Di., 28.10.2014 , 15:44 Uhr

Stadthalle Cham wird als Notunterkunft für Flüchtlinge vorbereitet

Die alte Stadthalle in Cham wird als Notfallunterkunft für Asylbewerber bereitgestellt. Dies teilt der Chamer Landrat Franz Löffler nach einer Sitzung der von ihm einberufenen Koordinierungsgruppe mit.  Es werden umgehend die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um die vor wenigen Monaten stillgelegte Halle kurzfristig in einen betriebsfähigen Zustand für die Unterbringung von 200 Flüchtlingen zu versetzen. Ob und wann tatsächlich dort Menschen unterzubringen sind, steht noch nicht fest. Landrat Franz Löffler weist darauf hin, dass es sich um keine dauernde Unterbringung, sondern um eine vorübergehende Notfallunterkunft nach dem Notfallplan der Staatsregierung für eine Verweildauer von fünf bis sechs Wochen handelt. Die erforderlichen Vorhalte- und Betriebskosten trägt daher der Freistaat Bayern.

Landrat Franz Löffler bedankt sich bei Bürgermeisterin Karin Bucher und dem Stadtrat Cham für die Bereitschaft, die Halle zur Verfügung zu stellen. Ein entsprechender einstimmiger Stadtratsbeschluss wurde am gestrigen Montag gefasst. Die Halle steht bis längstens 31. Mai 2015 zur Verfügung. Wichtig ist auch, dass der Sportbetrieb auf den daneben liegenden Sportplätzen durch eine eventuelle Notunterbringung nicht beeinträchtigt wird.

Die Entscheidung für die Stadthalle Cham wurde vor allem deshalb getroffen, weil sie nach Einschätzung der Fachleute mit relativ geringem Aufwand und sehr kurzfristig als Notunterkunft eingerichtet werden kann. Die Halle ist für die Unterbringung von 200 Personen geeignet. Um die sanitäre Versorgung zu sichern, werden gegebenenfalls Sanitärcontainer aufgestellt. Die Stadthalle Cham eignet sich vor allem auch deshalb sehr gut als Notunterkunft, weil auch die logistischen Anforderungen wie zum Beispiel die gesundheitliche Versorgung der Menschen durch die Nähe von Gesundheitsamt, Krankenhaus und Ärzten gut bewältigt werden können.

Da es sich um Erstankömmlinge noch vor der amtlichen Registrierung handelt, ist vor allem eine Gesundheitsuntersuchung der Menschen nötig. Das Gesundheitsamt am Landratsamt Cham wird diese Aufgabe in Zusammenarbeit mit den Kliniken und niedergelassenen Ärzten übernehmen. Um den Betrieb der Einrichtung und die Verpflegung der Flüchtlinge kümmert sich der Kreisverband Cham des Bayerischen Roten Kreuzes, unterstützt durch das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr. Zunächst wird sichergestellt, dass Bettenkapazitäten und Verpflegungsmöglichkeiten bereitstehen und im Bedarfsfall innerhalb von Stunden aktiviert werden können. Weitere Hilfsmaßnahmen stehen erst dann an, wenn die Einrichtung tatsächlich als Notfallunterkunft in Betrieb genommen wird. Das lässt sich derzeit jedoch nicht abschätzen.

Die Überprüfung des alten Krankenhauses in Bad Kötzting hat gezeigt, dass die geforderte kurzfristige Bereitstellung für Unterbringungszwecke nicht möglich gewesen wäre. Eine mittelfristige Verwendung zum Zweck der Unterbringung von Flüchtlingen ist derzeit noch offen.

 

pm

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