Fr., 14.01.2022 , 15:45 Uhr

UNESCO zeichnet Studentinnen der OTH Regensburg aus

Kinder spielerisch über Hassrede und Cybermobbing aufklären: Diese Projektidee von drei OTH-Studentinnen hat international überzeugt.

49.000 Euro für Spielkonzept gegen Hass im Internet

Mit einem hybriden Spielkonzept Kinder zwischen acht und zwölf Jahren über Hassrede im Internet und Cybermobbing aufklären: Mit dieser Idee sind Studentinnen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) bei einem Wettbewerb der UNESCO als eines von nur sechs Siegerteams weltweit ausgezeichnet worden. Darüber hinaus erhalten Deborah Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke im Rahmen des Projekts #ideenfürdiejugend 49.000 Euro Förderung aus dem Jugendbudget des Bayerischen Sozialministeriums, damit aus der Idee Realität werden kann.

„Ich bin extrem stolz auf das Team, seine Leistungen und den zu erwartenden Mehrwert für unsere Gesellschaft“,

sagt Prof. Dr. Katherine Gürtler, Dekanin der Fakultät Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften an der OTH Regensburg. Sie hatte ihre Studierenden gefragt: „Wer hätte Zeit und Lust bei einem Hackathon zum Thema Medienkompetenz mitzumachen?“ Deborah Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke hatten Lust. Sie studieren im siebten Semester International Relations and Management und hatten bereits Prof. Gürtlers Kurs „Medienkompetenz im Zeitalter der Fake News“ besucht.

 

Erster Platz für „Abenteuer mit Sam“

Gute Voraussetzungen also zur Teilnahme am von der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) ausgelobten „Global Media and Information Literacy Youth Hackathon“. Mit Erfolg: In der Kategorie „Förderung friedensfördernder Narrative und Bekämpfung von Hassrede“ sicherten sich die Studentinnen unter Beiträgen aus aller Welt den ersten Platz. Die Jury urteilte in ihrer Begründung „dass Ihr Vorschlag innovativ und kreativ ist und die Bewertungskriterien Kohärenz, Exzellenz, Durchführbarkeit, Nachhaltigkeit und potenzielle Wirkung gut erfüllt“. Und Prof. Gürtler sagt: „Dieser Erfolg bestätigt die bedeutende Rolle der OTH Regensburg als Impulsgeberin für Social Entrepreneurship und positiven gesellschaftlichen Wandel.“

„Wir sehen, dass Hassnachrichten und Cybermobbing ein immer größeres Problem für Kinder und Jugendliche sind. Wer hat sich um die Probleme von Schüler*innen vor allem während des Online-Lernens der letzten zwei Jahre gekümmert? Da wollen wir mit unserer Idee anpacken“,

beschreiben Deborah Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke ihren Ansatz.

„Unsere Vision wäre ein Peer-to-Peer-Learning als fester Bestandteil der Medienausbildung von Schüler*innen. Ältere Schüler*innen können mit jüngeren unser Spiel spielen, ins Gespräch kommen und bei diesem wichtigen Thema füreinander da sein.“

„Abenteuer mit Sam“ lautet der Arbeitstitel für eine digitale und analoge Schatzsuche, die Kinder zwischen acht und zwölf Jahren spielerisch zur Auseinandersetzung mit Hassrede und Cybermobbing einlädt. Der analoge Teil des Spiels besteht aus einer Box, in der die Kinder alle benötigten Materialien finden. Der digitale Teil ist eine Website, welche die Geschichte von Sam erzählt – einem Kind, das in der Schule mit Cybermobbing konfrontiert wird. Die Kinder lernen einerseits, wie real sich Aussagen und Handlungen im Internet auf das „echte“ Leben auswirken können. Zugleich erhalten sie Gewissheit, dass sie der virtuellen Welt nicht machtlos gegenüberstehen, sondern mutiges Handeln oder Ansprechpersonen in der realen Welt weiterhelfen.

 

Von der Idee zur Realität

Das Konzept für „Abenteuer mit Sam“ überzeugte auch die Jury um Bayerns Sozialministerin Carolina Trautner im Projekt #ideenfürdiejugend: 49.000 Euro Förderung erhalten Deborah Walsleben, Cäcilia Präckel und Sophie Lüdecke für die Umsetzung bis Oktober 2022. Mit Partnerschulen soll zudem getestet werden, wie das hybride Spielkonzept bei Kindern ankommt. Prof. Dr. Wolfgang Baier, Präsident der OTH Regensburg, ist schon gespannt auf die Ergebnisse und zeigte sich beeindruckt vom Erfolg der Studierenden.

„Das ist einmal mehr ein Beleg dafür, dass wir in der Lehre ganz nah dran sind an aktuellen Themen und neben der Forschung auch im Bereich der Bildung wichtige Akzente für die Gesellschaft setzen.“

Prof. Dr. Katherine Gürtler will die Studentinnen weiter unterstützen und blickt bereits in die Zukunft:

„Neben der aktuellen Konzeptidee zur Aufklärung über Cybermobbing kann das Format eventuell um andere Themen aus dem Bereich Medienkompetenz erweitert werden, etwa Aufklärung über Fake News und Verschwörungsideologien.“

 

OTH Regensburg/JM

Das könnte Dich auch interessieren

08.10.2026 Berngau: Großeinsatz - Wohnhaus umstellt, Bevölkerung soll in den Häusern bleiben In Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz ist die Polizei mit starken Kräften im Einsatz. 08.10.2026 Eisbären: Liron Pellizzari kommt nach Regensburg Der gebürtige Augsburger stammt aus dem Nachwuchs des Augsburger EV. Pellizzari ist 1,90 Meter groß, wiegt 94 Kilogramm und schießt links. Trotz seines jungen Alters konnte er bereits erste Erfahrungen im Senioren-Eishockey sammeln. In der vergangenen Saison absolvierte der Verteidiger sieben Spiele in der PENNY DEL für die Augsburger Panther. Für die U20 des Augsburger 08.10.2026 Regensburg: Nach neuen Hinweisen zu Kerstin Lee Langley - Grabungen bei Neumarkt Seit 2007 wird Kerstin Lee Langley aus Regensburg vermisst - jetzt gibt es Neuigkeiten. 08.10.2026 Regensburg: Nach Drohnenflug nahe Uniklinikum - Pilot angezeigt Ein 38-jähriger Mann hat am Mittwochnachmittag mit einer Drohne Luftaufnahmen über einem Schulgelände im Unterislinger Weg in Regensburg gemacht. Obwohl die Schule den Flug genehmigt hatte, droht dem Mann nun ein Bußgeld. Zu nah am Hubschrauberlandeplatz Eine unbeteiligte Person bemerkte die Drohne und verständigte die Polizei. Die Beamten stellten fest, dass der Sicherheitsabstand von 1.500