Unter dem Motto „Wir leben & lieben Demokratie“ kamen Delegierte, Gäste und Wegbegleiter zusammen, um sieben Jahrzehnte Jugendarbeit zu feiern und den Blick auf kommende Herausforderungen zu richten.
In ihrer Videobotschaft betonte Bayerns Jugendministerin Ulrike Scharf:
„Die Jugend gestaltet unsere Zukunft. Wenn wir jungen Menschen zuhören und eine starke Jugendpolitik betreiben, stärken wir unsere Demokratie. Das macht der Bezirksjugendring Oberpfalz seit 70 Jahren – herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!“
Bereits am Nachmittag hatte die Herbst-Vollversammlung die Weichen für die Zukunft gestellt. Sie begann mit einem ungewöhnlichen Rückblick: Eine „Zeitreise“ mit alten Fotos, Zeitzeugenberichten und 50er-Jahre-Flair sorgte für nostalgische Momente. Einige Gäste erschienen stilecht mit Petticoats, Hosenträgern und Retro-Accessoires.
Neben Erinnerungen standen Zukunftsthemen wie Demokratiebildung, Nachhaltigkeit und digitale Teilhabe im Mittelpunkt. Der Vorstand betonte:
„Wir brauchen Mut, um neue Wege zu gehen, und Erinnerung, um unsere Werte zu bewahren.“ Vorsitzender Jürgen Preisinger ergänzte: „Durch ehrenamtliches Engagement, Bildung und Beteiligung stärken wir junge Menschen, ihre Rechte wahrzunehmen und aktiv an der Gesellschaft mitzuwirken.“
Die Feier hob die enge Verbindung zwischen Jugendarbeit und Demokratie hervor. Für 2026 plant der Bezirksjugendring, Erinnerungskultur noch stärker in die Jugendarbeit zu integrieren. Gemeinsam mit dem Bezirk Oberpfalz entstehen Projekte und eine pädagogische Handreichung, die Methoden und Orte der Erinnerungsarbeit aufzeigt – von Gedenkstätten über Theater bis zu digitalen Formaten.
Bezirkstagspräsident Franz Löffler betonte die gesellschaftliche Bedeutung der Jugendarbeit:
„Ohne sie würden wir nicht hier stehen, wo wir jetzt sind.“
Er rief dazu auf, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu bewahren.
Auch BJR-Präsident Philipp Seitz hob die aktuellen Herausforderungen hervor:
„Junge Menschen sind von den drei Ks betroffen – Klimakrise, Krieg und Kostensteigerung. Gerade hier braucht es Jugendarbeit, die Zuversicht und Vertrauen schafft.“
Ein Beispiel dafür ist die Demokratieprämie, die 2025 erstmals vergeben wurde und 2026 fortgesetzt wird. Dazu kommen Projekte wie das Lernspiel QUARARO, die Demokratiebrücke und die Kampagne „GG im Fokus“, die das Grundgesetz auf Social Media jugendnah vermittelt.
Mit Digital Streetwork erreicht der Bezirksjugendring Jugendliche direkt in digitalen Räumen wie Discord, Instagram oder Reddit. Geplant sind neue Aktionen – etwa beim Christopher Street Day Regensburg und bei der „Queeren Gaming Night“.
Workshops zu Gaming, KI und Medienkritik fördern digitale Bildung und Kreativität. Festivals wie PixelBlast, der Jugendfotopreis und das Jugendfilmfestival bieten jungen Menschen Plattformen für ihre Ideen und stärken kulturelle Vielfalt in der Region.
Auch 2026 bleibt Vielfalt ein zentrales Thema. Über 110 Schulen in der Oberpfalz tragen bereits das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Seminare und Netzwerktreffen fördern Austausch und nachhaltige Projekte.
Darüber hinaus engagiert sich der Bezirksjugendring für deutsch-tschechische Jugendbegegnungen, die Brücken bauen und interkulturelles Lernen fördern.
Bezirksjugendring Oberpfalz / TK