Mi., 08.07.2020 , 08:38 Uhr

Trauerfeier für Georg Ratzinger im Regensburger Dom

Seine letzte Ruhe soll Domkapellmeister Georg Ratzinger in der Grabstelle der Regensburger Domspatzen finden. Den Knabenchor hatte der ältere Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI. 30 Jahre lang geleitet. Zum Requiem für seinen Bruder  konnte der frühere Papst Benedikt XVI. nicht nach Regensburg anreisen. Und doch war er präsent: In einem Brief erinnerte er mit warmherzigen Worten an seinen Bruder. Georg Ratzinger ist auf dem Unteren Katholischen Friedhof beigesetzt worden. 

Regensburg: Bewegender Abschied von Georg Ratzinger
Es war ein bewegender Abschied: Heute ist Georg Ratzinger beerdigt worden.
Trauerfeier für Georg Ratzinger (komplette Aufzeichnung)
Der Mitschnitt der Trauerfeier für den verstorbenen Georg Ratzinger aus dem Regensburger Dom. Ursprünglich live gezeigt am 8.7.2020

Bei einem feierlichen Requiem im Regensburger Dom haben Kirchenvertreter und Weggefährten Abschied vom einstigen Domkapellmeister Georg Ratzinger genommen. Sein jüngerer Bruder, der emeritierte Papst Benedikt XVI., war nicht zur Trauerfeier aus dem Vatikan angereist. Er sah sich das Requiem am Mittwoch via Livestream im Internet an, wie Bischof Rudolf Voderholzer sagte. 

Sichtlich bewegt und mit brüchiger Stimme verlas der Privatsekretär des früheren Papstes, Georg Gänswein, einen Dankesbrief Benedikts. Der frühere Papst erinnerte mit herzlichen Worten an den jüngsten Besuch bei seinem Bruder und dankte dafür, «dass ich in den letzten Tagen seines Lebens noch einmal mit ihm zusammen sein durfte». Mit einem «Vergelt's Gott, lieber Georg», verabschiedete er sich. Gänswein kamen beim Lesen die Tränen.

Benedikt sprach in dem Brief auch von der Musikalität seines Bruders und von der Freude, mit der dieser sein Amt als Domkapellmeister ausgeführt habe. Er sei auch ein Mensch von heiterer Geselligkeit gewesen und ein Mann des direkten Wortes, der seine Überzeugung offen aussprach.

Für fünf Tage war der frühere Pontifex im Juni überraschend nach Regensburg gereist, um seinen schwer erkrankten Bruder zu besuchen. Die beiden hatten Abschied von einander nehmen wollen. Aber, so Benedikt in seinem Brief, sie hätten gewusst, dass Gott ihnen in «der anderen Welt» ein neues Miteinander schenken würde.

Der 93-Jährige lebt seit seiner Emeritierung im Jahr 2013 in einem Kloster im Vatikan. Dort hatte ihn Ratzinger immer wieder besucht. Die Brüder standen sich sehr nahe.

Ein letztes Geleit konnte ihm der gebrechlich gewordene einstige Papst nun nicht geben. Der Sarg und ein Porträt Ratzingers waren mit weißen Rosen und gelben Gerbera verziert. Ein Ensemble des Chores sang «Denn er hat seinen Engeln befohlen» von Felix Mendelssohn Bartholdy nach Psalm 91 und rührte damit so manchen Trauergast zu Tränen. Es ist das letzte Werk, das Ratzinger 1994 bei seinem Abschied von den Domspatzen im Regensburger Dom dirigierte.

Unter den Trauergästen waren der Erzbischof von Freising und München, Kardinal Reinhard Marx, der frühere Bischof von Regensburg, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, sowie Gloria Fürstin von Thurn und Taxis.

Nach dem Requiem, bei dem wegen der Corona-Situation die Zahl der Plätze eingeschränkt war, wurde Ratzinger im Stiftungsgrab der Regensburger Domspatzen auf dem Unteren Katholischen Friedhof beigesetzt.

dpa/MB

 

Bildergalerie: Trauerfeier von Georg Ratzinger

 

Unsere bisherige Berichterstattung zum Thema

Abschied von Georg Ratzinger
Morgen wird Georg Ratzinger, der ehemalige Regensburger Domkapellmeister und Leiter der Regensburger Domspatzen beerdigt. Schon jetzt haben viele Menschen online auf der Homepage des Bistums kondoliert. Heute hatte jeder, der wollte, die Möglichkeit, sich in der Stiftskirche St. Johann persönlich von dem Verstorbenen zu verabschieden.
Regensburg: Totenvesper für Georg Ratzinger
Am Sonntag haben sich zahlreiche (ehemalige) Domspatzen von Georg Ratzinger verabschiedet.

 

Die Totenvesper aus dem Dom (Mitschnitt)

Regensburg: Totenvesper für Georg Ratzinger
Ein Mitschnitt der Live-Übertragung aus dem Regensburger Dom

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