Mi., 09.09.2020 , 11:56 Uhr

Viele Journalisten in Bayern von hasserfüllter Kritik betroffen

Journalisten in Bayern sehen sich oft hasserfüllten Kommentaren und teilweise auch körperlicher Gewalt gegenüber. Rund 60 Prozent der befragten Journalisten mit Tätigkeitsschwerpunkt Bayern sagten in einer Erhebung der Universität Bielefeld, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten hasserfüllte Reaktionen erlebt haben. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Sonderauswertung hervor, die angesichts von nur 76 Teilnehmern aus Bayern allerdings nicht repräsentativ ist, wie die Autoren selbst schreiben. Körperliche Angriffe haben in ihrer Laufbahn knapp 12 Prozent der befragten Journalisten erlebt, Morddrohungen erhielten gut 13 Prozent.

Hasserfüllte Kommentare trafen die Befragten in Bayern ungefähr genauso oft wie im Bundesdurchschnitt. Körperliche Angriffe und Morddrohungen waren dagegen seltener. Fünf Mal stellten Befragte Strafanzeige wegen hasserfüllter Kritik. In allen Fällen folgten polizeiliche Ermittlungen, in zwei Fällen kam es zu einer Verurteilung. In den restlichen Bundesländern wurden insgesamt 24 Anzeigen erstattet, 16 Mal kam es zu Ermittlungen, in drei Fällen zu Verurteilungen.

dpa

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