechs Minuten Verspätung.

Verkehrsminister Christian Bernreiter, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BEG, erklärt:

„Der Schienenpersonennahverkehr im Freistaat boomt bei der Nachfrage, tritt aber gleichzeitig bei der Pünktlichkeit leider weiter auf der Stelle. Das ist für die Fahrgäste enttäuschend und wir können damit nicht zufrieden sein“.

Infrastruktur bleibt Hauptproblem

Die Pünktlichkeitsquote von 84,9 Prozent liegt leicht unter dem Vorjahreswert von 85,3 Prozent. Hauptursache für Verspätungen ist weiterhin der schlechte Zustand der Bahninfrastruktur.

Mit 46,1 Prozent war fast die Hälfte aller Verspätungen im Jahr 2025 infrastrukturell bedingt. Störungen an Leit- und Sicherungstechnik, Weichen, Gleisen und Bahnübergängen machten 31,5 Prozent aller Fälle aus. Besonders problematisch blieben zahlreiche Langsamfahrstellen, die wegen Fahrbahnmängeln und Gleislagefehlern eingerichtet wurden.

Beispielhaft wird das Allgäu genannt, das flächendeckend massiv von Langsamfahrstellen betroffen war.

Viele Bauarbeiten sorgen für Verzögerungen

Auch das hohe Bauvolumen der bundeseigenen DB InfraGO, die für Erhalt und Ausbau der Schieneninfrastruktur zuständig ist, wirkte sich aus.

14,6 Prozent der Verspätungen gingen 2025 auf Bauarbeiten zurück – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 10,8 Prozent im Jahr 2024. Neben der Beseitigung von Fahrbahnmängeln liefen auch Vorbereitungen für die Korridorsanierung Nürnberg – Regensburg, die seit Februar 2026 umgesetzt wird.

Die Kategorie „Verkehrliche Durchführung“ machte 15,7 Prozent der Verspätungsfälle aus. Dazu zählen etwa verspätetes Personal oder verzögerte Fahrzeugbereitstellungen im Verantwortungsbereich der Verkehrsunternehmen.

Unterschiedliche Werte in den Netzen

Von insgesamt 33 Netzen erreichten acht Netze eine Pünktlichkeitsquote von über 90 Prozent. Dort kam höchstens jeder zehnte Zug zu spät.

In zehn Netzen lag die Quote unter 80 Prozent – hier war mindestens jeder fünfte Zug verspätet. 2024 betraf das noch zwölf Netze.

Spürbare Verbesserungen gab es im Expressverkehr Ostbayern:

Auf der Linie RE 2 München – Hof (Los 1, Betreiber: DB Regio) erreichten 68,4 Prozent der Züge pünktlich ihr Ziel – ein Plus gegenüber 62,4 Prozent im Jahr 2024.

Die Linie RE 25 München – Prag (Los 2, Betreiber: Die Länderbahn) kam auf eine Pünktlichkeitsquote von 56,5 Prozent und lag damit 12,8 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Ein Grund für diese Entwicklung: Im Laufe des Jahres 2025 beseitigte DB InfraGO einen Großteil der Langsamfahrstellen entlang dieser Strecken.

PM Bayerische Eisenbahngesellschaft / TVA Onlineredaktion

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