Mo., 10.01.2022 , 12:25 Uhr

Zwischenbilanz

"Stunde der Wintervögel": Mehr Waldvögel in bayerischen Gärten

Mehr Waldvögel und mehr Amseln: Für die Zählaktion «Stunde der Wintervögel» hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) erste Zwischenergebnisse für Bayern veröffentlicht. Bürgerinnen und Bürger, die bis zum vergangenen Sonntag Vögel im Garten, am Balkon oder im Park gezählt haben, beobachteten in diesem Jahr auffällig viele Waldvögel wie Buntspecht, Kleiber oder Gimpel.

Dass sie sich vermehrt in Siedlungsgebieten aufhielten, könne mehrere Ursachen haben, teilte der LBV am Montag mit. Finden die Vögel in den Wäldern nicht genug Nahrung, treibt sie die Futtersuche in besiedelte Gebiete. Ein vorübergehender Zuzug aus kälteren Regionen könnte den Zuwachs ebenfalls erklären. «Diese Beobachtungen stimmen auch mit der neuesten wissenschaftlichen Übersicht der Bestandssituation der Vögel in Deutschland überein, in der sich eine deutliche Erholung der Vogelbestände im Wald abzeichnet», sagte LBV-Expertin Angelika Nelson.

Zudem wurden auch wieder mehr Amseln beobachtet – nachdem diese Vogelart durch das vermehrte Auftreten von Erkrankungen durch die aus Afrika stammenden Usutu-Viren geschwächt war. «Die positive Entwicklung ist vielleicht ein Zeichen dafür, dass die Folgen des Usutu-Virus überwunden sind», sagte Nelson.

In der vorläufigen Top Ten liefern sich der Haussperling (1.) und die Kohlmeise (2.) ein Rennen um den Spitzenplatz. Rang 3 belegt mit einigem Abstand auf die beiden führenden Vogelarten der Feldsperling (3.) gefolgt von der wieder zunehmenden Blaumeise (4.). Dahinter rangieren Amsel (5.), Buchfink (6.) und Grünfink (7.). Auf Platz 8 fliegt die Elster (8.), Position 9 nimmt der Buntspecht (9.) ein. Die Rabenkrähe (10.) rundet die Reihenfolge der zehn bisher am häufigsten beobachteten Wintervögel 2022 in Bayern ab.

Der LBV im bayerischen Hilpoltstein und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Berlin haben zum zwölften Mal zu der nach ihren Angaben größten wissenschaftlichen Mitmachaktion Deutschlands aufgerufen. Im vergangenen Jahr hatten sich nach Nabu-Angaben mehr als 236 000 Menschen bundesweit beteiligt. Auch in diesem Jahr zeichnet sich eine neue Rekordteilnahme ab. Bisher haben uns knapp 25.000 Vogelfreund*innen aus über 17.600 Gärten über 607.000 Vögel gemeldet. Durchschnittlich wurden dabei etwa 34 Vögel pro Garten gezählt.

Noch bis zum 17. Januar können die Menschen ihre Beobachtungen melden.

 

dpa/LBV/MB

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