Fr., 06.11.2015 , 08:49 Uhr

Tragisches Zugunglück: Zwei Menschen sterben nach Kollision mit LKW

Tragisches Zugunglück am Donnerstagabend (05.11.2015) in Freihung (Landkreis Amberg-Sulzbach): Gegen 22:00 Uhr kollidierte auf der Bahnstrecke Nürnberg-Weiden im Ortsteil Freihungsand ein Regionalzug mit einem LKW, der auf einem Bahnübergang stand. Zwei Personen starben bei dem Unfall.

Ein Regionalexpress erfasste an dem beschrankten Bahnübergang die Zugmaschine eines Sattelzuges, die im Bereich der Gleisanlagen zum Stehen kam. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Zugmaschine vom Anhänger abgerissen und von dem Regionalzug, der aus zwei Wägen bestand, mehrere hundert Meter mitgeschleift. Beide Fahrzeuge gerieten in Brand. Die LKW-Zugmaschine brannte vollständig aus und der Regionalzug brannte im Bereich des Lokführerstandes aus.

Am oder im Lkw mit rumänischer Zulassung hielten sich zum Unfallzeitpunkt zwei Männer mit rumänischer Staatsangehörigkeit auf. Der mutmaßliche 30-jährige LKW-Fahrer verstarb, der Beifahrer erlitt leichte Verletzungen und stellt nun einen wichtigen Ansprechpartner für die polizeilichen Ermittler dar.

Aus dem Bereich des Führerstandes des Regionalzuges bargen Einsatzkräfte in den frühen Morgenstunden einen zweiten Leichnam. Hier wird davon ausgegangen, dass es sich um den 35-jährigen Zugführer handelt. Eine endgültige Identifizierung ist bislang nicht erfolgt.

Im Regionalzug befanden sich zum Unfallzeitpunkt etwa 40 Personen. Nach Auskunft des Rettungsdienstes vor Ort wurden 16 Zuginsassen ärztlich versorgt. Vier der Verletzten wurden stationär in Krankenhäusern aufgenommen. Bei diesen Personen besteht keine Lebensgefahr.

Die Zuginsassen fanden in einem nahe gelegenen Gewerbebetrieb eine erste Unterkunft, in der sie von den Rettungskräften betreut wurden.

Durch die über 270 Einsatzkräfte am Unfallort erfolgte auch eine Absuche des umliegenden Geländes nach möglichen Verletzten. Hierbei wurden keine Personen aufgefunden.

 

 

Zur Klärung des Unfallherganges und der Unfallursachen wurden auf Anordnung des am Unfallort anwesenden Staatsanwaltes der Staatsanwaltschaft Amberg unfallanalytische Gutachter hinzugezogen. Diese begannen noch in den Nachtstunden mit der Untersuchung der Unfallstelle und der beteiligten Fahrzeuge.

Auf dem Sattel-Auflieger des rumänischen Lkw befand sich zum Unfallzeitpunkt ein US-Militär-Lkw. Der abgerissene Auflieger stand nach dem Zusammenstoß samt Ladung nahezu unbewegt am Bahnübergang.

Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass sich Zuginsassen unmittelbar nach dem Zusammenstoß und vor einer polizeilichen Registrierung von der Unfallstelle entfernt haben. Die mit der Sachbearbeitung betraute Polizeiinspektion Auerbach bittet nun solche Fahrgäste, sich dringend mit der Polizei unter der Rufnummer 09643/9204-0 in Verbindung zu setzen.

Im Zug befanden sich noch verschiedene, zurückgelassene Gegenstände, die von der Polizei gesichert wurden. Diese können bei der Polizeiinspektion Auerbach, Oberer Torplatz 7, 91275 Auerbach i.d.OPf., von Berechtigten abgeholt werden.

Personen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallgeschehen oder einem Sattelzug im Bereich des Bahnüberganges machen können, werden ebenfalls gebeten, sich dringend mit der Polizeiinspektion Auerbach in Verbindung zu setzen.

Angaben, wie lange die Bergung und die Beeinträchtigung des Bahnverkehrs noch andauern werden, können derzeit nicht gemacht werden.

 

pm/LS

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