Di., 07.04.2020 , 16:35 Uhr

Tradition: Keine Osterbrunnen in der Corona-Krise?

Wegen der Corona-Krise wird in der fränkischen Schweiz auf das traditionelle Schmücken von Brunnen mit bemalten Ostereiern verzichtet. «Die Gemeinden haben Osterbrunnen dieses Jahr verboten», sagte Reinhard Löwisch von der Tourismuszentrale Fränkische Schweiz. Schon beim Aufbau kämen viele Menschen zusammen. Problematisch wäre aber vor allem der Besuch von mehreren Zehntausend Ausflüglern, die normalerweise die kunstvoll dekorierten Brunnen bestaunen.

Der Brauch in der Fränkischen Schweiz ist mehr als 100 Jahre alt. Mit dem Schmücken von Brunnen und Quellen unterstrichen die Menschen die Bedeutung des Wassers, das früher in der Region oft knapp war. Mittlerweile gibt es in ganz Bayern und auch in anderen Bundesländern Osterbrunnen.

Einer der bekanntesten ist der mit mehr als 10 000 Eiern verzierte Osterbrunnen in Bieberbach (Landkreis Forchheim). Die meisten Eier würden übers Jahr gelagert, erzählte Barbara Pickelmann vom dortigen Heimatverein. Weil immer wieder welche zu Bruch gingen, hätten sie in den vergangenen Monaten schon um die 1000 Eier ausgeblasen, bemalt und zu Girlanden gebunden. Umsonst sei die ganze Mühe trotzdem nicht gewesen. «Das war eine so schöne Zeit, als wir uns noch alle zum Bemalen treffen konnten.»

Im Nachbarort Kleingesee werde der Osterbrunnen jedes Jahr zu einem anderen Thema dekoriert, sagte Löwisch. «Dieses Jahr war das Thema Wald, sie hatten schon ganze Waldlandschaften aufgebaut.» Die Girlanden müssten sie nun auflösen, weil die eingeflochtenen Buchs- und Tannenzweige sonst welk würden. «Aber die Eier heben sie im Feuerwehrhaus für nächstes Jahr auf.»

Im niederbayerischen Deggendorf ziert der Osterbrunnen dieses Jahr trotzdem den Stadtplatz – wenn auch die üblichen Sitzmöglichkeiten rundum fehlen. Der geschmückte Brunnen sei gerade jetzt «ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht», teilte die Stadt am Dienstag mit.

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

28.07.2026 Bayern: Urlaub? Für 1,9 Millionen Menschen ist das nicht drin Das entspricht etwa 15 Prozent der Bevölkerung. Damit bleibt die Situation im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Alleinlebende und Alleinerziehende besonders betroffen Besonders häufig betroffen sind Alleinlebende sowie Alleinerziehende mit ihren Kindern. Rund 21 Prozent der alleinlebenden Menschen in Bayern geben an, sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten zu können. Noch schwieriger ist die Situation für 28.07.2026 Regensburg: Waldbrandgefahr – Luftbeobachtungsflüge in der Oberpfalz angeordnet Wegen der anhaltenden Trockenheit und der damit verbundenen großen Waldbrandgefahr werden in der Oberpfalz erneut Luftbeobachtungsflüge durchgeführt. 28.07.2026 Heute Abend im Programm 26.07.2026 Berlin: Nach Angriff auf CSD – Tatverdächtiger ist tot Nach einem Anschlag im Umfeld des Christopher Street Day in Berlin fahnden Polizei und Generalstaatsanwaltschaft nach einem 21-jährigen Mann. Die Ermittler bitten die Bevölkerung um Hinweise und warnen davor, den Gesuchten selbst anzusprechen.