Fr., 06.09.2019 , 09:13 Uhr

Verträge geschlossen: Ausbau des Mobilfunknetzes in ganz Deutschland bis 2021

Mit einem zusätzlichen Ausbau des Netzes sollen ärgerliche Funklöcher für Handynutzer in Deutschland vor allem auf dem Land verringert werden. Der Bund schloss dazu Verträge mit den Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sprach von einer „Ausbauoffensive“ für ländliche Räume. Denn gerade dort gibt es noch viele „weiße Flecken“ beim Mobilfunk. 

Jetzt ist es auch rechtlich verbindlich: Bis Ende 2021 sollen durch neu errichtete Mobilfunkstandorte 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland mit LTE versorgt sein. Am vergangenen Donnerstag sind dazu Verträge geschlossen worden.

Im Gegenzug ermöglicht der Bund den Netzbetreibern nun laut Ministerium, ihre Zahlungspflichten aus der 5G-Frequenzauktion 2019 mit jährlichen Raten über einen Zeitraum bis 2030 zu strecken. Im Juni waren 5G-Frequenzblöcke versteigert worden, und zwar an die vier Provider Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch. Sie zahlten insgesamt 6,55 Milliarden Euro.

Scheuer sagte, für die neuen Ziele sollten mehr als 1400 neue Mobilfunkmasten errichtet werden. „Das ist ein klares Signal, dass der Mobilfunkausbau in bislang unterversorgten Regionen mit voller Kraft vorangetrieben wird.“

Konkret sieht der Vertrag eine Versorgung von 99 Prozent der Haushalte bundesweit bis Ende 2020 vor und von 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland bis 2021 – also auch in Flächenländern. Damit soll die Versorgung gerade in ländlichen Räumen verbessert werden. Allerdings beziehen sich die Ausbauziele auf die Zahl der Haushalte – und nicht auf die Fläche.

Bereits jetzt gilt für die Netzbetreiber eine Verpflichtung, bis Januar 2020 deutschlandweit 98 Prozent der Haushalte mit mobilem Breitband zu versorgen. Diese Bedingung war ihnen bei der Versteigerung von Frequenzen im Jahr 2015 auferlegt worden. Nun sollen es 99 Prozent der Haushalte sein. Scheuer hatte im Juli 2018 gesagt, damit könnten eine halbe Million Haushalte zusätzlich ans Mobilfunknetz angeschlossen werden.

Beim nun beschlossenen Ausbau wollen die Mobilfunkbetreiber untereinander stärker zusammenarbeiten und sich die finanzielle Belastung teilen. Die geplanten mindestens 1400 zusätzliche Mobilfunkmasten sollen für eine Nutzung durch jeden Betreiber offen stehen.

Im Zusammenhang mit der 5G-Auktion hatte es bereits weitere Ausbauvorgaben gegeben, zum Beispiel zur Versorgung an Autobahnen, Bund- und Landstraßen sowie allen Zugstrecken und wichtigen Wasserstraßen.

Der Vorstandsvorsitzende von Telefónica Deutschland, Markus Haas, sprach von einer guten Nachricht für die 45 Millionen Vodafone-Kunden im O2-Netz. „Für eine digitale Vernetzung Deutschlands auf Weltniveau müssen wir jetzt mutig weitere Schritte gehen“, sagte Haas.

Drillisch-Vorstandschef Ralph Dommermuth sagte, dass der Ausbau in Kooperation mit den drei anderen Netzbetreibern geschehe, sei ein erster und wichtiger Schritt. „Denn kein Netzbetreiber wird ein leistungsstarkes 5G-Netz für ganz Deutschland alleine bauen können.“ Der Chef von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, sagte, mit dem Mobilfunkpakt werde die Ausbaugeschwindigkeit deutlich erhöht.

Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner betonte: „Ein Jahr nach dem Mobilfunkgipfel haben wir einen entscheidenden Schritt gemacht, um Funklöcher zu schließen.“ Im Gegenzug bestehe Einigkeit über die Zahlungsmodalitäten für die Vergabe der 5G-Lizenzen. „Das ist wichtig. Denn nun haben wir Planungssicherheit und können mit 5G loslegen.“

 

 

Unser Bericht über das bayerische Projekt zur Mobilfunkförderung:

 

 

Pressemitteilung dpa

Das könnte Dich auch interessieren

02.03.2026 Ostbayern: Goldsteig gewinnt Trekking-Award 2026 als schönster Fernwanderweg Der rund 660 Kilometer lange Goldsteig ist beim Trekking-Award 2026 von rund 35.000 Leserinnen und Lesern des trekking Magazins zum schönsten Fernwanderweg gewählt worden und stärkt damit erneut die Bedeutung von Ostbayern als führende Wanderregion. 02.03.2026 Heute Abend im Programm 27.02.2026 Bayern: «Stagnation statt Aufschwung» auf dem Arbeitsmarkt Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im Februar im Vergleich zum Vormonat zwar um 3.716 auf 341.061 gesunken, dennoch ist das der höchste Stand für einen Februar seit 2010. Das teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent und bleibt unverändert zur Januar-Quote.Im Februar 2025 waren 25.02.2026 Landkreis Neumarkt: Mann um 300.000 Euro betrogen - Polizei rät zu Vorsicht Ein 60-Jähriger verliert viel Geld an Anlagebetrüger. Wie die Täter vorgingen und wie man sich vor solchen Maschen schützen kann.