Di., 24.09.2019 , 21:00 Uhr

Verleihung des Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml hat am Dienstagabend in München den Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis verliehen. Ausgezeichnet wurden herausragende Projekte aus München, Regensburg und Erlangen.

Einer der drei Preisträger ist das Projekt „Kleine Helden brauchen große Herzen –  Pflegerisch begleitete Auszeiten für Familien mit chronisch kranken oder behinderten Kindern“ des gleichnamigen Vereins aus München. Die Familien bekommen bei einem Aufenthalt auf dem Irmengardhof der Björn-Schulz-Stiftung am Chiemsee eine Auszeit von ihrem schweren Alltag. Während dieser Zeit werden die kranken Kinder von fachkompetenten Kinderkrankenschwestern, weitestgehend aus der Hauner‘schen Kinderklinik, bis zu neun Stunden am Tag pflegerisch versorgt. Auch in der Nacht steht immer eine Pflegekraft für Notfälle zur Verfügung.

Darüber hinaus wurde der Kreisverband Regensburg des Bayerischen Roten Kreuzes für seine „Arbeitszeitadaptierte Tagespflege für Senioren“ in Neutraubling ausgezeichnet. Für bis zu 60 Pflegebedürftige bietet diese Tagespflege in der Oberpfalz eine Betreuung an, die sich an den wechselnden Arbeitszeiten von deren Angehörigen orientiert, die in den umliegenden Firmen häufig im Schichtdienst arbeiten. Dabei befindet sich diese Tagespflege in unmittelbarer Nähe zu den Betrieben. Außerdem können Kunden der umliegenden Einzelhandelsbetriebe ihre pflegebedürftigen Angehörigen während ihres Einkaufs dort betreuen lassen. Das Angebot stößt in der Region auf sehr große Resonanz: Die Tagespflege ist zu 97 Prozent ausgelastet.

Der dritte Preisträger ist das  Projekt „Voice-Weaning – Vertraute Stimmen im Weaningprozess“  am Universitätsklinikum Erlangen. Dabei wurde untersucht, ob sich die kontrollierte oder künstliche Beatmungszeit von neurologischen Patienten mit Hilfe des Vorspielens vertrauter Stimmen von Angehörigen verkürzen lässt. Auf Intensivstationen kann es ein langwieriger Prozess sein, Patienten von der künstlichen Beatmung zu entwöhnen. In der Medizin nennen wir das „Weaning“ (= Entwöhnen). Mit diesem System des „Voice-Weaning“ gelang es dem Team, bestehend aus einem Fachkrankenpfleger und zwei Fachkrankenschwestern für Anästhesie und Intensivmedizin, die kontrollierte Beatmungszeit der Patienten um etwa ein Drittel zu reduzieren. Jetzt soll dieses „Voice-Weaning“ als Standardverfahren zur Entwöhnung bei Beatmungspatienten etabliert werden.

Die Ministerin unterstrich: „Der Bayerische Gesundheits- und Pflegepreis ist die höchste staatliche Auszeichnung in diesem Bereich. Wir brauchen auch künftig kreative Ideen und Konzepte, um gesundheitliche und pflegerische Angebote zum Wohle aller gut zu organisieren. Das kann die Politik aber nicht alleine schaffen. Dafür brauchen wir auch die Innovationskraft der Menschen in Bayern.“

30 Projekte der insgesamt 170 Nominierungen für den Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis kamen in die Endauswahl (siehe www.gp-preis.bayern.de). Daraus wählte eine unabhängige Fachjury unter Vorsitz des Präsidenten der Bayerischen Landesärztekammer, Dr. Gerald Quitterer, drei gleichwertige Preisträger aus. Sie erhalten einen Betrag in Höhe von jeweils 7.500 Euro.

 

MWi

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