Mi., 28.08.2019 , 08:14 Uhr

Unglück verhindert: Güterzug war ungebremst unterwegs

Ein Güterzug ist eine weite Strecke ungebremst durch Bayern gerollt – einen Unfall gab es wegen der schnellen Reaktion mehrerer Fahrdienstleiter entlang der Strecke aber nicht. Die Bundespolizei ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Es handelte sich um einen Zug eines privaten Unternehmens. Dieses gab die zurückgelegte Strecke mit rund 90 Kilometern an.

Laut Polizei war der Zug vom tschechischen Eger in Richtung Wiesau in der Oberpfalz gefahren. Als die Lokführer den Zug nicht stoppen konnten, rollte dieser ungebremst weiter, bis er bei Schwarzenfeld (Landkreis Schwandorf) in flachem Gelände stehenblieb. Die Lokführer hätten die Bremskupplung falsch angeschlossen, teilte das Unternehmen mit. Die Bremswirkung sei nur sehr gering gewesen.

Ein Sprecher der DB Netz, die die Schienen-Infrastruktur zur Verfügung stellt, sagte am Dienstag, die Fahrdienstleiter hätten innerhalb weniger Minuten die Signale an der Strecke so eingestellt, dass der Güterzug freie Fahrt hatte und keine anderen Züge auf die Strecke fuhren. Zuvor hatte der «Münchner Merkur» über den Vorfall vom 22. August berichtet.

Der Bahnsprecher sagte, die zwei Lokführer des Güterzuges hätten vor dem Bahnhof Wiesau bemerkt, dass sie den Zug nicht bremsen können und die Fahrdienstleiter darüber informiert. Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung habe Ermittlungen aufgenommen. Ein solcher Vorfall sei extrem selten. Laut dem privaten Unternehmen wurden die beiden Lokführer entlassen.

dpa

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