Do., 21.02.2019 , 13:30 Uhr

Tote Tramperin Sophia L.: LKW-Fahrer wegen Mordes angeklagt

Die Studentin Sophia aus Bayern wurde im Sommer beim Trampen getötet. Wir haben über den Fall berichtet. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Mordanklage gegen einen Lastwagenfahrer erhoben – der stellt den Tathergang jedoch anders dar.

Im Fall der getöteten Tramperin Sophia hat die Staatsanwaltschaft Bayreuth Mordanklage gegen einen Lastwagenfahrer erhoben. Die Anklagebehörde wirft ihm vor, die 28-Jährige Mitte Juni angegriffen, in seine Gewalt gebracht und umgebracht zu haben, um zuvor begangene Straftaten zu verdecken. Der 1977 geborene Marokkaner behaupte dagegen, die Studentin bei einer Auseinandersetzung getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Sophia hatte von ihrem Studienort Leipzig aus in Richtung Nürnberg trampen wollen. Dabei nahm der Lastwagenfahrer sie den Ermittlungen zufolge an einer Tankstelle an der Autobahn 9 in Sachsen mit und ermordete sie wenig später. Der Mann wurde in Spanien festgenommen. Dort wurde auch Sophias Leiche entdeckt. Der Lkw-Fahrer wurde nach Deutschland ausgeliefert und kam in Untersuchungshaft.

Wann und wo genau die junge Frau getötet wurde, sei nicht sicher, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Das Landgericht Bayreuth müsse nun darüber entscheiden, ob es die Anklage zulässt. Ein Termin für die Hauptverhandlung stehe noch nicht fest.

Im September war Sophia im Familien- und Freundeskreis in ihrer Heimatstadt Amberg in der Oberpfalz bestattet worden. Rund 200 Freunde und Angehörige begleiteten sie auf ihrem letzten Weg.

Ihr Bruder Andreas Lösche hatte die Arbeit der deutschen Ermittler wiederholt öffentlich kritisiert. So sei der Fall seiner Schwester lange als Vermisstenfall eingestuft worden, obwohl klar gewesen sei, dass es sich um ein Gewaltverbrechen handele. Auch habe die Kommunikation zwischen den Bundesländern nicht funktioniert.

Die Familie der Studentin wehrte sich außerdem dagegen, dass Rechtspopulisten das Schicksal der jungen Frau für ihre Zwecke missbrauchen. «Es geht hier eindeutig um Gewalt gegen Frauen und nicht um Gewalt durch Flüchtlinge. Das ist mir das Wichtigste, dass das deutlich wird», sagte Lösche im Dezember.

 

Pressemitteilung dpa

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