Do., 07.05.2020 , 10:25 Uhr

Winzerer Höhen: Landschaftspflegeverband schafft neue Lebensräume für Eidechsen und Wildbienen

Trockenmauern auf den Winzerer Höhen über Regensburg zeugen vom einstigen Weinbau in der Region. Derzeit wird dort vom Landschaftspflegeverband eine mindestens hundert Jahre alte Mauer auf einer Länge von rund fünfzig Metern neu aufgebaut. Sie war im Laufe der Jahre marode geworden und von Sträuchern – die bereits im Herbst entfernt wurden – überwuchert. Bis Ende Mai sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein – rechtzeitig, ehe die Eidechsen mit ihrer Eiablage beginnen.

Dabei entsteht ein Biotop für Zaun- und Mauereidechse oder die Schlingnatter, die warme und trockene Standorte lieben. „Mauern sind ein faszinierender Lebensraum. Die Größe der Hohlräume und die Breite der Fugen haben einen entscheidenden Einfluss, wer die Mauer besiedelt“, so Heidrun Waidele vom Landschaftspflegeverband (LPV). „Sie bilden ein Paradies für Wildbienenarten, wie der Mauer- und Mörtelbiene oder der Wolfsspinne. In den Spalten und Ritzen finden sich Pflanzen wie Mauerraute, weiße Mauerpfeffer oder Streifenfarn.“ Da das vorhandene alte Steinmaterial zum Aufbau der Mauer wiederverwendet wird, spart man sich weit mehr als die Hälfte der neuen Kalksteine aus dem Solnhofener Steinbruch. Kleine Steine werden zur Hinterfüllung der Mauer mit zusätzlichem Schotter an der Mauerrückseite eingebaut. Dies sorgt für die nötige Stabilität und Drainage.

Der Wiederaufbau wird im Rahmen des Juradistl-Biodiversitätsprojekts durchgeführt. Von den 17.200 Euro Gesamtkosten fördert die Regierung der Oberpfalz das Projekt mit 90 Prozent. Den Rest trägt der Landschaftspflegeverband. Bereits 2019 war eine 20 Meter lange Mauer weiter westlich saniert worden. „Die Sanierung trägt zum Erhalt unserer Kulturlandschaft und zum Erhalt vieler Lebensräume für Pflanzen und Tiere bei“, so Heidrun Waidele. Grundstückseigentümer auf den Winzerer Höhen, deren Grundstücke immer mehr zuwachsen, können sich laut Waidele beim LPV melden. In den letzten Jahren wurden auf diese Weise viele Flächen freigestellt, die heute über den Biobetrieb Graf-Koller beweidet werden.

Hintergrund: Juradistl ist ein Naturschutzgroßprojekt im Rahmen der Bayerischen Biodiversitätsstrategie. Es wird getragen von den Landschaftspflegeverbänden der Landkreise Amberg-Sulzbach, Regensburg, Neumarkt i.d. Opf. und Schwandorf und unterstützt von der Regierung der Oberpfalz. Ziel ist der Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten im Oberpfälzer Jura. Wesentliche Bestandteile sind der Aufbau eines Biotopverbundes, ein starkes Engagement in der Umweltbildung und die Partnerschaft mit Landwirten, Metzgern, Gastronomen und vielen anderen Partnern in der Region. Sie sind es, die durch Beweidung und Bewirtschaftung, durch ihre Produkte und ihre Arbeit den Lebensraum vieler Arten erhalten.

Pressemitteilung Landkreis Regensburg

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