Do., 28.01.2021 , 12:33 Uhr

Staatsdarlehen: Bund stützt Galeria Karstadt Kaufhof

Staatskredit für Galeria Karstadt Kaufhof (GKK): Die Bundesregierung will dem letzten großen deutschen Warenhauskonzern nach dpa-Informationen mit einem Darlehen von bis zu 460 Millionen Euro unter die Arme greifen. Der Ausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) gab am Mittwoch grünes Licht für ein sogenanntes Nachrangdarlehen.

Der Hintergrund der Hilfsaktion: Die 131 Warenhäuser des von der Corona-Krise hart getroffenen Konzerns gelten als unverzichtbare Publikumsmagneten in vielen Fußgängerzonen. Mit der Unterstützung leiste die Bundesregierung einen wichtigen Beitrag, um Arbeitsplätze zu sichern und die aktuell schwierige Lage für das Unternehmen zu überbrücken, hieß es in Berlin.

Konzernchef-Chef Miguel Müllenbach zeigte sich nach der Entscheidung erleichtert. In einem Mitarbeiterbrief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schrieb er, der Überbrückungskredit werde dem Konzern die nötige Liquidität in den nächsten Wochen und Monaten der Pandemie sichern. Der Konzern könne dank der Hilfen die geplanten Investitionen in die Zukunft von Galeria weiter voll umsetzen.

«Jetzt kämpfen wir weiter. Es geht um rund 17 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und zigtausende Jobs bei unseren Lieferanten und Partnern», schrieb er.

Müllenbach versprach, GKK werde das Darlehen mit Zinsen zurückzahlen.

«Der Steuerzahler hat durch diesen Kredit weder ein Risiko noch einen Nachteil.»

Der Eigentümer Signa stelle ebenfalls frische finanzielle Mittel zur Verfügung und habe das Unternehmen in den letzten 12 Monaten bereits mit insgesamt 550 Millionen Euro unterstützt.

Die Hilfsmaßnahmen sind nach dpa-Informationen an umfangreiche Auflagen und rechtliche Vorgaben geknüpft, außerdem muss der Konzern eine angemessene Verzinsung zahlen. Zuvor hatten bereits die Lufthansa, der Reisekonzern Tui und weitere Unternehmen staatliche Hilfen erhalten.

 

Die Bundesregierung hatte den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im März 2020 gegründet, um in der Corona-Krise große Unternehmen mit Garantien und Kapitalhilfen zu unterstützen und Arbeitsplätze zu erhalten.

GKK ist der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas und Marktführer in Deutschland, beschäftigt rund 17 800 Mitarbeiter und betreibt 131 Warenhäuser. Die Corona-Krise hatte das ohnehin angeschlagene Unternehmen massiv getroffen. Bereits während des ersten Lockdowns im April vergangenen Jahres hatte der Konzern Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Erst Ende September hatte er das Insolvenzverfahren abgeschlossen. Es sollte dem letzten verbliebenen deutschen Warenhauskonzern eigentlich durch die Schließung von mehr als 40 Filialen, den Abbau von rund 4000 Stellen und die Streichung von mehr zwei Milliarden Euro Schulden einen Neustart ermöglichen.

Müllenbach schrieb damals in einem Mitarbeiterbrief, Galeria Karstadt Kaufhof melde sich zurück auf dem Spielfeld und werde in den kommenden Wochen und Monaten die Tabelle der erfolgreichen Einzelhändler auf den Kopf stellen. Doch machte der zweite Lockdown wohl einen Strich durch die Rechnung. Er traf das Unternehmen doppelt hart, weil der Onlinehandel nach wie vor ein Schwachpunkt des Konzern ist. Galeria Karstadt Kaufhof machte zuletzt nicht einmal fünf Prozent seiner Umsätze im Internet, so dass die Umsatzausfälle im stationären Geschäft kaum ausglichen werden konnten.

Der GKK-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jürgen Ettl warnte deshalb erst vor wenigen Tagen im Gespräch mit der «Lebensmittel Zeitung»: «Aktuell zehren die Fixkosten die Reserven auf. Da lässt sich ganz einfach ausrechnen, wie lange wir einen Lockdown überstehen würden.»

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte sich in einem Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) massiv für eine Unterstützung des Warenhauskonzerns eingesetzt. GKK sei mit 310 Millionen Kunden pro Jahr «ein Herzstück der deutschen Innenstädte», schrieb HDE-Präsident Sanktjohanser. «Die Warenhäuser und ihre Anziehungskraft sind überlebenswichtig, auch für kleinere Händler in der Nachbarschaft, die Gastronomie und damit das gesamte innerstädtische Leben.» Sie seien «systemrelevant».

Eigentümer der Warenhauskette ist die Signa-Holding des österreichischen Milliardärs René Benko, der die Warenhauskette nach Angaben aus verschiedenen Quellen im vergangenen Jahr mit einem dreistelligen Millionenbetrag stützte.

 

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

27.04.2026 Regensburg: Yannic Bauer kehrt zu den Eisbären zurück Mit der Rückkehr von Yannic Bauer treiben die Eisbären Regensburg ihre Kaderplanung für die Saison 2026-2027 weiter voran. Der 23-jährige Stürmer kennt den Standort bestens und wird künftig wieder in der Donau-Arena auflaufen. Bereits in seiner Nachwuchszeit trug Bauer das Trikot der Eisbären. Nun folgt nach mehreren Stationen im Seniorenbereich die Rückkehr in seine sportliche 27.04.2026 Landkreis Regensburg: Langjährige Bürgermeister im Landratsamt verabschiedet Landrätin Tanja Schweiger würdigte das Engagement der scheidenden Gemeindeoberhäupter und dankte für die enge Zusammenarbeit auf Landkreisebene. Langjährige Bürgermeister verabschiedet Verabschiedet wurden Herbert Heidingsfelder (Gemeinde Alteglofsheim), Hans Thiel (Gemeinde Barbing), Irmgard Sauerer (Gemeinde Brennberg), Diethard Eichhammer (Gemeinde Deuerling), Jürgen Sommer (Markt Donaustauf), Thomas Eichenseher (Gemeinde Duggendorf), Herbert Tischhöfer (Stadt Hemau), Christian Hauner (Markt 27.04.2026 Bernhardswald: Tunnel auf der B16 am 28. April für Wartungsarbeiten gesperrt Am Dienstag, 28. April 2026, wird der Tunnel Bernhardswald an der Bundesstraße 16 (B16) vollständig gesperrt. Grund sind notwendige Reinigungs- und Wartungsarbeiten. Die Sperrung dauert von 8 bis 16 Uhr. Betroffen ist der Verkehr in beide Richtungen. Vollsperrung auf der B16 bei Bernhardswald Der Tunnel Bernhardswald bleibt am kommenden Dienstag für insgesamt acht Stunden gesperrt. 24.04.2026 Landkreis Regensburg: Anmeldung für 17. Landkreislauf startet – 80 Kilometer von Hainsacker bis Schierling