Mi., 09.11.2022 , 13:41 Uhr

Umweltaktivisten besetzen Hörsaal der Universität Regensburg

Eine Vorlesung der etwas anderen Art hat es heute Vormittag in der Uni gegeben.

An den Universitäten Regensburg und Erlangen haben Studierende jeweils einen Hörsaal besetzt. Damit schließen sie sich nach eigenen Angaben weltweiten Protesten an, um für effektiven Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit einzutreten.
Heute Vormittag haben Umweltaktivisten von „End Fossil – Occupy“ einen Hörsaal 2 der Uni Regensburg besetzt. Im H2 fand gerade eine Vorlesung der Politikwissenschaften statt.
Laut Polizei wusste die Universitätsleitung von dieser Aktion, die noch die nächsten beiden Tage weitergeführt werden soll. Die Aktivisten fordern unter anderem das Ende des Kohleabbaus, ein Tempolimit und ein 9-Euro-Ticket.

„Wir sollen in der Uni sitzen und so tun, als wäre alles okay. Aber die Welt, für die wir lernen sollen, hat keine Zukunft“,

heißt es den Angaben nach in einem internationalen Aufruf zu Hochschulprotesten.

Die Aktionen finden zeitlich mit der UN-Klimakonferenz in Ägypten statt.

„Regierungen stehen Profitinteressen und multinationalen Konzernen machtlos gegenüber. Es braucht neue starke und demokratische Lösungen. Wo sollen wir die entwickeln, wenn nicht in Schulen und Universitäten?“,

sagte ein Student der Uni Regensburg laut Mitteilung.

„Der Hörsaal wird den Personen mit Einverständnis der Universität zur Verfügung gestellt. Aktuell ist kein polizeiliches Handeln erforderlich“,

so die Polizeiinspektion Regensburg Süd.

Für heute Nachmittag hat sich Universitäts-Präsident Udo Hebel für ein Gespräch mit den Aktivisten angekündigt.

 

PI Regensburg Süd/JM/dpa

 

Stellungnahme der Uni Regensburg

Stellungnahme der Universität Regensburg zur Besetzung des Hörsaal H2 durch „End Fossil: Occupy“

Die Universität Regensburg ist sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst und hat Verständnis für das Engagement der Gruppe „End Fossil: Occupy“. Mit dem Hörsaal H2 stellt die Universität den Umweltaktivist:innen daher bis Freitag eine Plattform auf dem Campus zur Verfügung, um ihre Anliegen in die Öffentlichkeit tragen zu können.

Universitätspräsident Prof. Dr. Udo Hebel informierte sich am Mittwoch vor Ort im H2 über die Anliegen der Gruppe und verwies auf das stetig steigende Engagement der Universität zum Thema Nachhaltigkeit. So referierte der Klimaforscher und Alumnus der UR, Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, in seiner Festrede beim Dies academicus der Universität im Jahr 2019 über das Thema „Herausforderung Klimawandel“. Zwei Jahre später nahm das Nachhaltigkeitsbüro „Green Office“ der UR seine Arbeit auf, das Studierende und Universitätsmitarbeiter:innen dabei unterstützt, das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich in verschiedenen Dimensionen (ökologisch, sozial und ökonomisch) anzugehen. Aktuell entsteht ein Nachhaltigkeitskonzept für die UR, dessen Eckpunkte beim Dies academicus 2022 am 24. November vorgestellt werden. Weitere Bausteine sind beispielsweise die Ende Oktober 2022 eröffnete Begegnungsstätte für Nachhaltigkeit auf dem Campus sowie das Mitte November 2022 startende Projekt des E-Carsharing an der Universität.

Im Gespräch mit den Vertretern von „End Fossil: Occupy“ betonte Prof. Hebel zudem, dass die Wichtigkeit des Themas „Klimaschutz“ immer deutlicher zu Tage trete und die Universität Regensburg ein Raum der Beschäftigung mit den wichtigen zukunftsrelevanten Fragen ist.

„Sie tragen Anliegen vor, die im Interesse unser aller Zukunft sind. Diese Themen sind es mehr als wert, dass man sich dafür engagiert und sich mit ihnen identifiziert.“

 

Bereits letzte Woche hat die Gruppe am Uni Bahnhof demonstriert:

 

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