Do., 12.09.2013 , 19:09 Uhr

Todesfall Maria Baumer - Festnahme bestätigt

Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Festnahme eines Tatverdächtigen im Fall Maria Baumer bestätigt. 

Hier die gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Regensburg und des Polizeipräsidiums Oberpfalz 

Die umfangreiche und langwierige Fahndung nach Maria Baumer aus Regensburg hat ein Ende. Die im Mai 2012 von ihrem Verlobten als vermisst gemeldete Frau ist tot. Im dringenden Tatverdacht sie getötet zu haben, steht ein 28-jähriger Mann aus Regensburg.

 Pilzsucher fanden am Sonntag, 08. 09. 2013, gegen 13.00 Uhr, in einem Waldgebiet, südlich von Bernhardswald/Lkr. Regensburg, skelettierte Leichenteile. Der Finder meldete dies der Polizei. Sehr schnell lag der Schluss nahe, dass es sich dabei um die sterblichen Überreste der bei ihrem Verschwinden 26-Jahre alten Geoökologin handeln könnte. Deren Untersuchung der sterblichen Überreste am Institut für Rechtsmedizin der Universität Nürnberg/Erlangen bestätigten diese Vermutung.

Polizeilich bekannt wurde der Vorfall durch die Vermisstenanzeige des Verlobten am 29.05.2012 bei der Polizeiinspektion Regensburg Süd. Dabei gab dieser an, dass Maria Baumer in den Vormittagsstunden des 26.05.2012, während seiner Abwesenheit, aus der gemeinsamen Wohnung verschwunden sei. Damit verlor sich die Spur der jungen Frau. 
Aus dem bis dato gewonnenen Sachstand war bekannt, dass sich Maria Baumer und ihr Verlobter mit Familienangehörigen am Abend des 25.05.2012 auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Bereich von Bernhardswald aufgehalten hatten und von dort in den Nachtstunden die Rückfahrt nach Regensburg antraten.
Im März dieses Jahres wurden die Ermittlungen in Richtung eines möglichen Tötungsdeliktes präzisiert, da es über den 10-monatigen Zeitraum trotz aller Bemühungen kein „Lebenszeichen“ von Maria Baumer gab. Zugleich wurde bei der Kripo Regensburg, die seit Ende Juni 2012 den Vermisstenfall bearbeitet, eine eigene Ermittlungsgruppe „EG Maria“ geschaffen.

In den mehr als 15 Monaten seit der Anzeigenerstattung waren auf Grund der bundesweiten intensiven Öffentlichkeitsfahndung Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. So nach einer Sondersendung von Aktenzeichen XY. 
Demnach war eine Frau mit dem Aussehen von Maria Baumer im Sommer des vergangenen Jahres im Ennepe-Ruhr Kreis mehreren Personen aufgefallen. Sie äußerte dabei auf dem Jakobsweg unterwegs zu sein. Wiederholte Suchmaßnahmen, auch mit Spezialhunden in diesem Bereich und darüber hinaus sowie weitere Zeugenvernehmungen in der Region waren die Folge. Fahndungsplakate in vier Sprachen wurden gedruckt und entlang des Jakobswegs mit Zielrichtung Santiago de Compostela verteilt. Die Fahnder der Kripo wollten keine Möglichkeit unversucht lassen. 

Andere Hinweise gingen in Richtung einer Tramperin an der BAB A 93 bei Weiden oder zuletzt in den Raum Nürnberg, wo sie einen Gesprächstermin gehabt haben soll. Wie nun feststeht mussten die Hinweise „im Sande verlaufen“. 

Abseits der Hinweise aus der Bevölkerung liefen die internen Ermittlungen der „EG Maria“. So nahm man Anfang August dieses Jahres ein Waldstück, das an der Wegstrecke Bernhardswald – Regensburg, im Bereich von Rossbach liegt, oberflächlich in Augenschein, allerdings ohne verwertbare Ergebnisse. 

Ein 28-jähriger Regensburger steht nun im dringenden Tatverdacht sie getötet zu haben. Beamte der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg nahmen ihn am 11.09.2013 in den Nachmittagstunden fest. Der Beschuldigte hat bislang keine Angaben zu den Tatvorwürfen gemacht und einen anwaltlichen Beistand hinzugezogen. 

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Regensburg erließ die Richterin am Amtsgericht Regensburg, heute am späten Nachmittag Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags. Der 28-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. 

Die Ermittlungen zu dem Tatgeschehen und den Hintergründen zu der Tat dauern an. So wurde am heutigen 12.09.2013 durch Kräfte der Bayer. Bereitschaftspolizei die Gegend um den Auffindeort akribisch in Augenschein genommen. Ziel sollte es sein, weitere sterbliche Überreste oder persönliche Gegenstände der Toten zu finden. Dabei wurden zwar Gegenstände gefunden, deren Untersuchung und Zuordnung wird aber noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Weitere Auskünfte dazu sind deshalb derzeit nicht möglich.

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