Di., 20.02.2024 , 17:10 Uhr

Vier Kommunen in Bayern: Asyl-Bezahlkarte ab März

Ab März gibt es im Freistaat für Flüchtlinge in die umstrittene Bezahlkarte. Das Modellprojekt soll den Abfluss von Geld verhindern. Zunächst nehmen aber nur vier Kommunen am Projekt teil.

Ungeachtet des neuerlichen Streits im Bund soll in Bayern im März in vier Kommunen die neue Bezahlkarte für Asylbewerber in einem Modellprojekt an den Start gehen. «Wir haben heute den Zuschlag für die Bezahlkarte für Asylbewerber erteilt, die Ausschreibung ist abgeschlossen», sagte Innenstaatssekretär Sandro Kirchner (CSU) am Dienstag in München. Damit könne die Karte in den vier ausgewählten Pilot-Kommunen, den Landkreisen Fürstenfeldbruck, Traunstein, Günzburg und der kreisfreien Stadt Straubing ab März getestet werden. «Wir sind damit voll im Zeitplan.» Der genaue Termin für die Einführung steht noch nicht fest.

Vorausgegangen war dem Zuschlag eine europaweite Ausschreibung des Innenministeriums, bei der sich den Angaben zufolge das Unternehmen Paycenter aus Freising habe durchsetzen können. Um die Testphase rasch starten zu können, habe das Innenministerium die Testkommunen und die beteiligten kommunalen Spitzenverbände parallel zum Vergabeverfahren eng beteiligt. In allen anderen Kommunen im Land bleibt es bei der bisherigen Praxis. Nach Angaben des Innenministeriums ist der bayernweite Roll-Out für das zweite Quartal 2024 geplant – also bis spätestens Ende Juli.

Kirchner betonte, dass sich die bayerische Bezahlkarte stark von der Hamburger Version unterscheide: «Die Hamburger Bezahlkarte, die letzte Woche für Schlagzeilen sorgte, ist nicht die Karte, die wir wollen.» Diese ermögliche nämlich in Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Asylbewerbern eine hundertprozentige Barabhebung.

Um die Bezahlkarte war zuletzt ein neuer Streit in der Ampel-Koalition entstanden. Aus Sicht von SPD und FDP braucht es flankierend eine bundesgesetzliche Regelung. Die Grünen halten dies nicht für nötig. Die Staatsregierung kritisierte die erneuten Debatten im Bund zur Einführung der Bezahlkarte. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) betonte, aus bayerischer Sicht seien die gesetzlichen Rahmenbedingungen ausreichend.

Auch Kirchner kritisierte die Ampel-Regierung, die wegen des Widerstands der Grünen nicht in der Lage sei, für die bundesweite Einführung einer restriktiven Bezahlkarte das Asylbewerberleistungsgesetz zu ändern. Das Versprechen hierzu habe immerhin Kanzler Olaf Scholz (SPD) bereits im November 2023 in der Ministerpräsidentenkonferenz gegeben.

14 von 16 Bundesländern hatten sich Ende Januar auf ein gemeinsames Vergabeverfahren zur Einführung einer Bezahlkarte für Asylbewerber geeinigt, das bis zum Sommer abgeschlossen sein soll. Mit der Karte soll unter anderem verhindert werden, dass Migranten Geld an Schlepper oder an ihre Familie oder Freunde ins Ausland überweisen.

dpa

 

Umfrage: Bezahlkarte sinnvoll?

 

 

Das könnte Dich auch interessieren

14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den 03.02.2026 Weltkrebstag: Gerlach ruft zur Krebsvorsorge auf Zum Weltkrebstag (am Mittwoch, 4. Februar) hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) an die Bedeutung der Krebsvorsorge erinnert. „Krebserkrankungen sind weiterhin die zweithäufigste Todesursache in Deutschland“, erklärte die Ministerin. Im Jahr 2024 seien allein in Bayern über 33.000 Menschen an Krebs gestorben. Etwa 65.000 Männer und Frauen im Freistaat erhielten jährlich die Diagnose. „Diese Zahlen 14.01.2026 Bayern: Ministerpräsident Söder will Bundesländer zusammenlegen CSU-Chef Markus Söder hat bei der Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion im Kloster Banz eine Zusammenlegung deutscher Bundesländer gefordert. Ziel seien weniger, aber größere Länder, um die Leistungsfähigkeit und Effizienz zu steigern. Einige kleinere Bundesländer seien laut Söder kaum noch lebensfähig und würden von finanzstarken Ländern wie Bayern mitgetragen. Fakt ist: Die Hälfte aller 16 Länder hat 19.11.2025 Bayern: Deutlich weniger Asylanträge in 2025 Wie das Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, lag der Rückgang bei 58 Prozent. 2024 hatten noch etwa 27.600 Personen einen Antrag gestellt. Weniger Bewohner in Asylunterkünften Mitte November lebten laut Ministerium noch etwa 126.000 Menschen in den bayerischen Asylunterkünften – rund 12.000 weniger als zu Jahresbeginn. Auch beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge